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Geld oder Liebe?

Foto: www.pixabay.com © IgorShubin

Während der häufigste Streitgrund beim Immobilienverkauf in Westdeutschland der Verkaufspreis ist, zoffen sich ostdeutsche Eigentümer eher wegen der neuen Liebe des anderen.

Die eigene Immobilie zu verkaufen, ist eine komplexe und zeitraubende Angelegenheit. Da liegen die Nerven bei den Eigentümerparteien schnell blank. „Streit ist programmiert, und das aus ganz unterschiedlichen Gründen“, sagt Finanzexperte Hanno Heintzenberg. Der Geschäftsführer von McMakler verweist in diesem Zusammenhang auf eine Online-Umfrage unter Maklern, bei der unter anderem deutliche regionale Unterschiede festgestellt wurden. Immerhin: Die Königsdisziplin beim Immobilienverkauf sei die Immobilienbewertung und die daraus resultierende Ermittlung eines realistischen Verkaufspreises. Doch gerade, wenn eine Immobilie selbst bewohnt wurde überwiege die emotionale Bindung zu Haus oder Wohnung. Eine Preiseinschätzung falle dann oft schwer, so Hanno Heintzenberg. Überraschend sei jedoch: „Im Osten streiten sich nur 14 Prozent der Eigentümer untereinander wegen des Verkaufspreises, im Westen sind es satte 41 Prozent.“

Makler ermitteln realistisch

Der Finanzexperte nennt die Hintergründe: „Viele denken, was ich reingesteckt habe, will ich auch wieder rausbekommen.“ Das funktioniere allerdings selten. „Um subjektive Schätzungen auszuschließen, sollten sich Eigentümer auf einen Makler verlassen, der den Wert einer Immobilie mit branchenüblichen Verfahren wie Sachwert-, Ertragswert- und Vergleichswertverfahren realistisch ermittelt“, rät er. „Ein falscher, zu hoher Angebotspreis schreckt Käufer meist ab, wohingegen zu niedrig angesetzte Preise Interessenten verunsichern.“ Interessant: Während der häufigste Streitgrund beim Immobilienverkauf in Westdeutschland der Verkaufspreis ist, zoffen sich ostdeutsche Eigentümer am meisten wegen des neuen Partners des anderen. In Sachen Liebesstreit liegen die neuen Bundesländer mit 41 Prozent vor den alten Ländern. Hier haben nur 33 Prozent der Makler einen solchen Streitfall miterlebt.

Deutschlandweit machten circa 35 Prozent der befragten Makler diese Erfahrung. „Liebe kann sich in Luft auflösen, eine Immobilie nicht“, umschreibt es Hanno Heintzenberg. Oft zwinge eine Trennung Eigentümer unerwartet schnell zum Verkauf. „Streit bahnt sich vor allem dann an, wenn bereits neue Partner im Spiel sind.“ Da krache es auch mal in Anwesenheit des Immobilienmaklers.

Frauen dominierten beim Streiten

„Wir empfehlen unseren Kunden in solchen Fällen möglichst Ruhe zu bewahren und schnell eine einvernehmliche Lösung zu finden“, so der Experte. Übrigens: Bei der Frage, wer beim Streit die Hosen anhat, schnitten die Männer – sowohl deutschlandweit als auch im Ost-West-Vergleich – nicht gut ab. In nur drei Prozent der Fälle dominierte das starke Geschlecht in der Streitsituation beim Immobilienverkauf, während in 38 Prozent der Fälle die Frauen den Ton angaben. Die gute Nachricht: In immerhin sieben von zehn Fällen gelang es den Maklern, die streitenden Eigentümer zu

beschwichtigen. Einem positiven Verkaufsergebnis stand dann nichts mehr im Weg. sz-immo