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Zwei neue Klassenzimmer benötigt

© Symbolbild/dpa

Jetzt wird umgezogen und angebaut. Die Gemeinde Lampertswalde hat plötzlich viele Kinder.

Von Birgit Ulbricht

Lampertswalde. Vor acht Jahren hat die Gemeinde noch ein Klassenzimmer in der Grundschule abgetrennt und daraus annehmbar Räume für Direktor und Sekretariat gemacht. Heute wiegt Bürgermeister Wolfgang Hoffmann bedenklich den Kopf. „Nein, falsch war das nicht, aber heute brauchen wir unbedingt zwei Klassenräume. So schnell kann es gehen“, so Hoffmann. Damals hat niemand damit gerechnet, dass die Schule durchgängig zweizügig belegt ist. Am Südgiebel soll deshalb ein Anbau kommen. Geschätzter Kostenpunkt: rund 300 000 Euro.

Bis Ende August wird der Förderantrag gestellt, 2019 soll gebaut werden. Bislang hangelt sich die Gemeinde etwas durch – eine Klasse ist meistens beim Sportunterricht, so war die Überlegung zunächst. Doch da in Sachsen auch die Sportstunden gekürzt werden, ist dieser Winkelzug wohl nicht mehr möglich. Noch während der Bürgermeister diese Fakten vorträgt, klingelt das Telefon. Eine Mutter ist am Hörer, die wissen möchte, wann sie ihr Kind spätestens in der Krippe anmelden muss. Sie hätte erfahren, die Plätze würden knapp. Hoffmann kann die junge Mutter beruhigen. Wer in Lampertswalde wohnt, soll auch weiterhin einen Krippen-, Kita- oder Hortplatz bekommen. Dafür muss die Gemeinde allerdings gehörig jonglieren, denn auch hier gibt es plötzlich einen Kinderboom wie beim Nachbarn in Thiendorf. Mit Containern wollen die Lampertswalder aber nicht erst anfangen – sie haben noch genügend Räume. Nur dafür muss sortiert werden. Der erste, auch heftig umstrittene Schritt, war der Umzug der Bücherei ins alte Gemeindeamt.

Dafür wird Platz in der alten Schule, die jetzt eine Fluchttreppe bekommt und dann weiteren Hortkinder ein Zuhause bietet. Auf 90 Hort-Plätze soll die Kapazität insgesamt steigen. Auch die größeren Gruppen der Kitakinder ziehen im Sommer 2019 mit in die alte Schule. Dafür wird in der Kinderkrippe an der Blochwitzer etwas Luft, die dringend benötigt wird, wie der Anruf der jungen Mutter just belegt.

Und was wird eigentlich aus den Senioren, die sich bislang zu ihren Nachmittagen in der alten Schule getroffen haben? Die finden dann im Dorfgemeinschaftshaus statt. Einen Aufzug gibt es, sodass auch das keine Probleme bereiten dürfte.