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Geldsorgen im Helenenbad

Im vierten Jahr der Kinderbadelandschaft schwimmt der AUR-Verein fast auf dem Trockenen. Doch Spenden helfen.

© nikolaischmidt.de

Von Daniela Pfeiffer

Solche Momente lassen einen dann doch wieder weitermachen. 1 400 Euro als Spende vom Görlitzer Rotary Club für das Helenenbad – das hat Rolf Weidle ermutigt und bestärkt, dass es richtig war, die Kinderbadelandschaft anzulegen und die Hoffnung nie aufzugeben, dass es eines Tages auch wieder ein Schwimmbecken für Erwachsene geben kann.

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Aktuell sind es nämlich eher entmutigende Fakten, die vom Helenenbad kommen. Es gibt finanzielle Schwierigkeiten. Die hat nicht Rolf Weidle unmittelbar. Der Stadtrat (Bürger für Görlitz) und pensionierte Arzt steht zwar dem Helenenbad-Verein vor und hat die Badelandschaft initiiert. Betrieben wird sie aber vom AUR-Verein, der in Reichenbach ansässig ist. In den ersten beiden Jahren nach Eröffnung konnte der Verein die Kinderbadelandschaft kostendeckend betreiben. Dann wurde es allmählich knapp mit dem Geld. Ursache sind nicht etwa ausbleibende Gäste. 2015 war das Bad nur 45 Tage geöffnet, da die Kinderbadelandschaft erst im August eingeweiht wurde. In diesem ersten Jahr kamen 1 124 Besucher. Ein Jahr später waren es schon 1 980 Gäste, im vergangenen Jahr dann eine weitere Steigerung auf 2 682 Besucher. Trotzdem: Die Einnahmen reichen nicht und der Verein allein kann die Defizite nicht kompensieren. Die Spenden, die der Helenenbad-Verein sammelt, sind eigentlich nicht als Zuschüsse für die laufenden Kosten gedacht, aber durch eine geänderte Satzung können sie bei Bedarf auch dafür eingesetzt werden.

Einer der Knackpunkte für die schwierige Lage ist aber die Unterstützung durch Arbeitsagentur und Jobcenter mit Personal. Acht Leute bekam der AUR-Verein anfangs zur Seite gestellt, teilweise inklusive Sachkosten. „Es war immer eine gute Zusammenarbeit. Inzwischen gilt die zentrale Devise: alles auf den ersten Arbeitsmarkt“, sagt Weidle. Erst nach vielen Gesprächen sei es gelungen, über das Programm der sozialen Teilhabe wieder zwei Arbeitskräfte für den vergangenen wie auch für diesen Sommer zu gewinnen.

Sollte der Verein aufgrund seiner finanziellen Schwierigkeiten das Helenenbadgelände als Ganzes nicht mehr betreiben können, würde dieses zurück an die Stadt fallen. Mit ihr hat der Verein einen Erbbaupachtvertrag. „Aber die Stadt hätte mit der Erhaltung der gesamten Anlage hohe Kosten“, betont Rolf Weidle. Nach der Sommerpause soll es weitere Gespräche geben. Unter anderem soll Christoph Suda als amtierender Geschäftsführer des AUR-Vereins vor dem Verwaltungsausschuss zur Lage sprechen. Die heimliche Hoffnung: Stadtverwaltung und Stadtrat davon überzeugen, dass ein jährlicher Zuschuss aus der Misere helfen würde.

Darauf wird aber nicht gewartet – und schon gar nicht bleibt Rolf Weidle untätig. Zwar wäre es gar nicht direkt sein Problem, aber „es ist schließlich mein Baby“, sagt er. Im Moment gibt es die Idee, die technische Betreibung der Kinderbadelandschaft für das nächste Jahr auszuschreiben. „Es werden auch weitere Ideen diskutiert“, sagt Weidle. Schließlich ist das Helenenbad insgesamt mit seinem riesigen Gelände ein sehr beliebter Veranstaltungsort bei den Görlitzern. 2007 haben hier insgesamt 3 000 Besucher gefeiert – Schulen, Sportvereine, Firmen, Familien. 2008 und 2009 waren es zusammen gar 11 000 Menschen, 2015 kamen 4 900, im darauffolgenden Jahr 5 299 und 2017 dann 5 361 Besucher. Und so überlegt man zurzeit, vielleicht mit eigenen Veranstaltungen noch mehr Leute zu locken. Sommerkino oder Konzerte sind im Gespräch. Beides gab es hier schon einmal, beides mit Erfolg. Zwei eigene Veranstaltungen hat der AUR-Verein schon länger etabliert: Das Hexenfeuer und das jährliche Agility-Turnier bringen ein paar Einnahmen. Auch die Eintrittsgelder von 2,50 Euro pro Erwachsenem – ein Kind ist da bereits inklusive – gehen in die Vereinskasse. Aber es reicht eben noch nicht am Ende des Tages.

Zum Glück kommen immer noch großzügige Spenden, die über ganz schlechte Zeiten hinweghelfen: Neben dem Geld vom Rotary Club, der auch in den vergangenen zwei Jahren Geld spendete, waren es in der letzten Zeit 3 500 Euro von der Sparkasse und 5 000 Euro von den Stadtwerken. Geld, was eigentlich für die Weiterentwicklung sein soll. Schließlich träumt nicht nur Rolf Weidle immer noch davon, wieder ein großes Becken im Helenenbad zu haben, wo Kinder und Eltern gemeinsam schwimmen können.

Aus dem großen Fördertopf für das Brautwiesenbogen-Projekt ist Geld für das Helenenbad vorgesehen. Von knappen 250 000 Euro spricht Rolf Weidle. Doch es bleiben diese Fragen: Kann der AUR-Verein die dann nötigen Eigenmittel beisteuern? Und was ist danach mit den Betriebskosten? Außerdem gibt es schon Ideen, wie zumindest zwei Drittel des früheren großen Beckens gestaltet werden könnten – mit Spielflächen nämlich. Aber selbst ein Drittel ist immer noch genug Platz – und genug Motivation zum Weitermachen.

Öffnungszeiten : täglich von 10-18 Uhr