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Dresden

Geld für Sport und Orang-Utan-Haus

Sechs Millionen Euro hat der Dresdner Stadtrat verteilt - nach einem heftigen Streit um die Summe für Sportler.

Der Zoo kann den Bau eines neuen Orang-Utan-Hauses beginnen. Dafür bekommt der Dresdner Sport weniger Geld.
Der Zoo kann den Bau eines neuen Orang-Utan-Hauses beginnen. Dafür bekommt der Dresdner Sport weniger Geld. © Reinig Meinig

Kaum war Dresden flüssig, schon ist das ganze Geld wieder weg. Der Stadtrat hat am Donnerstag knapp sechs Millionen Euro ausgegeben. Alles, was zur Verfügung stand. Allerdings floss das Geld nicht komplett in den Dresdner Breitensport, wie es eigentlich auf der Tagesordnung stand. Linke, Grüne und SPD brachten einen eigenen Antrag ein, der zwar teilweise auch den Sport berücksichtigt, aber eben auch eine ganze Reihe eigener Projekte. Die Bürgerfraktion schloss sich an, die CDU reagierte empört. "Das ist eine Frechheit, eine Farce und Hohn gegenüber allen Sportlern in der Stadt", sagte die sportpolitische Sprecherin Anke Wagner.  Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) kündigte an, den Beschluss auf seine Rechtmäßigkeit prüfen zu wollen. Das wurde unter anderem beschlossen:

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In den Dresdner Breitensport sollen drei Millionen Euro fließen - zwei Millionen weniger, als es die CDU wollte. Damit sollen Sportanlagen gesichert, entwickelt und neugebaut werden. Sofern es für Projekte unerwartet mehr Fördermittel gibt, werde das zusätzliche Geld im Sportbereich bleiben, so der Beschluss.

Um den Bau eines neuen Orang-Utan-Hauses und einer Flamingo-Anlage vorbereiten zu können, erhält der Dresdner Zoo 500.000 Euro. Insgesamt sind mehr als acht Millionen Euro für das Projekt veranschlagt worden. Im Stadtbezirksbeirat Altstadt hatten zuvor bereits mehrere Räte vorgeschlagen, aus dem eigenen Budget des Beirates Geld beizusteuern. In dem neuen Haus sollen die Menschenaffen artgerecht untergebracht werden.

Um die Stadt vor dem Klimawandel zu wappnen, gibt es 350.000 Euro. Genutzt werden soll es unter anderen für neue Bäume an Straßen und in dicht bebauten und warmen Stadtgebieten sowie für Brunnen und begrünte Dächer.

Insgesamt eine Million Euro fließt in den Verkehr. Jeweils 200.000 Euro sollen für Radwege, Gehwege, Schulwege und Haltestellen, Lückenschlüsse im Bus- und Bahnnetz sowie Nebenstraßen ausgegeben werden.

Bedacht werden auch die Dresdner Parks und Spielplätze. Vier 400.000 Euro werden dafür investiert. Als Beispiele nennen Rot-Grün-Rot etwa die Erweiterungen des Südparks, des Alaunparks und des Hermann-Seidel-Parks.

In die Dresdner Kultur werden insgesamt 350.000 Euro gesteckt. Damit sollen insbesondere der freie Eintritt für Kinder in Museen, eine Hubbühne im Theater junge Generation (TjG) und das 50. Jubiläum des Dixielandfestivals im kommenden Jahr bezahlt werden.  Das Verkehrsmuseum erhält Mittel für eine neue Dauerausstellung zur Geschichte der Eisenbahn.

Geld soll es auch für einen Pilotversuch in Striesen geben. CDU und Bürgerfraktion haben vorgeschlagen, die historischen Gaskandelaber testweise zu elektrifizieren. Innerhalb von zwei Jahren soll das getestet werden. Das Ziel sei es, durch die optimale Auswahl von Lampenstandorten und durch den Einsatz moderner LED-Technik die Ausleuchtung von Straßen und Fußwegen zu optimieren und die Ausleuchtung von Häusern, wo notwendig, zu minimieren, so die Fraktionen. Der Test soll unter anderem auf Abschnitten der Bergmannstraße, der Glasewaldtstraße und der Pohlandstraße stattfinden. Christian Bösl von der Bürgerfraktion betonte, die Gastechnik bliebe während des Versuchs erhalten. Kosten: rund 240.000 Euro.

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