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Gerade darum nach Sachsen

Es geht bei der Reiseziel-Wahl schließlich nicht darum, Solidarität oder Sympathie mit einer politischen Richtung am Zielort zu bezeigen, meint Peter Anderson.

© Claudia Hübschmann

Bitte sehen Sie es mir nach: Obwohl der Brexit viele Menschen empört hat und die Briten jetzt gern als Deppen unter den Europäern dargestellt werden, fahre ich demnächst nach England. Auch noch in die Grafschaft Yorkshire, wo knapp 60 Prozent sich für einen Auszug aus der Europäischen Union ausgesprochen haben. Bin ich deshalb jetzt ein Brexit-Befürworter?

Nein, denn es geht bei der Reisewahl schließlich nicht darum, Solidarität oder Sympathie mit einer politischen Richtung am Zielort zu bezeigen. Ich möchte England einfach einmal wiedersehen. Zwei Jahre habe ich dort in den 90er Jahren gelebt. Wie schaut es jetzt in dem Land aus? Wie geht es den Menschen? Und was hat sie zu ihrem Votum für den Brexit bewegt? Das sind Fragen, die mich im Vorfeld der Reise bewegen. Ich möchte darüber mit meiner Vermieterin reden, mit den Gästen im Pub um die Ecke, dem Verkäufer an der Fish & Ships-Bude, den Anglern am Fluss Ouse.

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Das Beispiel zeigt, wie krude eine Logik wäre, die Sachsen nach dem Wahlsieg der AfD als Reiseziel von der Landkarte streicht. Müsste der am vergangenen Wochenende erlebte Erdrutsch in der politischen Landschaft nicht im Gegenteil gerade ein Grund sein, sich als Homo politicus ins Auto zu setzen und nach den Ursachen dafür zu forschen? Sind nicht Nachrichten aus erster Hand, eigene Erlebnisse und direkte Gespräche die beste Grundlage, sich eine fundierte Meinung über das Geschehene zu bilden? Und für die – die sich nicht für Politik interessieren – gibt es ja immer noch die Weinberge, das Porzellan und den Elberadweg.

E-Mail an Peter Anderson