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Chefarzt-Wechsel im Pirnaer Klinikum

20 Jahre leitete Dr. Volker Janitzky die Urologie. Nun geht er in den Ruhestand und übergibt den Posten an eine junge Kollegin.

Urologie-Chefärztin Dr. Anka Baldauf-Twelker (l.), Vorgänger Dr. Volker Janitzky: Ich übernehme in Pirna ein gut bestelltes Feld.
Urologie-Chefärztin Dr. Anka Baldauf-Twelker (l.), Vorgänger Dr. Volker Janitzky: Ich übernehme in Pirna ein gut bestelltes Feld. © Norbert Millauer

Als Dr. Volker Janitzky vor über 20 Jahren eine neue Wirkungsstätte für seine weitere berufliche Laufbahn wählte, begann für ihn eine turbulente Zeit. Mehrfach wechselte er den Arbeitsort, operierte unter ungewöhnlichen Bedingungen, bildete bis heute zehn Fachärzte aus, ließ moderne Technik einziehen.

Vor 20 Jahren, am 1. Oktober 2000, wurde er Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Pirnaer Klinikum. Ein Schritt, den er, wie er sagt, nie bereut hat. „Es war eine aufregende, aber insgesamt sehr schöne Zeit“, sagt der Mediziner.

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Doch nun ist Schluss. Janitzky geht in den Ruhestand, Ende Dezember war sein letzter Arbeitstag. Seinen Posten übergab er an seine Kollegin Anka Baldauf-Twelker, 46, am 1. Januar 2021 trat sie offiziell ihren Dienst in Pirna an. Ich freue mich sehr darauf“, sagt sie, „zumal ich hier ein gut bestelltes Feld übernehme.“

Operieren im Container

In einem Vierteljahrhundert hat Janitzky die Saat dafür ausgesät. Er stammt aus Jena, praktizierte dort 15 Jahre als Urologe. „Ich habe mich schon immer mehr für die praktische Urologie interessiert als für die Theorie“, sagt er. 1985 promovierte Janitzky, 1995 habilitierte er. Dann stand ein Ortswechsel an.

1995 wurde am damaligen Johanniter-Krankenhaus in Heidenau eine urologische Abteilung geschaffen, Janitzky stieß zunächst als Facharzt dazu.

Wenig später übernahm der Klinik-Konzern Rhön die Kliniken in Heidenau und Pirna, fusionierte die beiden Häuser und konzentrierte die Arbeit am Standort des früheren Kreiskrankenhauses Pirna an der Schandauer Straße.

Zwischenzeitlich wurde Janitzky Chefarzt, am alten Standort in Pirna war die Urologie von 2003 bis 2007 in einem Containerbau untergebracht, weil in den Gebäuden der Platz dafür fehlte. Für den Chefarzt waren diese Container weit mehr als eine Interimslösung, dort gab es alles, was er brauchte, einen eigenen OP-Saal, alle technischen Geräte. „Die Bedingungen dort waren wirklich gut“, sagt er.

Eine urologische Klinik für 250.000 Menschen

2007 stand der nächste Umzug an, Rhön hatte auf dem Pirnaer Sonnenstein an der Struppener Straße ein neues Krankenhaus bauen lassen, für Janitzky war es ein Wechsel in ein neues Zeitalter. „Das Haus hat sich sehr bewährt, die Wege hier sind optimal“, sagt er.

Fortan leitete er im neuen Domizil die Urologie, bislang nach wie vor die einzige urologische Klinik im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Acht Ärzte arbeiten auf der Station, sie verfügt über 30 Betten, zusätzlich können die Mediziner auch auf Betten der Kinderstation zurückgreifen. Der Einzugsbereich der Klinik erstreckt sich auf ein Gebiet, in dem rund 250.000 Menschen leben, eine enorme Zahl, wie ein Vergleich mit Dresden zeigt: dort gibt es für 500.000 Einwohner gleich drei urologische Kliniken.

Prostata-Krebs noch treffsicherer orten

In Pirna behandeln die Mediziner etwa 1.900 Urologie-Patienten im Jahr stationär, hinzu kommen jährlich etwa 1.000 Notfallambulanz-Fälle. Das Arbeitsfeld der Urologen erstreckt sich auf viele Organe, beispielsweise auf Nieren, Harnleiter, Blase und Prostata.

Dabei werden nicht nur Männer, sondern auch Frauen und Kinder mit urologischen Erkrankungen behandelt. Die Mediziner entfernen unter anderem Blasen-, Harnleiter- und Nierensteine, diagnostizieren Prostata-, Nieren- und Blasenkrebs und urologische Infektionen und bieten in den meisten Fällen gleich die passende Behandlung dazu an. Verschiedene urologische Krebserkrankungen werden zudem in Pirna beispielsweise auch mit einer medikamentösen Therapie wie Immun- oder Chemotherapie behandelt.

Im Lauf der Jahre konnte Janitzky dabei immer wieder auf neue Technik zurückgreifen, vor allem auf jene, die möglichst schonende Eingriffe am Patienten ermöglicht.

In Kürze wird nun weiter die Moderne einziehen. Bei der Diagnose von Prostata-Krebs setzt die Klinik künftig auf eine Kombination von MRT und Ultraschall, um Karzinome noch treffsicherer zu orten. Hinzu kommt ein sogenannter endourologischer Röntgenarbeitsplatz, eine Kombi aus OP-Bereich und Röntgentechnik, der Arbeitsplatz deckt das gesamte Diagnostik- und Therapiespektrum der Urologie ab. „Das wird ein komplett neuer Arbeitsplatz, vom technischen Standard her ist es das modernste, was es zurzeit gibt“, sagt Janitzky.

Urologie ist ein reizvolles Fachgebiet

Arbeiten damit wird nun seine Nachfolgerin. Anka Baldauf-Twelker hat von 1993 bis 2000 Medizin in Dresden studiert, es folgte die Facharzt-Ausbildung am Dresdner Uni-Klinikum, die sie 2006 abschloss. Im selben Jahr promovierte sie auch.

Danach schlossen sich Stationen in Jena, Aue und Chemnitz an, nun kehrt die gebürtige Stollbergerin quasi in ihre zweite Heimat zurück. Sie hat schon einmal 17 Jahre in Dresden gelebt.

Ihr Interesse an der Urologie wurde bereits während des Studiums im praktischen Jahr geweckt. „Die Urologie hat ein unheimlich breites Spektrum, von großen OPs bis hin zu kleinen Eingriffen ist alles dabei“, sagt sie. Das finde man sonst in keinem anderen Fachgebiet und mache die Urologie so reizvoll.

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