merken

Geste der Arroganz

Cristiano Ronaldo fliegt nach einer Tätlichkeit vom Platz und fällt auch danach aus der Rolle.

Von Hubert Kahl

Es war der reine Frust: Cristiano Ronaldo trat einem Gegner in die Beine und schlug einem zweiten mit dem Unterarm ins Gesicht. Für seinen Ausraster acht Minuten vor dem Abpfiff des Spiels von Real Madrid beim FC Cordoba sah der Weltfußballer am Sonnabendabend die Rote Karte. Es stand 1:1, dem Champions-League-Sieger drohte eine Blamage beim Aufsteiger, ehe Gareth Bale den Madrilenen mit einem verwandelten Handelfmeter (88.) doch noch einen 2:1-Sieg sicherte.

Anzeige
Goalie-Trio komplett

Eislöwen verpflichten Nick Jordan Vieregge

Die Zuschauer im Estadio Arcángel reagierten erbost auf die Attacken des Portugiesen. Aber noch mehr empörte sie, was nach dem Feldverweis geschah: Ronaldo zeigte beim Verlassen des Rasens mit der Hand auf das Wappen auf seinem Trikot, das der Weltverband Fifa Real Madrid für den Gewinn der Klub-Weltmeisterschaft verliehen hatte. „Das war ein Anfall von Starallüren in Extremform“, hielt die Zeitung El País dem Torjäger vor. El Mundo sprach von einer „Geste der Arroganz“.

„CR7“ könnte aber Glück im Unglück haben. Schiedsrichter Alejandro Hernández hielt im Spielbericht nur den Fußtritt Ronaldos gegen den Brasilianer Edimar fest, ließ den Schlag ins Gesicht von José Angel Crespo aber unerwähnt. Dies könnte die Dauer der Sperre des Portugiesen verringern. Allerdings dürfte die Attacke als Tätlichkeit gewertet werden, denn der Ball war nach einer Flanke von Toni Kroos längst ins Aus geflogen. Ronaldo entschuldigte sich nach dem Spiel. „Das war eine unüberlegte Aktion von mir“, schrieb er auf Twitter. Es war allerdings nicht seine erste Attacke dieser Art. Ronaldo wurde seit seinem Wechsel zu Real fünfmal vom Platz gestellt, meist wegen Tätlichkeiten.

Wahrscheinlich war der 28-Jährige frustriert darüber, dass ihm in der Partie nichts gelang und Real die wohl schwächste Vorstellung der Saison bot. Nach ihren glanzvollen Darbietungen der Hinrunde waren die Madrilenen nicht wiederzuerkennen. „Alarmstufe Rot“, titelte El Mundo. Besonders harsche Kritik gab es für Weltmeister Sami Khedira, der erstmals seit längerer Zeit wieder in der Startelf stand und nach gut einer Stunde ausgewechselt wurde. „Er ist in Gedanken schon weit weg von Real“, meinte „El Mundo“ in Anspielung auf die Transfergerüchte um den Deutschen, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft. (dpa)

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.
Wahl-Special