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Rente mit 68? Befund richtig, Therapie falsch

Immer weniger Erwerbstätige müssen immer mehr Rentner finanzieren. Doch es gibt bessere Konzepte als das höhere Rentenalter, kommentiert Peter Heimann.

Von Peter Heimann
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© dpa/SZ

Die Forderung ist weder neu noch besonders originell: Irgendwann, meist in fernerer Zukunft, soll man erst später seine gesetzliche Rente erhalten, mal wie jetzt mit 68, mal erst mit 70. Dann zuckt das Land jedes Mal zusammen und die Aufregung ist groß – meist viel größer als der Sachverstand, der sich um die Lösung des offensichtlichen Problems politisch kümmern müsste.

Renten sollen einerseits den Lebensabend finanziell möglichst auskömmlich absichern, müssen andererseits aber bezahlbar bleiben. Zwischen beiden Seiten, verbunden mit einer absehbar schwierigen demografischen Entwicklung, die künftig mehr Empfänger und weniger Zahler schafft, muss die Politik eine für alle erträgliche Balance schaffen. Im Großen und Ganzen funktioniert das bislang gut. Obschon der Rentenmurks der letzten Jahre nicht das Morgen und schon gar nicht das Übermorgen im Blick hatte.

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Man macht sich nicht beliebt

Der aktuelle Befund der Experten ist also richtig: Immer weniger Erwerbstätige müssen in 10, 20, 30 Jahren für immer mehr Rentner aufkommen, die ihre Rente im Schnitt noch länger beziehen. Markige Sprüche werden die Finanzierungslücke nicht schließen.

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Doch die Kopplung des Rentenalters an die durchschnittliche Lebenserwartung, die 2042 rechnerisch eine Rente erst mit 68 ergäbe, ist nicht die beste, aber auch nicht die einzige Lösung. Man könnte auch die Beiträge erhöhen, die Renten senken oder noch mehr Steuergeld einsetzen. Besonders beliebt macht man sich mit all dem auch nicht.

Mail an Peter Heimann.

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