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Freital

Geschichten über die Liebe und die Hölle

Die Freitalerin Melanie Neubert entwirft in „Angus“ eine düstere Zukunftsvision. Ihr neues Buch hingegen ist etwas fürs Herz.

Die Freitaler Autorin Melanie Neubert steht mit ihren Büchern „Angus“ und
„Kallis’ Handel“
in ihrem Wohnzimmer in Freital.
Die Freitaler Autorin Melanie Neubert steht mit ihren Büchern „Angus“ und „Kallis’ Handel“ in ihrem Wohnzimmer in Freital. © Thomas Morgenroth

Kallis ist kein Mensch. Aber sie liebt zwei Menschen, die sie jedoch nur einmal im Jahr besuchen kann, zu Samhain, dem keltischen Fest am 1. November, wenn der Schleier zwischen Leben und Tod durchlässig ist. Um ihre Menschen zu besuchen, muss Kallis etwas sehr Wertvolles opfern. Aber ausgerechnet an diesem Tag bekommen die Menschen noch anderen Besuch, und den mag Kallis überhaupt nicht.

Wer wissen will, wie es weitergeht, muss „Kallis’ Handel“ von Melanie Neubert lesen. Die Geschichte über Liebe und Überraschungen erscheint in diesen Tagen als gedrucktes Büchlein in limitierter Auflage und als elektronisches Buch zum Herunterladen. Übrigens vier Wochen lang kostenfrei, aber auch danach sind nur 99 Cent zu bezahlen. Die Buchpremiere ist am Donnerstag in der Stadtbibliothek Freital.

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„Kallis’ Handel“ hatte die 32-jährige Freitalerin im Rahmen eines Wettbewerbes des Dienstleisters Books on Demand für eine Anthologie geschrieben, in der es um Halloween und Samhain gehen sollte. „Meine Geschichte war zu lang geworden und passte nicht in die geplante Ausgabe“, sagt die Autorin. So publizierte Melanie Neubert die Geschichte einfach selbst.

Es ist nicht ihre erste Veröffentlichung, Erzählungen von ihr finden sich in mehreren Sammelbänden, etwa in „Sehnsucht nach neuen Ufern“, „Kurze Geschichten für zwischendurch“ oder „Das kosmische Spiel“. Dabei will sich die junge Mutter, ihre Tochter Hanna ist vier, auf kein Genre festlegen. „Ich schreibe querbeet“, sagt sie. Geschichten zu Alltagsproblemen genauso wie Märchen oder Science-Fiction. Ihr nächstes Projekt ist ein Fantasy-Roman.

Das neue Werk soll von der Grundstimmung her ein bisschen der Gegenentwurf zu ihrem bislang umfangreichsten Buch werden, dem Roman „Angus“, der im vergangenen Jahr über epubli als Taschenbuch und E-Book erschienen ist und mehr als 600 Seiten hat. Es ist ein düsterer Endzeit-Thriller, eine Dystopie, in der Melanie Neubert Grausamkeiten beschreibt, deren Lektüre sie nur Lesern im Alter über 18 Jahren empfiehlt. Der Roman spielt im Jahre 2271, als sich die Menschheit anschickt, eine neue Erde zu besiedeln. Allerdings kämpft jeder gegen jeden, wichtige Technik, wie das Internet, wurde vernichtet. Mittendrin ist Angus, ein junger Mann, der die Welt besser machen will und dabei alle Höllen durchlebt, die es gibt.

Diese Geschichte hat Melanie Neubert geschrieben, nachdem sie ihre Tochter bekommen hatte. „Es war ein Schreikind“, sagt sie. Dann sah sie das damals weltweit verbreitete Foto des toten Flüchtlingskindes am Strand. „Ich habe all meine Wut, meinen Ärger und meine Verzweiflung in das Buch gepackt.“ Eine Fortsetzung soll es nicht geben, nur eine Vorgeschichte hat sie noch geschrieben: „Nenn es Heimat.“

Melanie Neubert selbst stammt aus dem Erzgebirge und kam der Liebe wegen vor zwölf Jahren nach Freital. Sie mag ihren Beruf als Ergotherapeutin in der Bavaria-Klinik Kreischa, sitzt aber jede freie Minute an ihrem Schreibtisch im Schlafzimmer und schreibt. Es soll ihr Hobby bleiben, sagt sie, vielleicht aber verschafft sie sich irgendwann durch eine kürzere Arbeitszeit mehr Luft dafür. Ideen habe sie genug. „Wenn eine Geschichte endet, entsteht immer eine neue.“ So steht es am Ende von „Kalli’s Handel“ – und am Anfang der Leseprobe zu ihrem neuen Buch.

Lesung am 12.9., 16.30 Uhr, Stadtbibliothek Freital.