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Wenn der Teddy zum Spion im Kinderzimmer wird

Ganz schön smart: Auch Spielzeug gibt es mittlerweile mit Kamera, Mikro und Internetverbindung. Das kann lustig sein – aber auch gefährlich.

Den „Toy-Fi Teddy“ stufte die Stiftung Warentest 2018 wegen der ungesicherten Funkverbindung zwischen Smartphone und Spielzeug als kritisch ein.
Den „Toy-Fi Teddy“ stufte die Stiftung Warentest 2018 wegen der ungesicherten Funkverbindung zwischen Smartphone und Spielzeug als kritisch ein. © dpa

Von Dirk Averesch

Auch wenn sie zu Weihnachten auf dem Wunschzettel ganz oben stehen: Bevor man sich neue, vernetzte Geräte ins Haus holt, sollte man kritisch prüfen, ob sie die Privatsphäre verletzen. Besonders heikel ist smartes Spielzeug, das Bild wie Ton aufnehmen und senden kann, warnt die Bundesnetzagentur.

Könne der Zugriff auf Audio- und Videoaufzeichnungen des Spielzeugs auch unbemerkt von extern geschehen, sei der jeweilige Gegenstand hierzulande verboten, betonen die Experten. Deshalb lohne es sich, die Funktionsweise etwa von appgesteuerten Robotern, sprechenden Puppen oder vernetzten Kuscheltieren, vor dem Kauf zu verstehen. Dabei helfe die Lektüre von Produktbeschreibungen, Bedienungsanleitungen und Datenschutzbestimmungen bei zugehörigen Apps.

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Erlaubt sei dagegen beispielsweise Spielzeug, das die Fragen eines Kindes beantwortet, ohne dafür eine Internetverbindung aufzubauen und Daten an den Hersteller oder Dritte zu übermitteln, erklärt die Behörde.

Im Internet werden oft auch Smartwatches mit Abhör- oder verdeckter Bildaufnahmefunktion angeboten, deren Nutzung ebenfalls verboten ist. Verbraucher sollten skeptisch werden, wenn über eine normale Telefonfunktion hinaus Funktionen wie „Voice Monitoring“ oder „One-Way Conversation“ beworben werden. Denn dann ist es wahrscheinlich, dass Mikro oder Kamera der Smartwatch aus der Ferne per App oder SMS-Befehl aktiviert werden können, ohne, dass der Träger der Uhr etwas davon bemerkt.

Tracker am Haustier

Dasselbe gilt für Tracker, die mit Ortung via Satellit (GPS) oder Mobilfunk (GSM) arbeiten. Sie werden gerne in Fahrzeuge eingebaut, um im Falle eines Diebstahls die Position bestimmen zu können. Oder das Haustier bekommt einen Tracker ans Halsband, damit die Besitzer vorbereitet sind, wenn das Tier entlaufen ist. Es soll aber verhindert werden, dass Menschen damit ausspioniert werden. Deshalb sind solche Tracker verboten, wenn sie per App oder SMS-Befehl unbemerkt aktiviert werden können. Sogar Wlan-Futterautomaten für Hunde oder Katzen können verboten sein, wenn sie Ton oder Bild aus dem Raum übertragen können, ohne, dass Anwesende darüber Bescheid wissen.

Maßgeblich für die Entscheidung, ob etwas legal oder illegal ist, sind der Bundesnetzagentur zufolge drei Fragen:

  • Verfügt ein Gegenstand über eine funkfähige Kamera oder ein funkfähiges Mikrofon?
  • Werden Bild- oder Audiodateien kabellos an den Hersteller übertragen? Dann muss der Aufgenommene hierüber die volle Kontrolle haben.
  • Kann auf das Mikrofon oder die Kamera heimlich von extern zugegriffen werden? Falls ja, ist das Gerät verboten. (dpa)

Bei Fragen oder Unklarheiten, ob ein bestimmter Gegenstand verwendet werden kann oder verboten ist, können sich Verbraucher an die Bundesnetzagentur wenden. Etwa per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter 030/22480500 (Montag bis Freitag von 9-12 Uhr).

Informationsseite der Bundesnetzagentur zu verbotenen Sendeanlagen

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