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Erstes Computerkabinett für Gersdorf

Weil der Standort der Grundschule lange nicht sicher war, hat die Stadt Hartha wenig investiert. Das ändert sich jetzt.

© Dietmar Thomas

Von Cathrin Reichelt

Hartha. Erst vor wenigen Augenblicken hat sich Damian an den Computer gesetzt, schon schnipst sein Arm nach oben. „Ich hab’s geschafft“, freut sich der Drittklässler. Und klickt auch schon weiter. Als Erster hat er die Mathematikaufgaben gelöst, die auf dem Bildschirm erscheinen. Im Verlauf der Unterrichtsstunde eilt er den anderen fünf Mädchen und Jungen dieser Gruppe weiter davon. Am Ende hat er gerade den fünften Aufgabenkomplex abgeschlossen. Die anderen sind beim zweiten, dritten oder vierten. Jeder Schüler hat nach seinem eigenen Rhythmus gearbeitet. Genau das ist auch gewollt. Lehrerin Kerstin Steurer schreibt sich den Stand jedes Einzelnen auf. In der nächsten Stunde werden sich die Kinder wieder an denselben Computerplatz setzen und genau dort weitermachen, wo sie diesmal aufgehört haben.

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Seit Beginn dieses Schuljahres gibt es in der Grundschule Gersdorf erstmals ein Computerkabinett. Bisher standen in jedem Klassenzimmer zwei Geräte. Aber die waren inzwischen veraltet. Außerdem konnten die Schüler nur in Gruppen daran arbeiten und nicht einzeln. „Unser Schulstandort war über viele Jahre nicht gesichert. Durch den jahrgangsübergreifenden Unterricht hat sich das geändert“, begründet Schulleiter Jörg Keul, weshalb die Stadt Hartha als Schulträger erst jetzt in die moderne Technik investiert hat. Für die Computer und die Installation der acht Arbeitsplätze sowie des Platzes am Lehrertisch wurden rund 9 000 Euro ausgegeben, erklärt Kämmerin Barbara Müller.

Die Schule hat für die Fächer Mathematik und Deutsch der dritten und vierten Klassen Lernsoftware angeschafft. Die orientiert sich nicht nur an den entsprechenden Lehrbüchern. Sie greift auch Motive aus den Büchern auf, wie den kleinen Hund. Der begleitet die Kinder durchs Mathebuch und stellt ihnen auch die Aufgaben am Computer.

Zurzeit erfolgt noch eine Art Förderunterricht, damit die Kinder Schritt für Schritt den Umgang mit dem Computer lernen. Zwar besitzen alle Eltern einen Computer, aber einige der Mädchen und Jungen dürfen ihn noch nicht nutzen. So wie Leonie. Aber sie hofft, dass sie zum Geburtstag einen bekommt, sagt sie mit strahlenden Augen. Auch Mia schüttelt den Kopf. Larissa beschäftigt sich ab und zu Zuhause mit Rechen- und Deutschspielen. Ephraim löst Knobelaufgaben. Madonna scheint im Unterricht zum ersten Mal mit einer Computermaus zu arbeiten. Ihr tut nach einiger Zeit der Arm weh. Doch sie schüttelt ihn kurz und mit den Worten: „Aber Spaß macht’s“, löst sie schon wieder die nächste Aufgabe. Man merkt den Kindern nicht an, dass sie schon fünf Unterrichtsstunden hinter sich haben. Auch in der sechsten sind sie hoch konzentriert.

Die Arbeit mit dem Computer soll künftig Bestandteil des ganz normalen Deutsch- und Mathematikunterrichts, später auch in Sachkunde, werden. Einen Zeitpunkt nennt Schulleiter Keul noch nicht. „Erst müssen die Kinder sicher im Umgang mit der modernen Technik werden“, sagt er. Die gehöre heute in den weiterführenden Schulen selbstverständlich dazu. Deshalb wolle die Grundschule den Kindern schon die Grundkenntnisse vermitteln.