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Arbeit und Bildung

Geschenke im Berufsumfeld 

Beim Schenken und beschenkt werden im Berufsleben gibt es einige Fallstricke.

Schenken und Beschenktwerden im Beruf – Eine gar nicht so unkomplizierte Angelegenheit.
Schenken und Beschenktwerden im Beruf – Eine gar nicht so unkomplizierte Angelegenheit. © stock.adobe.com © DragonImages (DATEI-NR.: 7070007

Gerade zur Weihnachtszeit, wo oft in vielen Unternehmen gewichtelt wird, sollten Vorgesetzte und Angestellte ihr Wissen diesbezüglich auffrischen.

Gegen Ende des Jahres gehören zumindest kleine Aufmerksamkeiten in Form einer Flasche Wein, einer Schachtel Pralinen oder eines Gutscheins in vielen Büros und Geschäftsbeziehungen einfach zum guten Ton. Allerdings sollten Schenkende und Beschenkte wissen, dass es nicht nur einige soziale Tabus gibt, die zu vermeiden sind, weil sie etwa zu peinlichen Situationen führen können. Vielmehr gibt es auch ein "falsches" Schenken, das ernsthaft unangenehme Folgen nach sich ziehen kann.

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Der Unterschied zwischen früher und heute

Vor ein oder zwei Jahrzehnten war die Geschenkkultur im Berufsleben noch eine andere als heute. Damals kam es gerade zur Vorweihnachtszeit nicht selten vor, dass sich in Büros kleine Stapel von Paketen und Päckchen türmten – Aufmerksamkeiten von Kunden und Dienstleistern oder Geschenke für ebendiese, die irgendjemand noch zur Post bringen muss. Heute sieht es allerdings in den meisten Unternehmen anders aus. Das liegt allerdings nicht daran, dass keiner sich um die Geschenke kümmern möchte. Das Ganze hat andere Gründe, auf die wir im Laufe dieses Beitrags noch eingehender zu sprechen kommen.

Zu nennen ist an dieser Stelle schon einmal die Compliance-Kultur. Diese lässt sich definieren als die gemeinsame Grundeinstellung, die Werte und Normen, die sowohl das Top-Management als auch die darunterliegenden operativen Management-Ebenen eines Unternehmens verkörpern müssen. So definiert es Prof. Dr. Stephan Grüninger, Wissenschaftlicher Direktor des Konstanz Instituts für Corporate Governance (KICG) in einem Interview mit dem Compliance Channel. Um die Compliance-Kultur eines Unternehmens erfolgreich transportieren zu können, müssen die Vorgesetzten die propagierten ethischen Werte natürlich auch vorleben.

Genau das geschieht heute oft auch in Bezug auf das Schenken in der Art und Weise, dass das Management teilweise selbst schon gar nichts mehr schenkt und mitunter auch die Mitarbeiter bittet, die Annahme von Geschenken zu verweigern und selbst nichts im Rahmen des Geschäftsbetriebs zu verschenken. Das kann so weit gehen, dass sich in Arbeitsverträgen Regelungen darüber finden, dass der Arbeitgeber keine Geschenke von Dritten annehmen darf. Das ist natürlich etwas übertrieben und vor allem auch ein Stück weit Unfug – dürfte ein Arbeitnehmer dann doch strenggenommen auch keine Geschenke von Verwandten oder Freunden mehr annehmen.

Es setzt sich aber zumindest immer mehr durch, dass im Unternehmen Regeln festgelegt werden, die die preisliche Obergrenze für ein Geschenk abstecken. Bei 30 oder 40 Euro wird oft die Obergrenze gesetzt. Kleine Geschenke bis zum Wert von 15 Euro zwischendurch gelten als reine Aufmerksamkeit – natürlich auch nur, wenn diese Aufmerksamkeiten nicht alle paar Tage über die Tische wandern.

Dass Geschenke von Vorgesetzten oder Kollegen abgelehnt werden, kommt heute gar nicht so selten vor. 
Dass Geschenke von Vorgesetzten oder Kollegen abgelehnt werden, kommt heute gar nicht so selten vor.  © stock.adobe.com, © Pixel-Shot

Ein angemessenes Geschenk finden

Warum das Schenken im Berufsumfeld so heikel ist

Warum entwickelt sich die Geschenkkultur im Berufsumfeld aber so stark zurück und warum wird im Rahmen der Compliance-Kultur immer häufiger ein sehr maßvolles Schenken gepredigt?

Das hat zunächst einmal den einfachen Grund, dass große Geschenke für jedes Unternehmen ein ernstzunehmendes Risiko darstellen. Denn bei undurchsichtigen und kostspieligen Geschenken könnte dies als Bestechung, Korruption und gar Kartellbildung gewertet werden. In diesen Fällen handelt es sich um schwere Straftaten, welche die Existenz eines gesamten Unternehmens bedrohen können.

Den Arbeitnehmern ist es wiederum deshalb auch wärmstens zu empfehlen, sich an die entsprechenden, im Arbeitsvertrag aufgeführten Richtlinien zu halten. Ein Verstoß gegen diese Richtlinien nämlich führt oft nicht nur zur Abmahnung, sondern in gravierenden Fällen sogar zur Kündigung.

Darüber hinaus besteht offiziell bei Geschenken im Berufsleben die Gefahr der Korruption und Bestechung. In manchen Ländern stehen Berufsgruppen, wie Beamte, Politiker oder auch Juristen und Polizisten immer wieder im Verdacht, bereit zu sein, großzügigen Wohltätern einen Gefallen zu tun – auch, wenn dafür geltende Gesetze missachtet und gebrochen werden müssen.

Zwar sind die entsprechenden Zustände in Deutschland vermeintlich deutlich besser, als in manch anderen Regionen der Welt, dennoch ist Bestechlichkeit auch hierzulande ein Thema. Weil niemand in Verdacht geraten möchte, korrupt zu sein, da entsprechende Gerüchte der Karriere massiven Schaden zufügen können, hütet man sich heute oftmals davor, teure Geschenke zu machen oder anzunehmen.

Immer wieder kommt es aber auch vor, dass vermeintliche Bestechung anfangs gar nicht als solche wahrgenommen wird. Denn erst einmal freut sich natürlich jeder, der von einem Geschäftspartner oder Kunden oder auch Vorgesetzten zum Essen eingeladen wird oder ein kleines Präsent erhält. Dann widmet man sich dem entsprechenden Gegenüber aber in Zukunft vielleicht auch schon mit erhöhter Aufmerksamkeit. So gelingt es manch einem, sich auf diese Weise einen eigenen Vorteil zu verschaffen und den Beschenkten und "Manipulierten" dies gar nicht merken zu lassen – weil das Ganze eben völlig subtil erfolgt ist. Auf der sicheren Seite ist man letzten Endes also doch nur, wenn vor allem größere Geschenke einfach abgelehnt werden.

Sollten doch einmal größere und teurere Geschenke bei Unternehmen landen, handhaben diese das heute oft so, dass die Gaben gesammelt und bei einer Tombola für einen guten Zweck versteigert werden. Das wird den Schenkenden natürlich in einem höflichen und erklärenden Schreiben mitgeteilt, damit keine unangenehmen Missverständnisse entstehen können.

Bestechung beginnt oft ohne, dass man es merkt. Ein weiterer Grund bei Geschenken genau hinzuschauen und konsequent zu sein
Bestechung beginnt oft ohne, dass man es merkt. Ein weiterer Grund bei Geschenken genau hinzuschauen und konsequent zu sein © stock.adobe.com, © fizkes

Wenn Chefs und Vorgesetzte Teures schenken

Wie bereits erwähnt leben Chefs und Vorgesetzte heute meist eine gemäßigte Geschenkkultur vor. Sie wissen in der Regel genau über die Rechtslage Bescheid und versuchen daher, durch die festgelegten Obergrenzen und Richtlinien in den Arbeitsverträgen jeglichen Problemen aus dem Weg zu gehen. Auch wollen sie sich ebenfalls nicht den Ruf verschaffen, bestimmten Mitarbeitern besonders viel Einsatz etwa in Form unbezahlter Überstunden oder gar ethisch fragwürdiger Entscheidungen abzuverlangen und sich dafür mit materiellen Geschenken erkenntlich zu zeigen.

Allerdings gibt es hier auch Ausnahmen – allen voran die Danksagung für die Firmentreue und das zuverlässige Arbeiten. Vorstände vor allem großer Unternehmen bedanken sich auf diese Art und Weise immer wieder bei treuen Mitarbeitern, die etwa fünf, zehn oder auch zwanzig Jahre schon beim Unternehmen angestellt sind und immer zuverlässige Arbeit geleistet haben.

Oft fertigen Unternehmen für derlei Anlässe bestimmte Goldmünzen mit Prägung, Anstecknadeln und Ähnliches an oder laden die entsprechenden Mitarbeiter zu einem besonderen Essen ein. Auch eine besondere Uhr ist ein typisches Beispiel dafür. Außergewöhnlichere Modelle wie etwa ein Chronometer – eine Uhr also, die als sehr präzise, hochwertig und ganggenau gilt, können für solche Danksagungen das richtige Geschenk sein. Schließlich soll Qualität mit Qualität belohnt werden.

Auch in diesem Fall erfolgt oft eine Prägung, bzw. Gravur an der Unterseite, die den Dank für die Treue und Mitarbeit bekundet. Je hochwertiger das materielle Geschenk, desto eher wird davon allerdings abgesehen. In besagten Fällen sollten Mitarbeiter die entsprechenden Geschenke natürlich annehmen. Es handelt sich dabei schließlich in der Regel um echte Danksagungen und nicht um Bestechungsversuche.

Wichtig für die schenkenden Chefs ist, dass laut Einkommensteuergesetz Sachzuwendungen an Arbeitnehmer bis zu 44 Euro pro Monat steuerfrei sind (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG). Aufgrund der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) wird die Steuerfreiheit auch für die Sozialversicherung übernommen (§ 3 Abs. 1 Satz 3 SvEV). Im Falle größerer Geschenke an Mitarbeiter ist es wichtig, zu wissen, dass Sachzuwendungen des Arbeitgebers bis zu 60 Euro steuerfrei bleiben, wenn sie anlässlich eines persönlichen Ereignisses an Mitarbeiter ausgegeben werden. Alle Geschenke ab 60 Euro sind jedoch dem Finanzamt zu melden.

Wenn der Chef einem zum Dank etwas Teureres überreicht, stellt dieses Geschenk durchaus auch einmal eine Ausnahme dar. 
Wenn der Chef einem zum Dank etwas Teureres überreicht, stellt dieses Geschenk durchaus auch einmal eine Ausnahme dar.  © stock.adobe.com © Pixel-Shot

Wichteln als sinnvolle Weihnachtsaktion

Wirklich angemessen geschenkt wird heute vor allem zur Vorweihnachtszeit im Rahmen von Wichtelaktionen in zahlreichen großen Unternehmen und kleineren Büros. Diese Tradition hat sich längst aus dem privaten Rahmen auch im Berufsleben etabliert und gehört inzwischen in vielen Firmen zu jedem Ende des Arbeitsjahres dazu.

Jeder besorgt beim Wichteln, einem Brauch, der seinen Ursprung in Skandinavien hat, für einen anderen Mitarbeiter ein Geschenk, ohne dass dieser etwas davon weiß. Oft werden die Namen aller auf Zettel geschrieben und es wird blind gezogen, sodass jedes Jahr im besten Fall jeder jemand Neuen beschenkt. Auch, wenn es beim Wichteln um kleine, nette Präsente und nichts Kostspieliges geht, sollte man Gedanken in sein Geschenk fließen lassen.

Denn auch kleine Geschenke stellen letztlich eine Art sozialer Wertschätzung dar. Selbst, wenn diese im Rahmen des Wichtelns im Grunde "aufgezwungen" ist, Geschenk bleibt Geschenk. Ein Wichtelgeschenk sollte weder kleinkariert, noch zu überzogen, sondern eben angemessen wirken, um die sozialen Beziehungen zwischen Mitarbeitern zu stärken. Wichtig ist daher vor allem, dass das Geschenk zeigt, dass man sich Gedanken zum jeweiligen Beschenkten gemacht und Mühe beim Kauf gegeben hat. Wer nicht genau weiß, was dem zu Beschenkenden gefallen könnte, der wendet sich am besten diskret an dessen enger Vertraute im Unternehmen oder gar eine/n Wichtelbeauftragte/n.

Ansonsten empfehlen sich etwa auch für Kunden von außerhalb regionale Geschenke, wie Adventskalender oder Spezialitäten aus der näheren Umgebung. Diese kommen meistens sehr gut an. Unbedingt sollten übrigens einige echte Tabus vermieden werden, denen wir einen eigenen Abschnitt widmen möchten.

Wichteln gehört in vielen Unternehmen zur Vorweihnachtszeit. Und warum auch nicht? 
Wichteln gehört in vielen Unternehmen zur Vorweihnachtszeit. Und warum auch nicht?  © stock.adobe.com © luckybusiness

Tabus beim Beschenken von Kollegen oder Kunden

Aus der Reihe tanzen

Oberstes Gebot ist beim Wichteln, aber im Grunde auch beim Schenken im Allgemeinen, dass man sich an im Voraus besprochene Schenkregeln hält. Und diese sind, zur Vermeidung von unangenehmen Situationen, eben auch immer festzulegen.

Das bezieht sich vor allem auf den Preisrahmen. Heißt es, dass man bitte nicht mehr, als 30 Euro für ein Geschenk ausgeben sollte, dann ist diese Grenzen auch einzuhalten oder maximal leicht zu überschreiten. Offensichtlich teurere Geschenke könnten den Eindruck erwecken, sich durch besondere Großzügigkeit hervortun zu wollen. Den Beschenkten bringt man unter Umständen ebenfalls in eine unangenehme Situation, weil dieser sich dann eventuell fragt, warum gerade er von gerade dieser Person so reich beschenkt wird.

Außerdem lässt sich durch das Einhalten bestimmter preislicher Rahmen vermeiden, dass insgesamt beliebtere Kollegen größere und weniger beliebte Kollegen nur kleine Geschenke erhalten. Auch das dürfte sonst für eine eher getrübte Stimmung in der Runde sorgen.

Übrigens ist Wichteln nicht gleich Schrottwichteln! Hin und wieder scheint es zu Verwechslungen zu kommen und dann landet inmitten der normalen Geschenke auch ein Schrottgeschenk. Sich zu rechtfertigen und das Ganze zu erklären dürfte eher unangenehm werden. Schrottwichteln im Berufsumfeld sollte sowieso nicht praktiziert werden. In der Studienzeit mag das noch lustig sein, im Büro sind peinliche Situationen allerdings auch hier vorprogrammiert.

Zu persönlich schenken

Auch sollte unter Arbeitskollegen von allzu persönlichen Geschenken abgesehen werden. Zieht jemand beispielsweise beim Wichteln zufällig einen Kollegen oder eine Kollegin, zu dem oder ihr eine intimere Beziehung besteht, sollte sich diese Beziehung nicht im Wichtelgeschenk widerspiegeln. Denn die anderen Kollegen müssen nicht unbedingt wissen, was hier und da läuft. Außerdem könnte sich manch anderer angegriffen oder benachteiligt fühlen oder Ähnliches. Kurzum: Ein schönes, passendes, aber emotional eher neutrales Geschenk auswählen.

Zu persönlich sollten Geschenke im Büro nicht sein. Peinlich berührte Blicke sind sonst durchaus üblich. 
Zu persönlich sollten Geschenke im Büro nicht sein. Peinlich berührte Blicke sind sonst durchaus üblich.  © stock.adobe.com © denisismagilov (DATEI-NR.: 12835

Pädagogische Geschenke machen

Ein absolutes Tabu sind auch pädagogische Geschenke. Also Geschenke, die auf irgendeine Art und Weise eine Message enthalten, die dem Beschenkten etwas ganz Bestimmtes sagen soll. Und zwar im Sinne von: "Das ist jetzt aber wirklich mal eine Gelegenheit für…"

Zwei Beispiele:

• Ein Kollege jammert Monate lang über sein Übergewicht, kann aber auch nicht aufhören sich mit Süßem den Arbeitsalltag schöner zu naschen. Sich diesem Problem anzunehmen, sollte seine Aufgabe bleiben und nicht die Mission der Kollegen werden. Im Privaten, im Rahmen einer Freundschaft außerhalb des Arbeitsumfeldes kann so etwas gemeinsam angegangen und besprochen werden. Etwa einen Diätratgeber oder einen Gutschein für einen Probemonat im Fitnessstudio als Wichtelgeschenk zu überreichen ist dagegen mehr als übergriffig.

• Gleiches gilt, wenn es um individuelle Vorlieben geht. Ist über einen Kollegen bekannt, dass er nun einmal vor allem gerne seichte Komödien schaut und mit anderen Filmen nichts anfangen kann, sollte man ihm keinen brutalen Actionfilm vor die Nase setzen. Nach dem Motto: "Damit du nicht verweichlichst und auch mal einen richtigen Film schaust." Was richtig ist, ist und bleibt nämlich letztlich einfach Geschmackssache.

Beim gemeinsamen Schenken gilt: Am besten einen festen Betrag festlegen und nicht kneifen. 
Beim gemeinsamen Schenken gilt: Am besten einen festen Betrag festlegen und nicht kneifen.  © stock.adobe.com © Monkey Business

Unbeschränktes Geldeinsammeln und Knausern

Es kommt immer wieder etwa an Geburtstagen, zu Hochzeiten oder auch zur Geburt vor, dass Kollegen und Kolleginnen für Mitarbeiter Geld einsammeln und davon ein größeres Geschenk kaufen. Zu welchem Anlass auch immer das erfolgt, aus steuerlicher Sicht ist das Ganze unproblematisch. Denn in der Regel werden derlei Geschenke als privat und nicht als dienstlich eingestuft, weshalb hier eigentlich keine Probleme mit dem Finanzamt auftreten sollten.

Allerdings ist auf zwei andere Dinge zu achten:

1. Sollte die Summe auch hier am besten recht genau festgelegt werden. So, dass zum Beispiel jeder zwischen fünf und zehn Euro aber nicht mehr gibt. Die Kollegen zu Geschenkewettkämpfen anzuheizen, in denen es am Ende darum geht, mehr zu geben, als der andere, ist dagegen der Harmonie im Unternehmen eher abträglich.

2. Zweitens sollte man hier nicht kneifen. Wenn sich der Großteil der Kollegen an einem Geschenk beteiligen, sollte man dies ebenfalls tun. Schließlich kommt so ein Gemeinschaftsgeschenk üblicherweise nicht jede Woche vor und etwas Kleingeld hat wohl jeder zur Verfügung. Wer knausert muss damit rechnen, sich unter manchen Kollegen unbeliebter zu machen. So blöd das auch sein mag.

Aufmerksamkeiten zur Weihnachtszeit – Nette Gesten kosten nicht viel

Abseits des eigenen Büroumfeldes haben auch andere Menschen einen Beruf, den sie täglich ausüben – in dem es eine bestimmte Geschenkekultur jedoch vielleicht gar nicht gibt. Sie freuen sich jedoch ebenfalls darüber, wenn man sich bei ihnen in der Vorweihnachtszeit mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedankt. Das können Briefträger oder Zeitungsausträger sein, der Stammfriseur, oder Stammbusfahrer oder auch ein treuer Arzt, der einen vielleicht schon einmal durch eine schwere Zeit begleitet hat. Zen bis 20 Euro in einem kleinen Umschlag, eine Flasche Wein oder eine Schachtel Pralinen sind hier angemessene, kleine Präsente.

Wichtig ist allerdings, dass Amtsträger wie Richter, Beamte, Notare und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung überhaupt keine Zuwendungen annehmen dürfen – das regelt das Strafgesetzbuch. Besagte Personen sollten nicht einmal zu einer Tasse Kaffee eingeladen werden, denn auch diese dürfen sie offiziell nicht annehmen. Von zugestecktem Geld oder einem anderen materiellen Geschenk ganz zu schweigen.

Für Lehrer gilt übrigens genau das Gleiche. Schülerinnen und Schüler dürfen diesen eigentlich auch keine Abschiedsgeschenke überreichen. Dennoch müssen wir an dieser Stelle auch erwähnen, dass es trotz der klaren Regeln immer wieder zu juristischen Auseinandersetzungen darüber kommt, welche Dinge als Geschenk erlaubt sind und welche nicht. Dass sich die Gesetzeslage in wenigen Jahren doch deutlich von der heutigen unterscheidet ist bei diesen Themen nicht auszuschließen.

Sich bei einem treuen Helfer im Alltag zu bedanken geht in Ordnung. Allerdings gibt es auch rechtliche Ausnahmen. 
Sich bei einem treuen Helfer im Alltag zu bedanken geht in Ordnung. Allerdings gibt es auch rechtliche Ausnahmen.  © stock.adobe.com © David Pereiras

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur N. Strage.