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Zahnpasta im Test: Acht Cremes fallen durch

Stiftung Warentest hat 21 Produkte untersucht. Das Urteil reicht von sehr gut bis mangelhaft.

Die wichtigste Funktion einer Zahnpasta ist der Schutz vor Karies. Dafür ist ein Inhaltsstoff zentral – Fluorid.
Die wichtigste Funktion einer Zahnpasta ist der Schutz vor Karies. Dafür ist ein Inhaltsstoff zentral – Fluorid. © Patrick Seeger/dpa

Von Tom Nebe

Frischer Atem, strahlend weiße Zähne: Das ist alles schön und gut. Doch die wichtigste Funktion einer Zahnpasta ist der Schutz vor Karies. Dafür ist ein Inhaltsstoff zentral – Fluorid. Das Problem ist, dass längst nicht alle Pasten dieses Spurenelement enthalten oder zu wenig davon in der Creme steckt. Das zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest, bei der acht von 21 Pasten wegen schlechter Kariesprophylaxe durchfielen.

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Was beanstanden die Warentester?

Fluorid sei der wichtigste Inhaltsstoff zur Kariesvorbeugung, schreiben die Tester in ihrem Bericht (test, Ausgabe 10/2020). Hatte ein Produkt keinen Fluorid-Zusatz angegeben, wurde das im Labor nachgeprüft. Ergab die Analyse, dass die Zahnpasta tatsächlich kein Fluorid enthielt, war sie durchgefallen, weitere Prüfungen fanden dann nach Angaben der Tester nicht mehr statt.

Wie schnitten die anderen Cremes ab?

Insgesamt sehr ordentlich. Sieben Cremes wurden mit „sehr gut“ bewertet, fünf mit „gut“. Beim Punkt Kariesprophylaxe gab es bei diesen Produkten für die Tester gar nichts auszusetzen. Eine Creme bekam die Note „befriedigend“, weil mit der enthaltenen Menge an Fluorid nur ein ausreichender, aber kein guter oder sehr guter Kariesschutz geboten werde.

Wie blicken Zahnmediziner auf die Rolle von Fluorid?

„In der Zahnmedizin wird einhellig die Meinung vertreten, dass Fluorid ein Muss ist in Zahnpasten, wenn die Kariesprophylaxe im Fokus steht“, betont der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Professor Dietmar Oesterreich.

Manche Cremes im Test setzen auf Kokosöl, Salbei oder Grünen Tee als Schutz gegen Karies. Diese Wirkung sei aber noch nicht ausreichend wissenschaftlich nachgewiesen, heißt es in dem Bericht. Es fehlten „hochwertige Studien“ mit solchen Substanzen, die eine Karieshemmung in der Mundhöhle belegten, sagt Zahnmediziner Professor Ulrich Schiffner in der test-Zeitschrift.

Wie viel Fluorid sollten Zahnpasten enthalten?

Oesterreich verweist auf internationale Richtwerte: „Bei Erwachsenen gelten 1.500 ppm als Standardmenge, für die Kinder sind es inzwischen 1.000 ppm.“ Bei Kindern bis zu einem Alter von zwei Jahren sollte eine Reiskorn-große Menge Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid auf die Bürste, bei Kindern ab zwei bis sechs Jahren dann eine Menge von der Größe einer Erbse, rät der Zahnmediziner.

Wichtig zu beachten: Wer eine fluoridhaltige Zahnpasta bei Kleinkindern nutzt, sollte keine Fluorid-Tablette zusätzlich geben. Ab dem Schulalter rät die Stiftung Warentest zu Juniorpasten, welche ähnlich viel Fluorid enthielten wie Zahncremes für Erwachsene. Auch Erwachsenenpasten seien für Schulkinder geeignet, sie sollten aber kein Zink enthalten.

Was bewirkt Fluorid konkret?

„Im Mund gibt es ein ständiges Wechselspiel von Bakterien, die Zahnbeläge bilden und Säuren produzieren, die wiederum Mineralien aus der Zahnhartsubstanz lösen“, erklärt Oesterreich. Karies kann auf Dauer die Folge sein. „Fluorid ist wichtig für die Reparatur.“ Die herausgelösten Mineralien, zum Beispiel Kalzium, werden durch Fluorid gebunden und wieder in die Hartsubstanz eingelagert. Dazu kommt, dass Fluorid auch den Stoffwechsel der Bakterien verlangsame, so der Experte, wodurch diese dann nicht mehr so aktiv in der Produktion von Säure seien. (dpa)

„Weißere Zähne in drei Tagen“ – geht das?

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  • Stiftung Warentest hat zusätzlich zu den Universalzahnpasten fünf Tuben speziell für weißere Zähne untersucht. Geprüft wurde neben der Kariesprophylaxe, ob Werbeaussagen wie „Weißere Zähne in drei Tagen“ eingehalten werden.
  • Das Ergebnis: Laut Stiftung Warentest verspricht keine der Pasten zu viel. Sie würden Verfärbungen beseitigen und den Zähnen dadurch ihre natürliche Farbe zurückgeben. Das bedeute aber nicht gleich strahlend weiß.
  • Zwei Pasten schneiden insgesamt „gut“ ab, drei sogar „sehr gut“. Vor Karies schützen laut Stiftung Warentest alle fünf Produkte optimal.
  • Verfärbungen entfernt Signal White Now am effektivsten und schonendsten (mittlerer Abrieb). Der Preis liegt bei 2,65 Euro pro 100 Milliliter.
  • Tipp der Tester: Auch manche Universalzahnpasten würden Verfärbungen hervorragend entfernen, Parodontax sogar mit niedrigem Abrieb. (rnw)

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