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Augen-Operationen jetzt auch in Döbeln

Die Praxis an der Muldestraße wurde für 500.000 Euro umgebaut. Das ist nicht die letzte Veränderung.

Dr. Manuela Otten behandelt im neuen OP-Saal bis zu 120 Patienten pro Woche.
Dr. Manuela Otten behandelt im neuen OP-Saal bis zu 120 Patienten pro Woche. © Lars Halbauer

Döbeln. Ob Grauer Star oder Makuladegeneration (verzerrtes Sehen) – Menschen aus der Region Döbeln, die eine Augenoperation benötigen, mussten dafür nach Dresden, Leipzig oder Chemnitz fahren. Das ist jetzt vorbei.

Seit dem 1. April operiert Dr. Manuela Otten solche und weitere Augenkrankheiten in der Augenarztpraxis an der Muldestraße in Döbeln. Inzwischen ist das OP-Team eingespielt.

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An zwei Tagen in der Woche behandelt es Patienten mit Grauem Star, an drei Tagen stehen die kleine Lidchirurgie und spezielle Medikamentengaben auf dem OP-Programm. „Die Spritzen sind teilweise aller vier Wochen notwendig“, so Manuela Otten.

Modernste Technik im 120 Quadratmeter-OP-Komplex

Mit dem Angebot in Döbeln werde den Patienten die Entscheidung, sich operieren zu lassen erleichtert. Für ambulante Operationen stellen die Krankenkassen keinen Transportschein aus.

„Viele ältere Menschen haben nicht die Möglichkeit, mit dem eigenen Auto in die Kliniken zu fahren. Deshalb haben sie lieber auf die Behandlung verzichtet, als eine Taxe nach Dresden zu bezahlen“, sagt Dr. Peter Richter.

Damit in Döbeln operiert werden kann, wurde die Augenarztpraxis im Februar für knapp 500.000 Euro umgebaut und anschließend mit modernsten Geräten, unter anderem einem Zeiss-Mikroskope, eingerichtet.

Der OP-Komplex hat eine Gesamtfläche von 120 Quadratmetern. Er besteht aus einem extra Wartebereich und einer Schleuse, in der sich die Patienten umkleiden und noch einmal die Toilette aufsuchen können.

Daran schließt sich ein steriler Raum an, in dem das Gespräch mit der Anästhesistin erfolgt. Dort stehen zwei neue OP-Stühle, von deren variablen Sitz- und Liegeeinstellungen Manuela Otten begeistert ist. Die nächste Tür führt in den Operationssaal.

Döbelner Praxis soll weiter wachsen

In den gelangen die Ärztin und weitere an den OPs beteiligte Mitarbeiter von der gegenüberliegenden Seite. Denn auch sie durchlaufen vor der Operation eine Schleuse zum Umkleiden und Waschen. Außerdem befindet sich in diesem Bereich ein Vor- und Aufbereitungsraum. „Die Räume sind alle klimatisiert“, sagt Dr. Peter Richter.

Damit der OP-Bereich in den Räumen der Augenarztpraxis eingerichtet werden konnte, wurden der Umkleide- und Sozialraum für das Personal in die vierte Etage des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) verlegt.

Dr. Manuela Otten (rechts) wird bei ihrer Arbeit im OP von OP-Schwester Christiane unterstützt.
Dr. Manuela Otten (rechts) wird bei ihrer Arbeit im OP von OP-Schwester Christiane unterstützt. © Lars Halbauer

Das soll allerdings nicht so bleiben. Denn es ist ein Anbau an das MVZ geplant. „Ist der erfolgt, werden wir in etwa einem Jahr weiter wachsen“, kündigt Richter an. Die derzeitige Gesamtfläche der Augenarztpraxis von 400 Quadratmetern soll dann auf 600 Quadratmeter vergrößert und für das Personal wieder Räume in der Praxis eingerichtet werden.

Sechs Ärzte und 13 Schwestern vor Ort

Im Zusammenhang mit den Operationen sind in der Praxis sechs weitere Mitarbeiter eingestellt worden. Insgesamt kümmern sich jetzt sechs Ärzte um die Patienten. Davon sind drei ständig vor Ort und drei kommen jeweils einen Tag in der Woche aus Dresden nach Döbeln.

Unterstützt werden sie von einer Optometristin und 13 Schwestern, davon sind zwei spezialisierte OP-Schwestern. Weiteres Personal soll nach der Erweiterung eingestellt werden.

Derzeit werden in der Augenarztpraxis pro Tag zwölf bis 15 Patienten am Grauen Star operiert und 20 bis 30 Spritzen verabreicht. Pro Quartal suchen die Praxis insgesamt rund 5.000 Menschen auf. Viele seien ältere Patienten.

Ab dem Alter von 65 Jahren nehme die Makuladegeneration zu und bei den 70- bis 80-Jährigen trete der Graue Star am häufigsten auf“, erklärt Manuela Otten. Sie appelliert vor allem an die Menschen ab 40, die Augen auch dann untersuchen zu lassen, wenn noch keine Beschwerden vorhanden sind.

Dann könne bei einer Krankheit, die sich möglicherweise andeutet, frühzeitig gehandelt werden. „Der Sehsinn ist das Letzte, was älteren Menschen bleibt“, begründet sie.

Anmeldesystem wird verändert

Auf einen Termin in der Augenarztpraxis warten Patienten derzeit im Durchschnitt drei bis vier Wochen. Den Mitarbeitern der Praxis ist aber auch bewusst, dass die Telefonanlage oft überlastet ist, was bei den Anrufern für einigen Unmut sorgt. Deshalb soll bei der Anmeldung eine Umstellung erfolgen.

Wer die Möglichkeit hat, soll der Praxis eine E-Mail schreiben und darin seine Telefonnummer mitteilen. Die Schwestern würden dann zeitnah zurückrufen und mit dem Patienten einen Termin vereinbaren.

Es werden aber auch in Zukunft telefonische Terminwünsche entgegengenommen. Und Augenarzt Peter Richter versichert: „Wir nehmen auch weiterhin neue Patienten auf.“

Kontakt: Telefon: 03431/6081293, Fax: 03431/6084181, E-Mail: [email protected]

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