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Geschenk zum Ortsjubiläum

Anderswo müssen kulturelle Einrichtungen schließen. Die Schellerhauer machen es umgekehrt. Wie das funktioniert.

© Egbert Kamprath

Von Mandy Schaks

Altenberg. Wenn das Interesse am neuen Kunsthaus in Schellerhau wie zur Eröffnung am Wochenende anhält, muss den Initiatoren um Dietrich Papsch nicht bange werden. „Es war ein wunderschöner Erfolg“, freut sich der 80-Jährige, der mit Ehrenamtlern und Unterstützung der Stadt Altenberg aus der geschlossenen Gaststätte Heimatstuben eine Galerie gemacht hat. Auch das kleine Heimatmuseum in dem städtischen Gebäude, das nach der Schließung des Gasthofes vor zwei Jahren auch nicht mehr offen war, kann jetzt wieder besucht werden.

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Über 100 Gäste kamen zur ersten Ausstellung, selbst aus München, Hamburg und Dresden. „Ich habe das wirklich nicht erwartet“, so Papsch. Die erste Ausstellung ist ein Streifzug durch 400 Jahre Kunst in Schellerhau, geschaffen von den Einwohnern selbst oder durch auswärtige Künstler, die in dem reizvollen Ort ihre Motive und Anregungen fanden. Die Schau stellt Werke von 22 Künstlern vor, vereint die Arbeiten von Profis und Autodidakten. Sie ist sozusagen ein Geburtstagsgeschenk für Schellerhau, das vom 15. bis 17. Juni das 475-jährige Ortsjubiläum und 425 Jahre Kirchweihe feiert. Gezeigt wird die Ausstellung bis zum 30. September. Danach haben sich die Schmiedeberger Mosaikkünstler Klaus-Peter Dyroff und seine Tochter Anna angekündigt, die in diesen schönen Räumen auch ihre Arbeiten präsentieren wollen, wo früher nicht nur Bier ausgeschenkt wurde, sondern der Bürgermeister der einst selbstständigen Gemeinde Schellerhau auch seinen Sitz hatte. Neben Ausstellungen planen die Initiatoren auch kleine Konzerte und Lesungen. Eintritt wird wie auch beim Besuch von Galerie und Museum nicht verlangt, aber über eine Spende freuen sich die Organisatoren. „Wir wissen noch nicht, was an Betriebskosten auf uns zukommt“, so Papsch. Nach der Einweihung sieht er dem nicht mehr mit so großer Sorge entgegen. Obwohl zur Eröffnung noch gar kein Hut herumlag, gab es Spenden, wie auch schon im Vorfeld. Auch das Ahorn Waldhotel gleich vis-à-vis unterstützte nicht nur die Eröffnungsfeier. Das größte Hotel im oberen Osterzgebirge freut sich über das zusätzliche Angebot und will das Kunsthaus ins Gästeprogramm aufnehmen. „Als das Heimatmuseum noch offen war, hat unser Wanderführer zum Abschluss seiner Tour immer einen Abstecher dorthin gemacht“, sagt Direktorin Ines Schubert. „Von den Gästen wurde das sehr dankbar angenommen.“ Und sie ist sich sicher, dass dieses neue Angebot seine Interessenten findet. „Der Gast, der zu uns kommt, will doch auch wissen, wo er ist.“ Zudem fügt es sich gut, dass das Kunsthaus nur einen Steinwurf vom Hotel entfernt ist. Zu den öffentlichen Führungen können sich dann auch andere Interessierte anschließen, sagt Dietrich Papsch. Die Zeiten, zu denen das möglich sein wird, werden demnächst abgestimmt.

Fest steht indes schon, dass das Kunsthaus jeden Sonntag zwischen 13 und 17 Uhr besichtigt werden kann. Papsch hat Kunstschaffende und -freunde gefunden, die das möglich machen – ehrenamtlich. Spenden sind natürlich willkommen.