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Dynamo

Fußball-Reporter Gert Zimmermann ist tot

Der Sportreporter berichtete seit 1990 im Radio live von den Spielen sächsischer Fußballvereine. Vor allem bei Dynamo ist die Trauer groß.

War mit seinem Fußball-Talk oft im Schönfelder Traumschloss zu Gast: Gert Zimmermann.
War mit seinem Fußball-Talk oft im Schönfelder Traumschloss zu Gast: Gert Zimmermann. © Kristin Richter

Seine Stimme ist Fußballfans in Sachsen vertraut wie kaum eine andere: Gert Zimmermann, den alle stets nur "Zimmi" nannten. An diesem Dienstag ist der Sportreporter im Alter von 69 Jahren verstorben. Das berichtet der MDR, für den er seit 1990 tätig war. 

Am 9. Februar 1951 in Dresden geboren, arbeitete Zimmermann nach einem Volontariat beim Radio zunächst als Kellner im Interhotel Newa. Daneben berichtete er für die Zeitung Die Union - vor allem über Dynamo. 

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In einem Nachruf erinnern die Schwarz-Gelben zudem an die Zeit von 1988 bis 1991, als "Zimmi" als Stadionsprecher der Dresdner Kultstatus erreichte. „Mit den spektakulären, unterhaltsamen und kultigen Stadionshows zu den Europapokal-Spielen von Dynamo Dresden Ende der 1980er Jahre war er seiner Zeit ein ganzes Stück voraus", erinnert sich Präsident Holger Scholze. 

Ein Zeichen der Würdigung für diese Zeit war auch Zimmermanns einmaliges  Stadionsprecher-Comeback beim Spiel gegen Schalke 04 anlässlich der Eröffnung des Neubaus des Harbig-Stadions 2009.

Nach der Wiedervereinigung hatte Zimmermann sein Hobby zum Beruf gemacht, wurde Sportchef bei MDR Radio Sachsen. Bekannt war er für seine besonders leidenschaftlichen Reportage-Stil, seine Sprachbilder waren blumig, die Stimme wurde auch mal laut. Nicht allen gefiel diese emotionale Art, manche empfanden ihn als parteiisch. Dabei saß er auch bei Spielen von RB Leipzig, Erzgebirge Aue, dem Chemnitzer FC oder FSV Zwickau im Stadion.

Ein Foto von Gert Zimmermann aus dem Februar 2020.
Ein Foto von Gert Zimmermann aus dem Februar 2020. © Foto: Anne Hübschmann

Nicht nur in Sachsen war Zimmermann unterwegs, er berichtete von der Fußball-EM 1992 in Schweden, war bei der Fußball-WM 1994 in den USA. Bei den Olympischen Winterspiele in Turin 2006 und Vancouver 2010 moderierte er die Abende im Sächsischen Haus. Sein letztes Spiel, das er besuchte, war die Champions-League-Partie zwischen RB Leipzig und Tottenham Hotspur am 10. März. 

Der in zwei Wochen aus dem Amt scheidende Sportgeschäftsführer Ralf Minge erlebte Zimmermann als „einen mutigen Menschen, schon zu einer Zeit, wo viele politisch und gesellschaftlich lieber angepasst waren, um vor allem in der DDR nicht anzuecken. Er hat sich ganz einfach was in seinem Leben getraut – zumeist auf kreative, unterhaltsame und intelligente Weise.“

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Dabei lagen die beiden nicht immer auf einer Wellenlänge: „Wir haben uns hinter den Kulissen oft aneinander gerieben und doch waren wir stets auch in gegenseitiger Achtung miteinander verbunden. Er konnte nicht nur austeilen, sondern hat mit Anstand auch eingesteckt, wenn es der Sache diente. Er stand mit seinem Namen und seinem Gesicht für das, was er tat. Auf seinen Weg können er und seine Familie stolz sein, denn seine Karriere als Reporter gibt es so wohl kein zweites Mal“, so Minge.

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