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Gericht verbietet Buschmännern Wasser

Gaborone. In einem der trockensten Gebiete weltweit dürfen Ureinwohner laut einer Gerichtsentscheidung nicht nach Wasser bohren. Die Buschmänner in Botsuana dürften auch einen bereits vorhandenen Brunnen...

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Gaborone. In einem der trockensten Gebiete weltweit dürfen Ureinwohner laut einer Gerichtsentscheidung nicht nach Wasser bohren. Die Buschmänner in Botsuana dürften auch einen bereits vorhandenen Brunnen auf ihrem traditionellen Land im Wildpark Kalahari nicht nutzen, urteilte das Hohe Gericht am Mittwoch. Die Regierung vertritt die Auffassung, dass die Präsenz der Buschmänner in dem Reservat nicht mit dem Schutz der Wildtiere vereinbar ist. Außerdem biete das Leben in dem Gebiet keine Perspektive.

Die Regierung hatte die eingeborenen Bewohner wegen Ansprüchen von Diamantminen und eines Luxusressorts für Touristen umsiedeln lassen. 2006 entschied ein anderes Gericht, dass die Buschmänner in ihre wüstenartige Heimat zurückkehren dürften.

Hunderte kamen daraufhin zurück. Indem ihnen der Zugang zu Wasser verwehrt werde, sollten sie abermals vertrieben werden, kritisierten sie. Ein Sprecher der Buschmänner sagte, es werde geprüft, Rechtsmittel gegen das Urteil des Hohen Gerichts einzulegen. „Das ist ein trauriger Tag“, sagte Jumanda Gakelebone. „Wenn wir kein Wasser haben, wie sollen wir denn leben?“ Er verwies darauf, dass sich ein Touristenressort mit Bar und Swimmingpool sowie Brunnen auf Diamantfeldern in wenigen Kilometern Entfernung von Siedlungen der Buschmänner befänden.

„Einer der unwirtlichsten Orte weltweit für Ureinwohner“

Die Organisation Survival International, die weltweit Ureinwohner unterstützt, kritisierte das Urteil. In den vergangenen zehn Jahren sei das Land im Süden Afrikas „zu einem der unwirtlichsten Orte weltweit für Ureinwohner geworden“, erklärte der Direktor von Survival International, Stephen Corry. Wenn Buschmännern Wasser auf ihrem Land verwehrt werde, während es für Touristen und Diamantenminen großzügig zur Verfügung gestellt werde, sollten sich Ausländer fragen, „ob sie dieses Regime wirklich mit ihren Besuchen und Schmuckeinkäufen unterstützen wollen.“ (apn)