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Das ist der jüngste Ort im Landkreis Görlitz

Rosenbach hat mit Abstand den geringsten Altersschnitt und liegt auch bei den unter 16-Jährigen sehr weit vorn. Eine Suche nach den Ursachen.

Insgesamt 27 neue Rosenbacher gab es 2019 und 2020 - auf dem Bild beim Babytreffen mit Bürgermeister Roland Höhne (oben rechts) sind nicht alle zu sehen.
Insgesamt 27 neue Rosenbacher gab es 2019 und 2020 - auf dem Bild beim Babytreffen mit Bürgermeister Roland Höhne (oben rechts) sind nicht alle zu sehen. © Gemeinde Rosenbach

Bürgermeister Roland Höhne hat allen Grund zum Strahlen: Umgeben von den jüngsten Rosenbachern fühlt er sich immer wohl - so wie vor wenigen Tagen. Die regelmäßigen "Babytreffen" sind für ihn aber auch eine Garantie für die Zukunft des Dorfes. Und die sieht nach wie vor in dieser Hinsicht gut aus.

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Als jüngstes Dorf im Kreis und eines der jüngsten im Freistaat hat sich Rosenbach schon mehrfach rühmen dürfen. Der positive Trend hält offenbar an: "Im sachsenweiten Vergleich belegt Rosenbach von 420 Kommunen beim Altersdurchschnitt den 18. Platz und bei Kindern bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres den 16. Platz", benennt Bürgermeister Roland Höhne (CDU) stolz die neuesten Zahlen des Statistischen Landesamtes. Demnach sind die Menschen in der Gemeinde im Schnitt 45,6 Jahre alt. Die nächstältere Kommune - es ist Kodersdorf - rangiert 23 Plätze dahinter mit 46,3 Jahren.

Ort könnte Grundschule allein halten

Ein Grund für den Trend sind in Rosenbach die Geburtenzahlen, die generell hoch und stabil sind. "Wir haben im Schnitt pro Jahr etwa 15 Geburten", konstatiert Höhne mit Blick auf die Zahlen. Beim aktuellen Babytreffen - dieses Mal mit den Kindern von zwei Jahren - 2019 und 2020 - denn wegen Corona musste das Treffen einmal ausfallen, waren 27 Kinder und ihre Eltern eingeladen. Eine ansehnliche Kinderschar für ein Dorf mit insgesamt aktuell 1.573 Einwohnern.

Somit ist Rosenbach sogar in der glücklichen Lage, die jeweils neue Grundschulklasse im Grunde fast jährlich nur mit Rosenbacher Kindern zu "füllen" und damit die Schule aus eigener Kraft am Leben zu erhalten, bestätigt Höhne. Das ist seit dem Neuzuschnitt der Schulbezirke auch ein wichtiger Punkt, denn Ebersdorfer Kinder kommen seither seltener an die Grundschule im Rosenbacher Ortsteil Herwigsdorf. Dennoch sind Schule und Kita gut ausgelastet - und sie sind Dauerthema im Ort, wenn es um Sanierung und Ausbau geht, damit gute Bedingungen vorhanden sind.

Günstige und stabile Betreuungskosten

Warum Rosenbach für junge Familien so anziehend ist, kann der Bürgermeister auch nur vermuten. Dass Vereinsleben und ausreichend Eigenheim-Bauplätze sowie eine günstige Verkehrslage dazugehören, das ist klar. Ins Gewicht fällt aber auch, die Chance, die Kinder zu betreuen zu lassen - und zwar günstig: Erst in der jüngsten Ratssitzung hat der Gemeinderat beschlossen, die geltenden Elternbeiträge nicht anzuheben. Wieder nicht muss man eigentlich sagen: "An Hort- und Kindergarten-Gebühren haben wir das letzte Mal zur Euro-Währungsumstellung 2002 etwas geändert, weil die Beträge gerundet werden mussten", sagt Roland Höhne. Bei der Kinderkrippe liegt die letzte Erhöhung seinen Angaben zufolge inzwischen elf Jahre zurück.

Das heißt damit auch: Die Gemeinde zählt bei den Gebühren zu den günstigsten im Kreis. Wenn man die bis März 2020 geltenden Zahlen vergleicht, heißt das: Bei der Krippenbetreuung liegt der Beitrag mit 161 Euro für einen vollen Platz. Nur fünf von 53 Gemeinden im Kreis liegen unter diesem Wert, wobei die Preisspanne zwischen 142,70 Euro und 225 Euro liegt. Mit 90 Euro für den vollen Kita-Platz ist Rosenbach ebenfalls im günstigsten Bereich dabei. Hier reicht die Spanne insgesamt von 85 bis 141 Euro. Und auch beim Hort sieht es gut aus: 60 Euro für den vollen Platz zahlt man in Rosenbach. In anderen Gemeinden liegen die Preise zwischen 47 und 75 Euro.

UPDATE vom 21. August, 11 Uhr: Die Einwohnerzahl der Gemeinde liegt aktuell nach eigenen Angaben bei 1.573 Einwohnern. In einer früheren Version war irrtümlicherweise eine höhere, falsche Zahl angegeben worden.

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