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Trotz Corona: Krankenstand in Sachsen extrem niedrig

In Sachsen gab es im Winter 2021 kaum Fälle von Grippe oder anderen Infektionen. Am Lockdown allein lag das nicht, sagen Fachleute.

Die Arbeitnehmer in Sachsen haben sich kaum wegen Grippe oder Erkältungen krankschreiben lassen.
Die Arbeitnehmer in Sachsen haben sich kaum wegen Grippe oder Erkältungen krankschreiben lassen. © Symbolfoto: dpa

Dresden. Durch Grippe und Erkältung sind die Ausfallzeiten in den ersten drei Monaten eines Jahres besonders hoch. Doch in diesem Jahr ist das anders. So meldet die Techniker-Krankenkasse in Sachsen für das erste Quartal einen Krankenstand von 3,8 Prozent – so wenig wie seit 13 Jahren nicht mehr. 2020 lag er bei 5,3 Prozent. Auch bei der IKK classic gingen die Ausfallzeiten im Freistaat zurück: von 7,4 Prozent im vergangenen Jahr auf 6,2 Prozent. Bei der AOK Plus waren von Januar bis März nur 5,8 statt im Vorjahr 7,1 Prozent der Versicherten krank, und das mitten in der Pandemie.

Einen wichtigen Grund dafür sehen Robert-Koch-Institut (RKI) und Sozialministerium Sachsen in der Wirksamkeit der Hygiene- und Abstandsregeln sowie des Lockdowns. „Alle Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hatten auch Einfluss auf die Verbreitung anderer ansteckender Krankheiten“, so das Ministerium. „Zudem ist wissenschaftlich belegt, dass in Zeiten, wo bestimmte Krankheitserreger dominieren, andere verdrängt werden und weniger auftreten.“

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Nur wenige Influenza-Fälle

Am Beispiel der Grippe zeigt sich das besonders deutlich. Laut Landesuntersuchungsanstalt Sachsen wurden bis Ende April dieses Jahres in Sachsen nur 53 Influenzakranke sowie ein Todesfall gemeldet. Ein Jahr zuvor waren es fast 21.000 Grippekranke und 55 Tote. „2020/21 war die schwächste jemals registrierte Influenzasaison“, so das Ministerium. „Im letzten Herbst hat man das noch nicht vorhersehen können“, sagt RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Epidemiologen befürchteten damals Superinfektionen, falls Corona, Grippe und die Erreger der Lungenentzündung zusammenkämen. Deshalb ließen sich viel mehr Menschen gegen Grippe und Pneumokokken impfen.

Auch bei Keuchhusten, Masern, Scharlach und Windpocken registrierte die Landesuntersuchungsanstalt nur einen Bruchteil früherer Patientenzahlen. „Das Gleiche gilt für Durchfallerkrankungen, zum Beispiel durch Noroviren. Da hatte ich in dieser Saison fast keine Patienten“, sagt Steffen Heidenreich, Vorsitzender des Sächsischen Hausärzteverbandes. „In anderen Jahren gab es täglich Neuerkrankte, vor allem in Pflegeheimen.“

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