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Geld ist immer ein guter Anreiz

SZ-Mitarbeiterin Annett Heyse über den Kampf ums Altpapier in der Region.

© Karl-Ludwig Oberthür

Ein paar Münzen gegen alte Zeitungen – das kenne ich, Jahrgang 74, noch aus meiner Schulzeit. Immer in den Ferien zogen wir mit einem Handkarren durch die Straßen und klingelten bei den Leuten, um ihnen ihre Zeitungspakete abzunehmen. Außerdem nahmen wir leere Weinflaschen mit, denn dafür gab es bei der Sero-Annahme ebenfalls ein paar Groschen. Der Erlös lag mitunter bei gut 20 Mark pro Einsatz, kam in die Spardose und irgendwann aufs Sparbuch. Später als Student habe ich unter anderem von diesen „Rücklagen“, inzwischen in D-Mark umgetauscht, meinen ersten Computer gekauft.

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Das bringt die Zukunft

Die Sächsische Energieagentur SAENA lädt am 25. November zum Fachsymposium Energie ins Hygiene-Museum ein. Es geht um Ressourcen und Zukunftstechnologien.

Deshalb liegt meine Sympathie durchaus bei den Leuten, die das auch heute wieder so machen. Die Gewinnspanne ist zwar klein, aber es gibt sie. Da wird Müll sammeln, trennen und der Wiederverwertung zuführen mal belohnt.

Warum auch nicht? Geld ist eine gute Motivation, nicht alles unbesonnen in die Tonne zu werfen. Denn machen wir uns mal nichts vor: Die Deutschen trennen zwar viel Müll akkurat, aber es gibt eben auch viele, die ihre Abfälle einfach nur irgendwohin werfen. Glas in die Restmülltonne, Plastikverpackungen in den Biomüll, Pizzaschachtel in den Gelben Sack – wer in einem Mietshaus wohnt, sieht so einiges, wenn er die Abfallkübel öffnet. Von dem, was trotz gut organisierter Müllabfuhr dann noch in der Umwelt landet, ganz zu schweigen. Selbst Pfandflaschen liegen oft genug im Gebüsch.

Man sollte daher noch viel weitergehen und zum Beispiel das Zurückbringen von allen Gläsern und Flaschen finanziell vergüten – entweder per knackigem Pfand oder über eine pauschale Bezahlung. Nicht nur die Umwelt dürfte davon profitieren, sondern auch so manche Spardose.

E-Mail an Annett Heyse