Merken

Geologen stoßen auf große Erzlagerstätte in Sachsen

Bei der Suche nach Erz haben Experten im Osterzgebirge Hinweise auf eine größere Lagerstätte des wichtigen Metalls Molybdän gefunden.

Teilen
Folgen

Dresden. „Es ist das weltweit größte Vorkommen, von dem ich in den letzten drei Jahren erfahren habe“, sagte Wolfgang Schilka der SZ. Der Geologe leitete bis 1992 die Zinnerz GmbH Altenberg und berät heute die kanadische Firma Tinco Exploration bei der Erkundung.

Die Fundstätte befindet sich bei Sadisdorf im Osterzgebirge. In diesem Gebiet war bereits in den 1980er-Jahren gebohrt worden. Mit der Wende wurde die Suche jedoch beendet. Jetzt will die Firma Tinco die Erkundung verstärken. Auf einer Fläche von zwölf Hektar sollen noch in diesem Jahr Bohrungen in Tiefen bis zu 150Metern erfolgen. Voraussetzung ist eine Genehmigung vom Oberbergamt Freiberg.

Schilka ist überzeugt, dass sich bei Sadisdorf ein Abbau von Molybdän lohnt. Das Metall wird vor allem zur Herstellung von Edelstahl benötigt. Speziallegierungen finden in der Luft- und Raumfahrt Verwendung. Auch die Chipindustrie braucht Molybdän.

Dieses Metall ist bereits der zweite weltweit wichtige Rohstoff, der binnen weniger Monate für Aufsehen im Erzgebirge sorgt. Zum Jahresanfang hatten Freiberger Wissenschaftler von großen Mengen Indium berichtet. Dieses Metall ist heute schon knapp und wird immer wichtiger für Bildschirme und Chips. Auch dazu laufen derzeit Erkundungen im Erzgebirge.

Auf Eis liegt allerdings die Erkundung der Kupferlagerstätte bei Spremberg durch die KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass der polnische Konzern KGHM Cuprum eine benachbarte Lagerstätte bei Weißwasser untersuchen will.