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Gemeinde sucht Möbel für Brandopfer

Das Brandhaus in Strocken ist nicht mehr bewohnbar. Die Gemeinde stellt den Familien eine Wohnung zur Verfügung.

Von Sylvia Mende

Das Putzgewebe hängt von den Hauswänden wie Lappen. Die verkohlten Dachbalken liegen auf den Mauern. Von der Photovoltaikanlage sind nur noch die Reste zu sehen. Über ihnen erhebt sich der Schornstein, der allem zu trotzen scheint. Das Fensterglas ist zersplittert. Und es herrscht erdrückende Ruhe an den Ort, an dem bis zu 60 Feuerwehrleute alles dafür taten, um den Brand zu löschen und das Übergreifen des Feuers auf die in der Nähe liegenden Gebäude zu verhindern. Das Wohnhaus der zwei Familien war nicht mehr zu retten. Jetzt ist es einsturzgefährdet. Die vier jungen Leute und ein Kleinkind haben vorerst kein Zuhause mehr. Zurzeit wohnen sie bei Verwandten.

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Der Bürgermeister der Gemeinde Großweitzschen Ulrich Fleischer (parteilos) hat die Unterstützung durch die Gemeinde zugesagt. Fleischer war auch schon in der Brandnacht zum Sonntagmorgen vor Ort. Der Bürgermeister bot den jungen Leuten die große Wohnung in der alten Gallschützer Schule an. Die ist zwar in Ordnung, aber nicht möbliert. Doch da baut der Bürgermeister auf die Hilfsbereitschaft der Bürger. Schon jetzt gibt es Angebote von Leuten, die Möbel zur Verfügung stellen wollen. „Wer helfen möchte, kann sich bei der Gemeindeverwaltung melden. Wir schreiben auf, was wer zur Verfügung stellen kann und notieren die Telefonnummer“, so Ulrich Fleischer. Wenn sich die jungen Leute für eine Wohnung entschieden haben, werden die Spender informiert und die Hilfsaktion kann beginnen. Die Gemeinde hilft ebenfalls in bürokratischen Dingen und stellt etwas Geld zur Verfügung, damit sich die Betroffenen das Notwendigste kaufen können. Denn sie haben nur das, was sie anhatten, als sie aus dem Haus liefen. Alles andere ist verbrannt. Schon am Sonntag bekamen die Betroffenen Hilfe von Nachbarn und Bekannten.

Froh ist jeder, dass den jungen Leuten und dem Kind nichts passiert ist. Das Fachwerkhaus und das dazugehörige Nebengelass haben sie in jahrelanger Arbeit sehr schön gestaltet.

In der Nacht zum Sonntag sind die Feuerwehrleute um 0.41 Uhr alarmiert worden. Beim Eintreffen stand das Wohnhaus schon in Flammen. Sie schlugen auch aus den Fenstern. Glück war, dass sich ein Hydrant gleich unterhalb der Gebäude befand. So konnten die Gallschützer Kameraden, die aufgrund der Nähe ihres Depots als erste vor Ort waren, gleich mit dem Sichern der Nebengebäude beginnen. „Das Wohnhaus war nicht mehr zu retten. Wären die Bewohner noch im Haus gewesen, wir hätten ihnen nicht helfen können“, so Alexander Haupt von der Mockritzer Feuerwehr, der den Einsatz leitete. Einer der beiden Hunde ist umgekommen.

Mithilfe der Drehleiter der Leisniger Wehr konnte der Brand im Wohnhaus von oben gelöscht werden. Gegen 5.30 Uhr am Sonntagmorgen war die Brandbekämpfung beendet. Im Einsatz waren die Wehren der Gemeinde Großweitzschen, Leisnig, Döbeln, Ostrau und Limmritz. „Einige Wehren waren angefordert worden, weil vorab nicht einzuschätzen war, wie viel Löschwasser zur Verfügung steht und ob das ausreichen würde. Also rückten die Wehren mit ihren Tanklöschfahrzeugen an“, so Alexander Haupt. Da sich das Gehöft am Ende einer Stichstraße befindet, war es eine logistische Herausforderung die Anfahrt der Fahrzeuge zu koordinieren. Das Löschwasser kam aus den Löschfahrzeugen, aus dem Hydranten und dem Dorfteich, der mehr Wasser vorrätig hatte, als erwartet. „Nach und nach konnten die Tanklöschfahrzeuge abgelöst werden“, so Alexander Haupt.

Die Feuerwehrleute vermuten, dass sich das Feuer nach einem unentdecktem Schwelbrand rasend schnell ausgebreitet hat. Zweimal rückten die Gallschützer Kameraden am Sonntag aus, um aufflammende Reste zu löschen. Unterstützung erhielten sie von den Leisniger Kameraden, die noch einmal mit ihrer Drehleiter kamen. So konnte das aufkeimende Feuer von oben bekämpft werden. Bereits am Sonntag begannen die Brandursachenermittler der Polizei mit ihrer Arbeit. Hinweise auf Brandstiftung gab es nach den ersten Ermittlungen nicht.

Die jungen Hauseigentümer nahmen gestern erste Sicherungsmaßnahmen mit Bauzäunen vor und sperrten das Grundstück ab. Ein Schild „Betreten verboten“ soll ebenfalls Schaulustige davon abhalten, das Grundstück zu betreten. Wie es für die Betroffenen weitergeht, wissen sie selbst noch nicht genau. Viele Bekannte würden fragen, wie sie helfen könnten, doch das wissen die Strockener selbst noch nicht. Sie wollten weder mit der Presse noch dem Fernsehteam, das vor Ort war, reden.

Wer helfen und Möbel zur Verfügung stellen will, kann sich bei der Gemeinde unter Tel. 03431 66280 melden.