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Familie

Geldanlagen für Kinder

Viele Eltern haben sich vor der Geburt ihres Kindes mit Ratgebern und Fachbüchern eingedeckt. 

© Bessi

Die Erziehung ist geplant und die Grundausstattung steht schon bereit. Wenn es jedoch um Kinder und Geldanlage geht, sind auch viele Eltern ratlos. Einige Fehler gilt es dabei unbedingt zu vermeiden beziehungsweise einfach einige Regeln zu beherzigen. 

Zu wenig Risiko

Der Kardinalfehler, der von vielen Deutschen begangen wird, ist zu wenig Risiko. Denn oft wird vergessen, dass Risiko in zwei Richtungen wirkt. Es kann auch eine Chance sein. Die meisten Eltern tendieren zu Festgeldern, Bausparverträgen und Lebensversicherungen. Für die Kinder dieser Tage ist eine solche Form der Geldanlage jedoch kaum mehr denkbar. Natürlich gibt es diese Produkte nach wie vor. Doch die Verzinsung ist kaum mit der Performance eines Junior Depots. Natürlich müssen in solch einen Vergleich auch immer die laufenden Kosten und Gebühren mit einbezogen werden, wie man in diesem Beitrag nachlesen kann.

Alle der althergebrachten Geldanlagemöglichkeiten haben eines gemein. Sie schwanken kaum, haben eine garantierte Verzinsung und binden das Kapital über lange Zeit. Grundsätzlich wären diese Attribute nichts Schlechtes, wenn die Verzinsung über der Inflationsrate liegen würde. Das tut sie in der Realität fast nie.

Dazu kommen Gebühren von Versicherungen und Bausparkassen. Altverträge können sich natürlich immer noch lohnen. Der Abschluss neuer Verträge ist nicht ratsam, weil die vermeintliche Sicherheit teuer erkauft wäre.

Zu viel Risiko

Hochriskante Geldanlagen gehören in kein Portfolio eines Kindes. Dazu zählen:

• Futures

• Optionen

• Optionsscheine

• P2P Kredite

• Kryptowährungen

• Trendaktien (z. B. Cannabis)

Natürlich versprechen diese Anlagemöglichkeiten eine hohe Rendite. Überall kann es aber auch zum Totalverlust kommen. Bei manchen Produkten können Sie sogar mehr verlieren, als Sie eingesetzt haben. Daher sind diese spekulativen Produkte ohne Frage zu viel des Guten.

Dabei sollten Sie generell keinen Bogen um Aktien machen, wenn es um die Geldanlage der Kinder geht. Fokussieren Sie sich lediglich auf qualitativ hochwertige Aktien oder Indexfonds (ETF´s). Mit Sparplänen können Sie diese langfristig und mit moderatem Risiko besparen, kann man z.B. auch in diesem Zeitungsartikel noch einmal nachlesen.

Diversifikation (Streuung)

Dass Sie Geldgeschenke von Großeltern und Verwandten nicht nur in eine Aktie investieren sollten, ist spätestens seit dem Kurseinbruch der Deutschen Telekom Anfang der 2000er bekannt. Eine Verteilung auf mehrere Aktien senkt das Gesamtrisiko daher erheblich. Die beste Risikostreuung wird erreicht, wenn Wertpapiere aus verschiedenen Ländern, Währungen und Wirtschaftsbereichen im Depot liegen.

Das Minimum liegt bei 10 bis 20 Titeln. Das Maximum an Depotpositionen wird je nach Anlagestrategie unterschiedlich betitelt. Es kann zwischen 30 und 200 Werten schwanken.

Berücksichtigen Sie außerdem, dass manche Finanzprodukte bereits von Natur aus mehr als nur einen Wert enthalten. Fonds und ETF´s investieren beispielsweise in hunderte bis tausende Einzeltitel. Aus diesem Grund genügen für ein gut sortiertes Depot bereits zwei bis drei ETF´s. Diese können schon die gesamte Aktienwelt abdecken.

Neben einem Depot sollte man auch ein Taschengeldkonto für Kinder eröffnen. Das funktioniert bei Sparkassen und Volksbanken ebenso wie bei diversen Online Banken, wie man hier nachlesen kann. Das eigene Girokonto gibt den Kindern selbstvertrauen und stärkt das Interesse in die eigenen Finanzen. 

Wissen vermitteln

Bei der Geldanlage des Kindes sollten Sie sich nicht nur auf das Depot beschränken. Sie können Ihrem Kind auch das Wissen an die Hand geben, das Depot selbstständig fortzuführen. Binden Sie Ihr Kind beispielsweise früh in Wertpapierkäufe ein.

Übernehmen Sie doch einmal die Vorauswahl und lassen dann das Kind entscheiden. So versteht es das Prinzip der Börse und die Chance ist hoch, dass es mit dem Depot verantwortungsvoll umgeht. Bestenfalls hält Ihr Kind bereits die Zügel in der Hand, bevor es volljährig ist.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin L. Ron.