Merken

Geschwister-Scholl-Oberschule wird aufgestockt

Der Freitaler Stadtrat hat den Weg für die Sanierung des maroden Gebäudes freigemacht. Ein bisschen Geduld ist aber noch nötig.

Teilen
Folgen
© Andreas Weihs

Von Tobias Winzer

Freital. Nach und nach hat die Stadt ihre Schulgebäude in den vergangenen Jahren auf Vordermann gebracht. Seit der jüngsten Stadtratssitzung am Donnerstag ist nun klar: Auch die Geschwister-Scholl-Oberschule an der Richard-Wolf-Straße in Freital-Hainsberg wird bald saniert. Weil die Volksvertreter insgesamt 270 000 Euro aus dem städtischen Haushalt freigegeben haben, können nun die Planungen beginnen. Sie sollen im Herbst 2018 beendet sein. Voraussichtlich 2019, so die Stadt, sollen die Bauarbeiten starten. Die Schule ist derzeit in einem maroden Zustand.

So soll die Oberschule nach der Sanierung aussehen. Das Gebäude wächst nach oben und zur Seite.
So soll die Oberschule nach der Sanierung aussehen. Das Gebäude wächst nach oben und zur Seite. © Ansicht: Stadtverwaltung Freital

„Schon als ich 2011 an der Oberschule angefangen habe, hieß es, die Schule wird saniert“, sagte die Leiterin Jenny Lenk. „Wir haben immer wieder gebohrt, dass es endlich losgeht.“ Wie sie berichtet, ist die Sanierung dringend nötig. Einzelne Fenster sind undicht oder lassen sich nicht mehr öffnen. Für die Jungen gibt es nur ein WC im gesamten Gebäude. Behindertengerecht ist das Haus auch nicht. Besprechungsräume gibt es nicht. Wenn das Kollegium voll besetzt ist, wird es eng im Lehrerzimmer. „Mitunter kommen zwei Lehrer auf einen Stuhl“, sagt Lenk. „Wir platzen aus allen Nähten.“ Die Schule nimmt eigentlich jedes Jahr zwei Klassen auf. Wegen des Platzmangels sind jedoch zwei Jahrgänge nur einzügig. Außerdem nutzt die Oberschule vier Räume in der benachbarten Grundschule nebenan. Deren umfassende Sanierung liegt gerade in den letzten Zügen.

Auch Neubau untersucht

Um künftig durchgängig zwei Klassen pro Jahr aufnehmen zu können und die Bedingungen zum Lernen zu verbessern, wächst die Oberschule nach oben und zur Seite. Das bestehende Dachgeschoss wird abgetragen und durch ein größeres ersetzt. Zudem ist ein Anbau westlich an das bestehende Gebäude geplant. Dieser zieht sich vom Erdgeschoss bis zum zweiten Stock.

Im Erdgeschoss des Altbaus entstehen Fachkabinette für Kunst und Hauswirtschaft sowie eine Bibliothek. Im Anbau kommt unter anderem die Schulspeisung unter. In den beiden Anbau-Etagen darüber werden die Fachkabinette für Biologie, Physik und Chemie untergebracht. Klassenräume, Lehrerzimmer und Räume für die Schulleitung werden künftig im ersten Stock des Altbaus liegen. In der zweiten Etage gibt es zusätzliche Klassenzimmer und Nebenräume. Außerdem werden auch künftig insgesamt vier Klassenzimmer in der benachbarten Grundschule genutzt.

Die Stadt hatte auch untersuchen lassen, ob ein kompletter Neubau nicht günstiger wäre. Ein Gutachten hat jedoch Kosten von rund 8,3 Millionen Euro ergeben. Die Sanierung schlägt nach jetzigen Schätzungen mit rund sechs Millionen Euro zu Buche. Die Stadt rechnet damit, dass rund ein Drittel davon als Fördermittel nach Freital kommt. Über das restliche Geld muss der Stadtrat bei den Haushaltsverhandlungen für das Jahr 2018 entscheiden. Nach dem Beschluss vom Donnerstag ist es aber unwahrscheinlich, dass die Mittel nicht zur Verfügung gestellt werden.

Die nun bereitgestellten 270 000 Euro für die Planung werden aus dem aktuellen städtischen Haushalt umgeschichtet. Dort stehen noch zwei Millionen Euro für eine Bestandssicherung der Lederfabrik. Weil alle Zeichen auf einen Abriss der Lederfabrik hindeuten, ist das Geld frei.