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Geschäftshaus wird saniert

Das Denkmal im Stil der Neuen Sachlichkeit am Pirnaischen Platz soll neu belebt werden. Welche Läden eröffnen, ist derzeit aber noch offen.

© Christian Juppe

Von Nora Domschke

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Das Geschäftshaus am Eingang zur Wilsdruffer Straße ist seit einigen Wochen eingerüstet. Ein großes Banner verrät, dass Läden und Büros in das achtstöckige Haus einziehen werden. Dafür lässt der neue Eigentümer, die Deutsche Wohnen AG mit Sitz in Frankfurt/Main, das denkmalgeschützte Gebäude nun umfassend sanieren. Im dritten Quartal dieses Jahres soll alles fertig sein.

Damit soll das seit Jahren leer stehende Haus, das 1960 im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet wurde, wiederbelebt werden. Zuletzt nutzten einige Künstler die Räume in den oberen Etagen für ihre Ausstellungen. Im Erdgeschoss gab es ein Taschengeschäft. Die Suche nach neuen Mietern ist offenbar langwierig. „Wir rechnen damit, dass das Objekt ab Anfang 2017 komplett vermietet sein wird“, sagt Julian Pinnig, Sprecher des Unternehmens. Das markante Haus soll – wie bisher – ausschließlich für Gewerbezwecke genutzt werden. Welche Läden im Erdgeschoss und in der ersten Etage eröffnen, kann Pinnig derzeit noch nicht sagen. Die darüber liegenden Stockwerke werden als Büros vermietet. Dafür werden die inneren Strukturen des Gebäudes verändert. „Es wird komplett entkernt“, sagt Pinnig. Wände werden abgerissen, um auf den 2 800 Quadratmetern neue Räume zuschaffen. Zudem sollen die Fenster erneuert und die Lüftung modernisiert werden. Unverändert bleiben muss indes die Fassadenkonstruktion mit den roten Keramikplatten, die am Pirnaischen Platz den Übergang zur Architektur der Wilsdruffer Straße markiert. Von außen heute noch gut zu erkennen sind die großen Schaufenster der Geschäfte in den unteren beiden Etagen. In diesen Räumen, die über eine geschwungene Treppe verbunden waren, wurden einst Sportartikel verkauft. Das Geschäft war in den 1980er-Jahren eine der besten Dresdner Adressen für Sportbekleidung und auch über die Stadtgrenze bekannt.

Wie viel Geld die Deutsche Wohnen AG in die Sanierung des Büro- und Geschäftshauses investiert, verrät Pinnig nicht. Das Münchner Unternehmen Hirmer Immobilien, bis Anfang 2015 Eigentümer des Hauses, veranschlagte dafür eine Summe von rund 7,4 Millionen Euro. Fest steht, dass mit der Sanierung nun ein wichtiges Stück der frühen DDR-Baugeschichte, entworfen von den Architekten Herbert Terpitz und Heinz Mersiowsky, neuen Glanz bekommt.