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Gemeinde dringt auf Lärmschutz

Zur B 98-Umfahrung trägt die Gemeinde den Befürchtungen der künftigen Trassen-Anrainer Rechnung.

© Kristin Richter

Von Manfred Müller

Schönfeld. Die Gemeinde hat der Vorplanung für den Bau einer Süd-Umfahrung zugestimmt – allerdings mit zwei Einschränkungen. Zum einen wird in der Stellungnahme darauf hingewiesen, dass Grundstücke am Ortseingang aus Richtung Lampertswalde nur etwa 70 Meter von der neuen Trasse entfernt liegen und deshalb zusätzlichen Lärmschutz benötigen. Wie genau dieser gewährleistet werden soll – ob mit einer straßenbegleitenden Schutzwand oder mit individuellen Lösungen an den Grundstücken oder Gebäuden – bleibt allerdings offen. Die zweite Einschränkung betrifft die geplante Höhe des Straßendammes und der Brückenbauwerke. Diese soll ein Maximum zwischen sechs und sieben Metern über dem bisherigen Bodenprofil erreichen. Dadurch, so die Gemeinde, werde die Häusergruppe an der Straße der MTS praktisch vom Dorf abgekoppelt. Damit sie wenigstens noch im Sichtbereich liegt, wünscht die Gemeinde, dass die Trasse einen Meter niedriger gebaut werden soll. Sie trägt damit auch den Bedenken der Bewohner des Wohngebietes Weinbergsweg/Neuer Weg Rechnung. Diese befürchten, dass der hohe Damm auch für den Eigenheimstandort höhere Lärmbelastungen bringt. Die Anrainer hatten bereits bei der offiziellen Vorstellung der Planungen im November 2017 ihre Sorgen artikuliert.

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Ob die Hinweise der Gemeinde, die sie im Rahmen des Genehmigungsverfahrens äußerte, tatsächlich Gehör finden, bleibt allerdings offen. Das für Planung und Bau verantwortliche Landesamt (Lasuv) hatte bereits damals darauf hingewiesen, dass die Dammhöhe auf die Höhe der drei Brücken abgestimmt sein muss, die auf der 2,2 Kilometer langen Umfahrung notwendig sind. Sie queren zwei Bäche und die Straße der MTS und haben aus bau- und umweltrechtlichen Gründen bestimmte Mindesthöhen. Bei der Straßenunterführung versteht sich von selbst, dass dort auch größere Lkw und Landmaschinen durchpassen müssen. Bei der Brücke über den Röhrichtteichgraben müssen Belange des Naturschutzes beachtet werden. Die Umweltuntersuchung habe ergeben, dass sich entlang des Grabens eine Fledermaus-Flugschneise befindet, so Lasuv-Abteilungsleiter Ronald Faß. Da die Tiere streng geschützt sind, greife hier die Naturschutz-Gesetzgebung und die schreibe vor, dass die Fledermäuse die Umgehungsstraße ungehindert unter- und überfliegen können. Die Brückenmaße lägen also fest, und es sei technisch nicht machbar, die Straße auf so kurzer Strecke wieder dem Geländeniveau anzupassen.

Heckenstreifen wird angelegt

Das Landesamt hatte im November auch versichert, dass durch einen lärmmindernden Straßenbelag alle erforderlichen Schallschutz-Grenzwerte eingehalten werden. Eine gewisse Schall-Entlastung soll zudem die Bepflanzung des Straßendamms bringen, und auch die Anlage eines Heckenstreifens zwischen dem Eigenheimgebiet und der Umgehungsstraße.

Die neue Trasse soll am Firmengelände der Firma Grafe-Beton beginnen, quert mit drei Brücken den Dorfbach, die Straße der MTS und den Röhrichtteichgraben und mündet am Truckstopp hinter dem Ort wieder in die alte B 98 ein. Dass dann die Schönfelder, die am Süd- und Südwestrand des Ortes wohnen, ihre Lebensqualität beeinträchtigt sehen, kam für die Planer nicht ganz unerwartet. Das Lasuv räumt auch ein, dass es im Schönfelder Süden natürlich nicht so still bleiben wird wie bisher. Allerdings würden an keiner Stelle irgendwelche Grenzwerte überschritten. Für den Schönfelder Gemeinderat wiegt die derzeitige Lärmbelastung in der Ortsdurchfahrt aber schwerer. Deshalb hatte Bürgermeister Hans-Joachim Weigel bei der Einwohnerversammlung im November auch an die betroffenen Bürger appelliert, den Bau der Umfahrung nicht durch überzogene Forderungen zu gefährden (die SZ berichtete). Diese können ihre Einwände im Zuge des Genehmigungsverfahrens aber durchaus geltend machen.