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Wirtschaft

Ostdeutsche sind clever beim Geldanlegen

Zwar bewegen Westdeutsche laut einer Analyse höhere Summen. Dafür erzielen Ostdeutsche mehr Rendite. Und: Sie zeigen sich heimatverbundener.

Ostdeutsche haben laut einer Analyse gerade in den vergangenen Monaten ein gutes Händchen bei der Geldanlage bewiesen.
Ostdeutsche haben laut einer Analyse gerade in den vergangenen Monaten ein gutes Händchen bei der Geldanlage bewiesen. © Peter Kneffel/dpa

Frankfurt. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung zeigt sich mit Blick auf die Geldanlage ein erstaunliches Bild. Einer Analyse der Wertpapierdepots der Consorsbank zeigt, dass „Ostdeutsche für die Geldanlage ein besseres Händchen haben als Westdeutsche“. Das gilt vor allem für das vergangene und das laufende Jahr. 

Die Ostdeutschen einschließlich der Berliner erzielten dabei mit ihrer Geldanlage eine höhere Rendite als die Bewohner der westlichen Bundesländer - im Schnitt zeigten ihre Depots vom 1. Januar 2019 bis 31.August diesen Jahres ein Wertzuwachs von 14,8 Prozent gegenüber 12,1 Prozent im Westen. Allerdings bleibt der Wert der Depots im Osten, zumindest bei der Consorsbank, mit aktuell durchschnittlich rund 35.800 Euro und rund ein Viertel unter denen der westdeutschen Kunden. Sie kommen auf im Schnitt 48.300 Euro.

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Ostdeutsche im Plus, Westdeutsche im Minus

Vor allem in den ersten acht Monaten diesen Jahres und damit in der Phase der Corona-Pandemie sind die Ostdeutschen geschickter mit ihrer Geldanlage umgegangen. Bei der Consorsbank konnten sie im Schnitt eine Rendite von 2,4 Prozent erwirtschaften, die West-Kunden dagegen mussten Einbußen hinnehmen, die Rendite war mit minus 5,3 Prozent negativ. „In den Börsenturbulenzen rund um die Corona-Krise handelten die Bewohner in Sachsen, Thüringen und Co. also anscheinend deutlich besonnener“, stellt die Consorsbank fest.

Dabei bewegten die Kunden mit Westen mit 5.700 gegenüber 5.100 Euro pro Transaktion im Schnitt mehr als im Osten. „Insgesamt setzen die westdeutschen Kunden noch stärker auf Wertpapiere“. Im Westen entfallen fast 70 Prozent des angelegten Vermögens auf Wertpapiere, im Osten sind es nur gut 62 Prozent. Ostanleger haben stärker Giro- und Zinskonten im Blick. Erstaunlicherweise erzielen sie dabei trotz der extrem niedrigen bis Nullzinsen insgesamt eine höhere Rendite als die Westanleger.

Heimat-Aktien gefragt

Bei Wertpapieren allerdings setzen überraschenderweise die Ostler mit einer Quote von fast 62 Prozent stärker auf Aktien als Westler mit rund 60 Prozent. Dabei sind nach Angaben der Consorsbank bei Kundinnen und Kunden jeweils vor allem Papiere aus dem Deutschen Aktienindex Dax gefragt. Telekom, Daimler und Allianz liegen dabei vorne, im Westen sind SAP und BMW beliebter, im Osten vor die Deutsche Post. 

„Es gibt sogar so etwas wie ein ‚Home Bias‘ im Osten, also eine Neigung zu Aktien aus der Heimat“, stellt die Consorsbank fest. So ist die Aktie von Jenoptik in doppelten so vielen Depots vertreten wie bei westdeutschen Kunden. Und die Aktie der russischen Gazprom steht bei Consorsanleger im Osten auf Platz 20, im Westen nicht einmal unter den Top 30. International setzen alle Anleger stark auf Apple und Amazon. (dpa)

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