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Geld für Schulhaus-Anbau ist da

Die Ludwig-Richter-Grundschule in Freital bekommt ein Nebengebäude für Turnhalle und Hort. Zunächst aber rollt der Abrissbagger an.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Annett Heyse

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Der Sauna Aufguss geht auch im Oktober in die Verlängerung. Das Freitaler "Hains" gibt noch einen Sekt gratis dazu.

Freital. Lotte und Max vom Kinderrat haben extra eine kleine Rede vorbereitet. Etwas schüchtern noch lesen sie vom Blatt ab, was demnächst an ihrer Schule alles passieren wird: neue Sporthalle, neuer Speisesaal und zusätzliche Horträume, dazu wird auch noch der Pausenhof umgestaltet. „Wir bekommen sogar einen Basketballkorb“, sagte Max.

Dafür konnten die beiden Vertreter des Kinderrates der Birkigter Grundschule am Freitag gemeinsam mit ihrer Schulleiterin, der Hort-Chefin und Freitals Sozialbürgermeister ein wichtiges Dokument entgegennehmen: den Fördermittelbescheid. 2,3 Millionen Euro gibt das Land Sachsen für die Erweiterung der Ludwig-Richter-Grundschule dazu, insgesamt kostet das Vorhaben 5,6 Millionen Euro.

Die Erweiterung sei dringend notwendig, wie Schulleiterin Silke Nitschel erklärt: „Als ich 2012 hier anfing, hatten wir 122 Schüler in sechs Klassen. Jetzt lernen in unserer Schule 189 Kinder in acht Klassen.“ Und die Nachfrage steigt. Fürs kommende Schuljahr liegen 67 Anmeldungen vor – elf mehr, als Silke Nitschel in der Birkigter Grundschule aufnehmen kann. Auch der Schulhort, in den bis auf vier Mädchen und Jungen alle Birkigter Kinder gehen, ist ausgelastet. „Die Klassenzimmer werden nach dem Unterricht zu Horträumen. Das geht zwar, aber ideal ist es nicht“, berichtet Hortleiterin Stefanie Schönberger. Mit gewissen Einschränkungen müssen Erzieher und Kinder derzeit immer rechnen.

Umso mehr freuen sich die beiden Frauen, ihre Kollegen und auch alle Kinder, dass bald erweitert wird. Geplant ist, direkt an das alte Schulgebäude einen dreistöckigen Anbau zu setzen. Das Untergeschoss verschwinde wegen der Hanglage fast im Boden, dort werde die neue Sporthalle eingerichtet, wie Architekt Christian Reschat erläutert. Sie soll gleichzeitig als Mehrzwecksaal dienen. „In der ersten und zweiten Etage entstehen insgesamt sieben schöne und helle Horträume.“ Dazu kommen Garderoben und Sanitäranlagen. Der alte Sportsaal – zu klein und nicht mehr zeitgemäß – wird anschließend zum Speiseraum umgestaltet. Damit wird im Schulgebäude wiederum ein Raum frei, der dann als Klassenzimmer genutzt werden kann.

Schulleiterin Nitschel nahm diesbezüglich das Wort „Luxus“ in den Mund. „Mit ist klar, dass die Doppelnutzung der Klassenräume von Schule und Hort an vielen Einrichtungen Standard ist und wir hier bald Super-Bedingungen haben werden.“ Sozialbürgermeister Peter Pfitzenreiter (CDU) nahm die Anregung gerne auf. „Wir sind dabei, auch an anderen Schulen den Unterricht am Vormittag und die Hortzeit am Nachmittag räumlich zu trennen.“ In der Grundschule Wurgwitz habe man dieses Konzept mit der Wiedereröffnung nach der Sanierung umsetzen können. An anderen Schulen aber fehle schlicht der Platz, Investitionen wie in Birkigt seien notwendig und das gehe nur schrittweise.

Hier sollen die Bauarbeiten im Januar beginnen. Erster Akt wird allerdings sein, das historische Birkigter Schulgebäude an der Ecke Ludwig-Richter-Straße/Gitterseer Straße abzureißen. Genau an diese Stelle kommt der Anbau hin. Die Bauarbeiten sollen bis Juli 2019 dauern. Lotte und Max werden dann schon in die sechste Klasse gehen und vom Ergebnis nicht mehr viel haben. „Wir freuen uns aber trotzdem“, versichern beide.