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„Gemeinderat bringt uns in Misskredit“

In einem Offenen Brief kritisieren Mitarbeiter der Verwaltung den Gemeinderat und verteidigen den Amtschef.

© Claudia Hübschmann

Käbschütztal. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Käbschütztal fühlen sich vom Gemeinderat ungerecht behandelt. Jetzt haben sie in einem Offenen Brief an den Rat ihrem Unmut Luft gemacht. Der Gemeinderat hatte dem Bürgermeister fehlende Präsenz in der Verwaltung vorgeworfen und im Zusammenhang damit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber Vertrauensschwund in die Leistungsfähigkeit der Verwaltung erklärt. „Anscheinend ist es hier zu einer Urteilsbildung gekommen ohne Nachfrage bei den Beschäftigten und möglicherweise, ohne sich ein persönliches Bild gemacht zu haben“, heißt es in dem Brief, der 17 Unterschriften trägt. Es sei sehr befremdlich, dass solche Aussagen ohne erkennbare Begründung einfach in den Raum gestellt würden, heißt es weiter. Damit würden alle Beschäftigten der Gemeinde Käbschütztal gleichermaßen in Misskredit gebracht.

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Der Gemeinderat habe 2015 beschlossen, dass der Bürgermeister nur noch ehrenamtlich arbeiten soll. „Sie werden nicht angenommen haben, dass er dies im Umfang einer 40-Stunden-Arbeitswoche erledigen wird“, schreiben sie weiter. Herr Klingor sei zweimal pro Woche im Haus. Meist sei dies dienstags und freitags der Fall. So könnten Aufgaben verteilt, deren Erledigung besprochen und Unterschriften geleistet werden. Daneben nehme der Bürgermeister Termine in der Landkreisbehörde und anderen Institutionen wahr. Ebenso erfülle er seine Aufgaben als Vertreter der Gemeinde bei Enso, Wirtschaftsförderung, Förderverein Lommatzscher Pflege, Zweckverband Wasserversorgung, Schule und Feuerwehren. Sei er nicht im Haus, erfolgten alle Abstimmungen per Telefon oder Mail. Klingor sei für die Mitarbeiter durchgängig erreichbar. Beschwerden von Bürgern oder Behörden wegen mangelnder oder unrichtiger Verwaltungstätigkeit lägen nicht vor. Anliegen der Bürger würden zeitnah bearbeitet. „Im Gegensatz zur Auffassung des Gemeinderates äußern sich gerade Menschen, die von außerhalb nach Käbschütztal ziehen, lobend über die Erledigung ihrer Wünsche und den Umgang miteinander“, so die Beschäftigten. Auf dieses Selbstverständnis, dass die Gemeinde als Dienstleister für ihre Einwohner fungiere, habe Herr Klingor seit seinem Amtsantritt in Käbschütztal am 1. August 2001 besonderen Wert gelegt. „Unsere Arbeitseinstellung hat sich seit der Ehrenamtlichkeit des Bürgermeisters nicht verändert“, schließt der Offene Brief. (SZ/jm)