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Generationenwechsel im Schach

Die Schachfans in aller Welt freuen sich auf ein neues WM-Duell. Norwegens Superstar Magnus Carlsen muss seinen Titel gegen den Russen Sergej Karjakin verteidigen. Beide Großmeister sind jung und spielstark.

© imago

Dagobert Kohlmeyer

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Moskau. Der Generationenwechsel im Weltschach ist perfekt. Durch seinen Sieg im Moskauer Kandidatenturnier hat der 26-jährige Russe Sergej Karjakin das Recht erworben, den fast gleichaltrigen Titelverteidiger Magnus Carlsen aus Norwegen herauszufordern. Das Match der jungen Super-Großmeister soll vom 11. bis 30. November in New York stattfinden. Am Finaltag feiert Carlsen seinen 26. Geburtstag - ob weiterhin als Weltmeister, ist nach dem starken Auftritt von Karjakin offen.

„Es wird ein unglaublich hartes WM-Match werden. Karjakin hat starke Nerven, und er ist nur schwer zu schlagen“, sagte Carlsens Manager Espen Agdestein der norwegischen Nachrichtenagentur NTB. Der Champion hatte Karjakin bereits vor Beginn des Kandidatenturniers mit acht Großmeistern auf der Rechnung. Andere Experten schätzten den Russen trotz des Heimvorteils nicht so stark ein - er wird derzeit in der Weltrangliste nur auf Platz 13 geführt.

Doch in einer spannenden Finalpartie bewies Karjakin am Ostermontag seine ungewöhnliche Nervenstäre. Er besiegte seinen schärfsten Rivalen Fabiano Caruana aus den USA und gewann die WM-Qualifikation dadurch mit einem Punkt Vorsprung. Dritter hinter Caruana wurde Ex-Weltmeister Viswanathan Anand aus Indien, der die beiden zurückliegenden WM-Duelle mit Carlsen bestritten hatte. Der 46 Jahre alte Anand spielt zwar angriffslustig, doch vier Siege und drei Niederlagen reichten nicht, um das WM-Duell der Youngster zu verhindern.

Beide WM-Finalisten wurden im Jahr 1990 geboren und machten schon sehr früh auf sich aufmerksam. Während Karjakin bereits mit zwölf Jahren und sieben Monaten jüngster Großmeister wurde, erwarb Carlsen den Doktorhut des Schachs mit 13 Jahren. Als Teenager hatte Karjakin, der aus der Ukraine stammt, zunächst die größeren Erfolge, ehe er von Carlsen übertroffen wurde.

Seit 2009 ist der Herausforderer russischer Staatsbürger und spielt auch für das dortige Nationalteam. „Der Verbandswechsel sollte meine Chancen verbessern, Weltmeister zu werden. Mein Sieg im Kandidatenturnier ist das bisher beste Ergebnis in meiner Karriere“, erklärte der glückliche Gewinner in Moskau. Vor zwei Jahren war Karjakin bereits Zweiter in diesem Wettbewerb hinter Anand geworden. Jetzt beginnt mit dem Duell Carlsen gegen Karjakin endgültig eine neue Zeitrechnung im Weltschach. (dpa)