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Gespaltenes Echo auf geplanten AfD-Parteitag

Die Partei hat die Arena für eine Großveranstaltung angemietet. Das sorgt für Diskussionen – und einen Verdacht.

Von Christoph Scharf

Für vier Tage im Januar 2019 hat die AfD die Sachsenarena angemietet. Der geplante Bundesparteitag in Riesa sorgt für reichlich Resonanz. Mehrere Tausend Facebook-Nutzer verfolgen die Berichterstattung dazu auf dem Auftritt von SZ.Riesa. Die Reaktionen fallen dabei äußerst unterschiedlich aus – und reichen von „Eine Schande für Riesa“ bis zum Hinweis, dass ein Parteitag zu einer Demokratie dazugehört.

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Ein Nutzer schreibt beispielsweise, dass sich auch SPD oder CDU in der Arena einmieten könnten. „Nun ist das nun mal die AfD, mein Gott, ist auch nur ne Partei, man muss sie ja nicht wählen.“ Eine Nutzerin kommentiert aus dem Anlass, dass sie glücklicherweise nicht mehr in Riesa wohne. Ein anderer findet es schade, „eine Stadt zu diffamieren, weil eine Partei da nen Parteitag abhält“.

Der frühere Riesaer Kämmerer Markus Mütsch sieht einen Zusammenhang zwischen dem geplanten AfD-Parteitag und der Tatsache, dass der Wahlkreis Riesa von Geert Mackenroth (CDU) im Landtag vertreten wird: Carsten Hütter als AfD-Kandidat in Riesa kandidiere ganz bewusst gegen den Sächsischen Ausländerbeauftragten. „Gleichzeitig lotst er die Bundes-AfD nach Riesa, um seinen Wahlkampf gegen Herrn Mackenroth zu unterstützen.“ Der Zusammenhang sei offensichtlich, sagt Mütsch – der erst vor wenigen Tagen in einer Nominierungsveranstaltung knapp als Anwärter für die CDU-Landtagskandidatur 2019 unterlegen war.

Die nächstes Jahr anstehende Landtagswahl dürfte auch einer der Hauptgründe dafür sein, dass die AfD sich für Sachsen entschieden hat – Parteien orientieren sich beim Ort ihrer Bundestagsparteitage üblicherweise an anstehenden Wahlen. Die AfD-Bundesgeschäftsstelle hat angekündigt, sich im Dezember äußern zu wollen.