merken

Leben und Stil

Geprellte Rentner gründen Verein 

Weil Senioren auf private Vorsorge Sozialbeiträge abgeben müssen, gingen sie bereits in Dresden auf die Straße. In der Lausitz verbünden sie sich nun.

© Kai Remmers/dpa (Symbolfoto)

Der Verein der Direktversicherungsgeschädigten gründet am kommenden Dienstag in Dürrhennersdorf die Regionalgruppe Oberlausitz/Niederschlesien. „Wir richten uns damit an alle, die vor 2004 eine Direktversicherung abgeschlossen haben, um zusätzlich fürs Alter vorzusorgen“, sagt Vereinssprecher Jürgen Heinzmann. 

Mit Renteneintritt müssen sie ihre Sozialbeiträge darauf ein zweites Mal bezahlen. Das regelt das „Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenkassen“ vom 1. Januar 2004 rückwirkend auch für eher abgeschlossene Verträge. Bis Ende 2003 wurde die private Vorsorge aber vom Nettogehalt abgezogen. „Die Abgaben an Kranken- und Pflegeversicherung sind also schon abgeführt und wir um einen Teil unserer privaten Vorsorge geprellt“, so Heinzmann. 

Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Inzwischen hat die Politik reagiert. Betriebsrentner werden ab dem kommenden Jahr von Beiträgen für die Krankenkasse entlastet. Das Bundeskabinett hatte am Montag in Meseberg einen entsprechenden Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beschlossen. Ab 1. Januar 2020 soll ein Freibetrag von 159,25 Euro gelten. Das heißt: Erst ab dieser Höhe werden Krankenkassenbeiträge auf die Betriebsrente fällig. Zu zahlen sind der Beitragssatz der jeweiligen Krankenkasse inklusive Zusatzbeitrag. "Das geht uns nicht weit genug", kritisiert Heinzmann. Der Verein tritt dafür ein, dass die Mehrfachverbeitragung generell gestoppt und die Betroffenen entschädigt werden. 

Zur Gründung der Regionalgruppe in Dürrhennersdorf sind mehrere Bundestagsabgeordnete verschiedener Parteien eingeladen. Sie wird neben denen in Dresden und Chemnitz die dritte in Sachsen sein. Deutschlandweit organisieren sich über 3.000 Betroffene. (rnw/sp)

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Rentner demonstrieren heute gegen Rentenklau

Weil Rentner auf private Vorsorge Sozialbeiträge abgeben müssen, gehen sie heute in Dresden auf die Straße. Die Politik sucht nach Lösungen.

Termin: 26. November, 14 Uhr, Dürrhennersdorf, Gasthaus Schützenhaus. Weitere Informationen finden Sie hier.