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Weißwasser

Gemeinde hilft in der Corona-Krise

Der Gemeinderat Rietschen hat finanzielle Hilfe für Unternehmen und Vereine beschlossen.

Der Tagungsort in der Fema und auch die Anordnung der Sitzplätze ließen die Sitzung des Gemeinderates im April ungewohnt wirken.
Der Tagungsort in der Fema und auch die Anordnung der Sitzplätze ließen die Sitzung des Gemeinderates im April ungewohnt wirken. © Rolf Ullmann

Die Gemeinderäte, welche zugleich auch als Mitglieder im Technischen Ausschuss der Gemeinde tätig sind, absolvierten am Montag einen wahren Sitzungsmarathon. Sie hatten eine umfangreiche Tagesordnung vor sich. Der geplante Fischerei-Erlebnispfad, das Konzept des Vereins Kino-Cafe Rietschen sowie mehrere Beschlüsse zur Vergabe von Bauleistungen standen zur Debatte.

Zu späterer Stunde warf die allgegenwärtige Corona-Krise ihre Schatten in den Saal. Denn auch in Rietschen waren und sind es immer noch zahlreiche Unternehmen, Selbstständige, Freiberufler und Vereine, die von den Auswirkungen der notwendigen Allgemeinverfügungen zur Verhinderung der Ausbreitung des Corona-Virus stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ihnen sind festgeplante Einnahmen durch weggebrochene Aufträge sowie durch die Nichtdurchführung von Veranstaltungen entgangen. Trotz allem müssen sie ihren finanziellen Verpflichtungen, wie Miete, Kredite, Sozialleistungen und weiteren Zahlungen nachkommen. Daran wird sich auch in den kommenden Monaten nichts ändern. Von der Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts einmal ganz abgesehen.

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Die Mitglieder der CDU im Gemeinderat schlugen deshalb vor, dass die Gemeinde Rietschen einen Sofort-Fonds zur finanziellen Unterstützung des genannten Personenkreises bildet. Im Rahmen dieses Fonds stellt die Gemeinde Mittel in Höhe von 50.000 Euro bereit. Kurzfristig und unbürokratisch soll die Auszahlung vonstatten gehen und dadurch finanzielle Schieflagen vermeiden oder zumindest lindern helfen. Tilman Havenstein (CDU) zog die Gemeinde Kodersdorf als Beispiel dafür heran, dass die gewährte Unterstützung sehr positiv als ein Zeichen der Solidarität aufgefasst wurde. Über die Initiative der CDU diskutierten die Gemeinderäte sehr kontrovers. So merkte Robert Meier (WiR) an, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner sagen kann, welche Auswirkung die Krise auf die Betreffenden in einigen Wochen und Monaten haben wird. Denn über den Berg seien wir noch lange nicht, sagte er.Sein Vorschlag lautete daher, mit den Zahlungen noch zu warten. Demgegenüber machte Steffen Schwiebs deutlich, dass Unternehmen und Selbstständigen mit der geplanten Zahlung von 1.000 Euro sehr geholfen wäre, könnten sie doch damit zum Beispiel ihre Beiträge für die Krankenkasse zahlen.

Vereine können den Antrag auf eine Unterstützung von 10 Euro pro Mitglied stellen. Um sich ein Bild von den benötigten Hilfen zu verschaffen, regten die Gemeinderäte an, die Vereine und Andere, die infrage kommen, anzuschreiben. Rund 25 Unternehmen und die Vereine in Rietschen werden so veranlasst, den entsprechenden Antrag auf Unterstützung zu stellen. 

Doch, wer wie viel zu bekommen hat, wird gewiss nicht einfach zu entscheiden sein.Zu Beginn der Marathonsitzung hatte Kinoplanerin Anne Batisweiler aus München den Gemeinderäten in einer Teleschaltung per Internet über das Entwurfskonzept für den Innenausbau des Kinos Rietschen berichtet.

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