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Barmer: OPs in erfahrenen Kliniken machen

Wenn es um einen geplanten größeren Eingriff geht, sollte es bei der Auswahl des Krankenhauses weniger auf Nähe zum Wohnort ankommen, zeigt eine Analyse.

Vor allem bei komplexen Operationen sollten - einer Studie zufolge - hohe Fallzahlen und Spezialistenteams bei der Klinik-Wahl wichtiger sein als die Nähe.
Vor allem bei komplexen Operationen sollten - einer Studie zufolge - hohe Fallzahlen und Spezialistenteams bei der Klinik-Wahl wichtiger sein als die Nähe. © Florian Schuh/dpa

Berlin. Risiken bei komplizierten Operationen sind laut einer Studie häufig geringer, wenn die Eingriffe Kliniken mit viel Erfahrung übernehmen. "Gelegenheitschirurgie gefährdet Leben", warnte die Barmer Krankenkasse bei der Vorstellung einer Analyse am Donnerstag in Berlin. "Eingriffe sind in der Regel sicherer, wenn Chirurgen und das interdisziplinäre Team mit der Patientenversorgung vor und nach der Operation viel Erfahrung haben", sagte Vorstandschef Christoph Straub. Gebraucht werde ein "Masterplan für mehr Wettbewerb um Qualität". Vor allem bei komplexen OPs sollten hohe Fallzahlen und Spezialistenteams bei der Klinik-Wahl wichtiger sein als die Nähe.

Eine Bündelung in Kliniken mit größerer Routine hätte erhebliche Effekte, wie die Untersuchung ergab. So könnten beim Entfernen von Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs pro Jahr fast 380 Todesfälle - bezogen auf 30 Tage nach der OP - verhindert werden, wenn Eingriffe in Kliniken mit hoher Fallzahl gemacht würden. Ausgewertet wurden dafür den Angaben zufolge Abrechnungsdaten der Kasse und Qualitätsberichte der Kliniken. Bei OPs an der Wirbelsäule zeige sich auf dieser Datenbasis kein so eindeutiger Zusammenhang zur Fallzahl.

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"Um bessere Qualität bei einer planbaren Operation zu erzielen, lohnt sich ein etwas längerer Anfahrtsweg", sagte Straub. So sei etwa für 99 Prozent der Bevölkerung ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Darmkrebszentrum binnen 60 Minuten zu erreichen. Es gebe aber immer noch viele Eingriffe in Häusern, die mit bestimmten Fällen eher wenig Erfahrung haben. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Kassen als oberstes Entscheidungsgremium des Gesundheitswesens sollte seine Festlegungen von Mindestzahlen für bestimmte Eingriffe ausweiten. Der Kassenchef betonte zugleich: "Es reicht nicht allein, die Fälle zu zählen." Wichtig seien ebenfalls eingespielte Abläufe bei Operationen und die technische Ausstattung. (dpa)

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