merken

Gentest beweist: Es war ein Wolf

Es hat lange gedauert nach dem Wolfsriss im Oktober. Nun liegt ein erstes Ergebnis vor. Doch weitere Untersuchungen folgen.

Von Franz Herz

Detlef Uhlig, der Wolfsbeauftragte des Landkreises, hat gut gearbeitet. Die Speichelproben, die er am 31. Oktober nach dem Wolfsriss an den toten Schafen in Obercarsdorf genommen hat, reichen aus für eine genetische Untersuchung. Nun liegt ein erstes Ergebnis davon vor und das beweist mit hundertprozentiger Sicherheit: Es war ein Wolf, der die Schafe in Obercarsdorf gerissen hat. Diese Information hat Uhlig inzwischen erhalten, wie er berichtet.

Küchen-Profi-Center Hülsbusch
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Schon Goethe wusste: Essen soll zuerst das Auge erfassen und dann den Magen. Das gelingt besonders gut in einer schicken neuen Küche. Jetzt zum Küchen-Profi-Center Hülsbusch und sich beraten lassen.

Die Proben sind damals ans Senckenberg-Museum Görlitz gegangen zur Untersuchung im DNA-Labor. Dessen Aussage ist jetzt ein Zwischenergebnis. „Die werden bei Senckenberg noch eine Analyse der mitochondrialen DNA nachschieben“, sagt Uhlig. Wenn diese Untersuchung ebenfalls gelingt, kann sie die Abstammung des Tieres nachweisen. Mit dem Erbgut, das in bestimmten Zellbestandteilen, den Mitochondrien, enthalten ist, lassen sich Rückschlüsse auf die Vorfahren des Tieres ziehen. Im Falle des Obercarsdorfer Wolfs erhoffen sich die Fachleute Aussagen dazu, woher das Tier stammt. Ist es aus einem der bekannten Rudel in der Lausitz, der Königsbrücker Heide oder im Hohwaldgebiet abgewandert? Kommt es von woanders her? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, da Wölfe in der Lage sind, sehr weite Strecken zurückzulegen.

In der Nacht zum 31. Oktober hat ein Wolf in einem Schafspferch in Obercarsdorf ein Tier getötet und großteils gefressen. Weitere Schafe hat er verletzt. Mehrere davon mussten notgeschlachtet werden. Insgesamt hat er sieben Tiere angegriffen.

Schon im Oktober ging Uhlig angesichts der Bissspuren davon aus, dass dort mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf geräubert hat. Uhlig hat damals versucht, von den Bissstellen Proben zu nehmen. Das ist ein schwieriges Unternehmen, da Speichel ja nicht sichtbar ist. Aber es ist ihm offenbar gelungen, brauchbares Material für die Untersuchung zu liefern. Damit wurde sein erstes Gutachten nun mit letzter Gewissheit bestätigt.

Seit dem Riss in Obercarsdorf hat es mehrfach Vorfälle gegeben, die darauf schließen lassen, dass ein Wolf im Osterzgebirge lebt. Im Februar wurde in Klingenberg ein Schaf gerissen und die Spuren sprechen auch hier dafür, dass dort ein Wolf zugeschlagen hat. Im Tharandter Wald haben Jäger ein Heulen gehört, dass sie nur dem grauen Raubtier zuordnen können.

Doch der Wolf ist nicht an allem schuld. Andere Fälle, wo beispielsweise ein totes Reh in Reichstädt gefunden wurde oder bei Niederbobritzsch ein Lamm getötet wurde, sind nach dem Urteil von Experten nicht auf Wölfe zurückzuführen, sondern auf kleinere Raubtiere wie Füchse oder wildernde Hunde.