merken

Geldstrafe für Lkw-Fahrer

Im Februar war eine junge Frau an der Bautzner Straße tödlich verletzt worden. Nun ist klar: Schuld trägt der Lasterfahrer.

© Christian Juppe

Der schwere Unfall an der Kreuzung Bautzner Straße/Rothenburger Straße hat nun Konsequenzen für den beteiligten Lastwagenfahrer. Gegen den Mann wurde ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe verhängt, teilt Roland Wirlitsch mit, Richter am Amtsgericht Dresden.

Bei dem Zusammenstoß am 8. Februar war eine 26-jährige Radfahrerin so schwer verletzt worden, dass sie noch an der Unfallstelle verstarb. Die junge Frau war zuvor mit ihrem Fahrrad auf der Bautzner Straße unterwegs gewesen, als sie in Höhe der Kreuzung von dem Lkw erfasst worden war. Dabei stürzte sie so schwer, dass sie unter den Lastwagen geriet. Ein weißes Fahrrad auf dem Fußweg neben der Kreuzung erinnert an den tödlichen Unfall.

Anzeige
Es ist Zeit für Lichtblicke in der Pflege!
Es ist Zeit für Lichtblicke in der Pflege!

Der „Black Friday“ und die „Black Week“ sind vorbei. Das schwarze Jahr für die Pflegekräfte ist dagegen noch längst nicht beendet.

Nach SZ-Informationen muss der Lasterfahrer wegen fahrlässiger Tötung 120 Tagessätze zu je 35 Euro, insgesamt 4 200 Euro, zahlen. Ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes Gutachten war zu dem Schluss gekommen, dass der Fahrer des Betonmischer-Fahrzeugs die Radfahrerin hätte wahrnehmen müssen. Unklar ist, warum er die junge Frau nicht sah. Hätte er den Überholvorgang im Bereich der Kreuzung abgebrochen, wäre es nicht zum Unfall gekommen, so das Gutachten. Begleicht der Unfallverursacher die Geldstrafe, wird es keine förmliche Anklage und keine Hauptverhandlung geben.

Richter Wirlitsch zufolge hat der Rechtsanwalt des Lkw-Fahrers Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt und Akteneinsicht beantragt. Bei einer Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung würden die meisten Beschuldigten den Einspruch aber wieder zurücknehmen, so Wirlitsch weiter. Oft handele es sich bei den Betroffenen um unbescholtene Bürger, die nach einem Verkehrsunfall einen Strafbefehl erhalten.

Die Stadt hatte indes angekündigt, die Unfallkreuzung zu entschärfen. Laut Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) sollte dies bereits in den Sommerferien erfolgen. Nun sind die Herbstferien für den Umbau vorgesehen. Dabei soll ein Fahrleitungsmast der Straßenbahn versetzt und der Gehweg zwei Meter schmaler gestaltet werden. Damit wird Platz für einen Radstreifen geschaffen, der bis zur Nebenfahrbahn der Bautzner führt. Der große Umbau des Abschnitts von der Unfallkreuzung bis zur Glacisstraße ist für 2017 geplant. (SZ/two)