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Gericht verhandelt Klage gegen Waldschlößchenbrücke

Wegen der Brücke verlor das Elbtal seinen Status als Weltkulturerbe. Nun ist sie Normalität und der Verkehr rollt. Doch es ist noch eine Klage zu verhandeln.

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© dpa

Leipzig. Der Verkehr rollt seit vorigem August über die umstrittene Waldschlößchenbrücke in Dresden. Doch das Bundesverwaltungsgericht befasst sich an diesem Donnerstag mit einer Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2004.

Geklagt hat laut Gericht der Naturschutzverein Grüne Liga. Wegen der Brücke, die sich an der breitesten Stelle über die Elbe und deren Auen spannt, hatte die Unesco die einzigartige Flusslandschaft 2009 von der Liste der Weltkulturerbestätten gelöscht.

Die Naturschützer wollen, dass der Planfeststellungsbeschluss aufgehoben wird, weil er ihrer Meinung nach nicht mit den Anforderungen des europäischen Naturschutzrechts in Einklang steht. Sie sehen den Lebensraum von Tieren und Pflanzen beeinträchtigt.

Das Verwaltungsgericht Dresden und das Oberverwaltungsgericht OVG in Bautzen hatten die Klage abgewiesen. Die Grüne Liga sei eine anerkannte Naturschutzvereinigung. Sie sei dazu berufen, geltendes Naturschutzrecht gerichtlich durchzusetzen, betonte deren Rechtsanwalt Martin Gellermann.

Es gebe viele rechtliche Fragen, die noch ungeklärt seien. Deshalb habe das OVG eine Revision auch zugelassen, sagte Gellermann. Da sei zum Beispiel die Frage, welche Anforderungen an Alternativen-Prüfungen zu stellen sind. Nicht festlegen wollte sich der Anwalt, was geschehen müsste, sollten die obersten Verwaltungsrichter des Planfeststellungsbeschluss tatsächlich aufheben. (dpa)