merken
PLUS Leben und Stil

So groß sind die Unterschiede bei Filialkonten in Sachsen

Der Preisunterschied für Filialkonten in Bautzen und Meißen liegt bei fast 100 Euro im Jahr. Negativzinsen werden häufiger. Der große Gebührenvergleich.

Die jährlichen Gebühren für Girokonto und ausgewählte Leistungen bei sächsischen Sparkassen oder Genossenschaftsbanken variieren teilweise immens.
Die jährlichen Gebühren für Girokonto und ausgewählte Leistungen bei sächsischen Sparkassen oder Genossenschaftsbanken variieren teilweise immens. © 123rf

Informieren hiesige Geldinstitute transparent über ihre Kontogebühren und andere Preise? Zumindest transparenter als noch vor einigen Jahren, sagt Martina Schröder von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Es gibt aber immer noch Volksbanken und Sparkassen, deren Preisaushänge oder vollständige Preis-Leistungs-Verzeichnisse nur in der Filiale eingesehen werden können.“ Problematisch sei auch, wenn diese Angaben nur mit Aufwand auf der Webseite des Geldinstituts zu finden sind oder dort nur auszugsweise veröffentlicht würden.

Laut einer Analyse des Verbraucherportals biallo.de liegen die jährlichen Gebühren für ein Girokonto bei sächsischen Geldinstituten derzeit zwischen rund 96 und knapp 190 Euro. Um Vergleichbarkeit herzustellen, habe man stets die Konditionen für das günstigste Filialkonto verglichen, welches ohne gesonderte Bedingungen zu haben ist, erklärt Firmengründer Horst Biallo. „Weitere Gebührenposten, die wir in den Vergleich einbezogen haben, waren Kosten für beleghafte oder SB-Terminal-Überweisungen, für EC- und Kreditkarten sowie eine durchschnittliche Kontoüberziehung von 300 Euro im Monat.“

Anzeige
Nager, die in kein Schema passen
Nager, die in kein Schema passen

Die Großen Maras haben gerade wieder Nachwuchs bekommen - und erhielten bei der Wahl zum Tier des Monats Oktober die meisten Stimmen.

Ergebnis: Mit 95,71 Euro bezahlen „Giro Selekt“-Kunden der Kreissparkasse Bautzen am wenigsten. Die höchsten Kosten fallen mit 189,75 pro Jahr für „Das clevere Konto“ der Sparkasse Meißen an. Bei den Volks- und Raiffeisenbanken liegt die Spanne zwischen 99,45 Euro bei der Delitzscher Volksbank und 179,55 Euro bei der Volksbank Vogtland-Saale-Orla.

Kontogebühren: Kosten für viele Serviceleistungen

Kontomodelle mit niedrigem Grundpreis lohnen sich aus Sicht der Fachleute in der Regel nur für Kunden mit wenigen Kontobewegungen im Monat. Anderenfalls drohten gesondert zu zahlende Posten die Ersparnis aufzufressen. „Geldhäuser versehen immer mehr Serviceleistungen, die früher gratis waren, mit Preisen“, sagt Biallo. Daher lohne oft ein Umstieg auf ein Premiumkonto, in dem ein höhere Pauschale all diese Dinge abdeckt. Dazu zählen beispielsweise die Nutzung der Selbstbedienungsterminals und Kontoauszugsdrucker, Buchungsposten für die Zahlung mit der Girocard oder das Abheben von Bargeld beim eigenen Geldinstitut oder im jeweiligen Bankenverbund.

Auch die Anbieter betonen die eher geringe Bedeutung vermeintlich günstiger Kontomodelle. Sein Haus empfehle das in der Analyse aufgeführte Konto „Saxx Individual“ allenfalls für Wenignutzer oder als Zweitkonto, sagt Marcus Herrmann von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

Der Zinssatz für Dispokredite hat sich bei vielen Anbieter in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert. „So sind immer noch Zinssätze von über zehn Prozent pro Jahr zu finden“, sagt Verbraucherschützerin Schröder. Am meisten verlange die Volksbank Riesa mit 12,45 Prozent.

Stiftung Warentest: Nicht mehr als 60 Euro fürs Girokonto

Welcher Jahrespreis für ein Girokonto angemessen ist, darüber gehen die Auffassungen auseinander. Laut Stiftung Warentest sollte für ein Girokonto inklusive Girocard und Onlinebuchungen nicht mehr als 60 Euro fällig werden. Diese Grenze könnten auch Filialbanken unterbieten. Horst Biallo hält dieses Limit für zu niedrig angesetzt. „Dieser Wert wird ja seit mehreren Jahren verkündet, berücksichtigt aber keine Preissteigerungen.“

Weiterführende Artikel

Negativzinsen für Bankkunden nehmen zu

Negativzinsen für Bankkunden nehmen zu

Deutschlands Banken verlangen von ihren Kunden zunehmend Negativzinsen - und schaffen es so, Belastungen aus der EZB-Geldpolitik zu verringern.

Welche Bank Strafzinsen nimmt – und welche nicht

Welche Bank Strafzinsen nimmt – und welche nicht

Die Freibeträge sind auch bei sächsischen Banken und Sparkassen verschieden. Doch für Kunden gibt es Schlupflöcher.

Was tun gegen Negativzinsen?

Was tun gegen Negativzinsen?

Immer mehr Banken erheben Negativzinsen, teilweise schon ab 5.000 Euro. Was Kunden tun können, wenn sie dem entgehen wollen.

Banken drohen hohe Rückforderungen

Banken drohen hohe Rückforderungen

Preiserhöhungen für Girokonten sind offenbar rechtswidrig. Aber Kunden müssen aktiv werden.

Negativzinsen gibt es inzwischen bei 16 von 29 regionalen Geldinstituten. Freibeträge, für die keine Strafzinsen fällig werden, variieren bei privaten Konten zwischen 25.000 und 500.000 Euro. Teilweise unterscheiden sich auch die Regelungen für Bestands- und Neukunden, oder der gewährte Freibetrag hängt vom Status des Kunden im Hausbank-Modell ab.

Den Girokonten-Ratgeber von Biallo finden Sie hier.

Mehr zum Thema Leben und Stil