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Warum Lawaldes Hort "geschlossen" ist

Der Hort der Grundschule Kleindehsa ist derzeit nicht nutzbar. Eltern sind verärgert und verlangen Erklärungen.

Das ehemalige Schloss in Kleindehsa ist heute Grundschule. Im oberen Stockwerk befindet sich der Hort.
Das ehemalige Schloss in Kleindehsa ist heute Grundschule. Im oberen Stockwerk befindet sich der Hort. © Rafael Sampedro

Der Andrang bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend ist überraschend groß: Rund ein Dutzend Eltern hatten sich eingefunden, um ihrem Unmut Luft zu machen. Warum der Hort der Grundschule derzeit nicht nutzbar ist, wollten sie dann doch genauer wissen. Denn aktuell verbringen die Kinder ihre Hortzeit in den Klassenräumen, wo es beispielsweise weit weniger Platz und Spielmöglichkeiten gibt - so die Kritik.

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Der Hort der Kleindehsaer Grundschule ist im Schulgebäude selbst untergebracht - unterm Dach genauer gesagt. Die anderen beiden Etagen sind der Schule selbst vorbehalten. Dass seit Schuljahresbeginn das Dachgeschoss de facto gesperrt ist, bestätigt Nico Kahlert, zuständiger Sachbearbeiter für Kindereinrichtungen bei der Stadt Löbau auf SZ-Nachfrage. "Die Brandmeldeanlage muss erneuert werden und die Arbeiten dafür müssen auch im obersten Stockwerk beginnen", erklärt er.

Kurzfristig Gelder bekommen

Dass die Stadt - der Schulträger - nicht umfassend zu der Maßnahme informiert hat, will Nico Kahlert gar nicht unbedingt in Abrede stellen. Doch das habe Gründe: Die Zusage der Fördergelder erfolgte kurzfristig, die Ausschreibung und Auftragsvergabe für diese Maßnahme - und damit konkrete Termine - sind noch nicht abgeschlossen. Damit fehlten wichtige Details, die man den Eltern hätte mitteilen wollen.

Dieses Problem bestätigt auch Bürgermeisterin Nadja Kneschke (parteilos) für die Gemeinde als Hortbetreiber. Eigentlich sollten die Arbeiten schon in den Sommerferien durchgeführt werden, doch das war auch mit Blick auf Baupreise und Baufirmen so nicht möglich. Deshalb ein neuer Anlauf - und nun hätten sich die Ereignisse überschlagen. Hinzu kommt, dass der Hort selbst eine Information an die Eltern herausgegeben habe, die eher Verwirrung als Verständnis gefördert habe, bedauert die Bürgermeisterin, die das Schreiben vorab nicht kannte. Sie hat nun den Eltern zugesagt, persönlich per Elternbrief zu informieren, wenn weitere Daten und Fakten feststehen.

Lärm und Staub in den Ferien

Fest steht bislang, dass die Hauptarbeiten - vor allem Dinge, die mit Krach und Erschütterungen zu tun haben - in den Herbstferien erledigt werden sollen. Abschließen werde man die Baumaßnahme in den beiden Wochen nicht, skizziert Nico Kahlert. Damit man keine Zeit verliert, sei mit Vorbereitungen bereits begonnen worden - in Absprache mit Hort- und Schulleitung. Da die Kinder in der Corona-Zeit ohnehin nicht in den Horträumen untergebracht waren, sondern wegen der strikten Trennung der Klassen in den Unterrichtsräumen auch am Nachmittag verblieben, hatte man sich entschieden, dieses Prinzip erst einmal beizubehalten.

Die Arbeiten sind dringend nötig, um den Brandschutz für das Gebäude sicherzustellen - andernfalls wäre die Betriebserlaubnis künftig in Gefahr. Nun werden beispielsweise neue Brandmelder und Türen eingebaut, die mehr Sicherheit garantieren. Hinzu kommt, dass im gleichen Atemzug auch die IT-Technik mit im Schulhaus bedarfsgerecht eingerichtet werden soll. Im Rahmen des Digitalpakts Schule werden die Klassenräume mit entsprechenden Anschlüssen ausgestattet.

Dass die Kinder deshalb nun unter kritikwürdigen Zuständen ihre Zeit im Hort verbringen würden, weist Bürgermeisterin Kneschke von sich: Platz sei vorhanden - auch der Flur, in dem es eine Kletterwand gebe, sei nutzbar, ebenso bei Bedarf Speisesaal und Sporthalle sowie das Außengelände. Dass es in der Übergangszeit zu Einschränkungen kommen kann, sei nicht zu leugnen, "aber sobald einzelne Zimmer wieder nutzbar sind, werden sie auch freigegeben", betont sie.

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