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Diese Getränke bremsen Antibiotika aus

Dass man Medikamente nicht mit Alkohol einnehmen soll, wissen viele. Doch warum kann Mineralwasser schaden?

Warum wirkt das Antibiotikum bloß nicht?
Warum wirkt das Antibiotikum bloß nicht? © Christin Klose/dpa

Von Elena Zelle

Antibiotika gelten als Wundermittel bei Erkrankungen, die durch Bakterien ausgelöst werden, zum Beispiel bei Entzündungen von Lunge, Blase oder Mandeln. Doch heute kann man sich nicht mehr hundertprozentig auf ihre Wirksamkeit verlassen. Zum einen, weil Erreger resistent gegen ein bestimmtes Antibiotikum geworden sind, zum anderen, wenn die Dosierung oder die Einnahmedauer nicht stimmen. Aber auch bestimmte Lebensmittel oder die Antibabypille können unerwünschte Effekte haben.

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Alkohol

Wer so krank ist, dass er ein Medikament nehmen muss, sollte ohnehin auf Alkohol verzichten. Denn die Wechselwirkungen können gefährlich sein, sagt Professor Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten. So kann die Wirkung der Arzneimittel verstärkt oder abgeschwächt werden – oder das Präparat verstärkt die Wirkung des Alkohols. Antibiotika sind da keine Ausnahme.

„Metronidazol, das etwa bei Scheiden- und Darminfektionen eingesetzt wird, ruft in Kombination mit Alkohol ausgeprägte Unverträglichkeitserscheinungen, wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, hervor“, warnt der Facharzt für Innere Medizin, Infektions- und Tropenmedizin.

Milch

Milch und Milchprodukte sind gängige Störenfriede bei der Verstoffwechselung von Arzneimitteln. Das liegt vor allem am Calcium: „Es vermindert die Wirkung vieler Arzneimittel“, erklärt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Das betrifft vor allem Antibiotika: „Einige Antibiotika-Wirkstoffe verbinden sich im Darm mit Calcium zu Molekülkomplexen. Die sind so stabil, dass sie die Darmwand nicht mehr passieren können.“

Die Folge: Das Arzneimittel kann nicht verstoffwechselt werden und der Wirkstoff wird ungenutzt ausgeschieden. Betroffen sind vor allem Antibiotika wie Tetracycline und Fluorchinolone. Sellerberg rät, zwei Stunden vor und nach der Einnahme auf Milchprodukte zu verzichten.

Mineralwasser

Ob mit oder ohne Kohlensäure, Mineralwasser ist zur Einnahme von einigen Medikamenten nicht geeignet, warnt Sellerberg. Denn es enthält viele Mineralstoffe wie Calcium, Eisen oder Magnesium. Diese können sich ebenso wie das Calcium aus der Milch mit den Wirkstoffen des Antibiotikums zu festen Komplexen verbinden und dessen Wirkung so außer Kraft setzen. Deshalb sollte man vor und nach der Einnahme zwei Stunden kein Mineralwasser trinken. „Man ist immer auf der sicheren Seite, wenn man ein Antibiotikum mit einem großen Glas Leitungswasser einnimmt“, rät Sellerberg. Groß heißt in diesem Fall 250 bis 300 Milliliter.

Säfte

Sie sollte man bei der Einnahme von Antibiotika meiden. Internist Löscher warnt vor allem vor Grapefruitsaft: „Er enthält bestimmte Enzyminhibitoren, wodurch der Stoffwechsel einiger Medikamente im Darm und in der Leber gestört werden kann.“ Die Folgen: Der Wirkstoff des Medikaments wird zum Teil nicht ausreichend aufgenommen, somit kann das Antibiotikum nicht wirken. Außerdem kann der verminderte Stoffwechsel in der Leber zu erhöhten Konzentrationen im Blut führen. Gleiche Effekte kann es in abgeschwächter Form auch bei anderen Fruchtsäften geben.

Kaffee

Die Wirkung von Getränken mit anregender Wirkung, wie Kaffee, Schwarzem und Grünem Tee, Cola, Energydrinks, Guarana- und Matezubereitungen, kann durch die Einnahme einiger Antibiotika verstärkt werden. Stoffe wie Ciprofloxacin stören den Abbau des Koffeins, sagt Apothekerin Sellerberg. Es kann zu Herzrasen und Schlafstörungen kommen.

Antibabypille

Eine der häufigsten Nebenwirkungen von Antibiotika ist Durchfall. „Je nach Schwere und Zeitpunkt kann es sein, dass Kontrazeptiva nicht mehr zuverlässig sind“, erklärt Mediziner Löscher. Wer also zum Beispiel nach der Einnahme der Pille starken Durchfall hat, kann davon ausgehen, dass das Verhütungsmittel wirkungslos in der Toilette gelandet ist.

Es gibt aber ein weiteres Problem bei der Kombination von Antibabypille und Antibiotika: Viele Pillen enthalten Östrogen, dieses Hormon wird normalerweise im Darm aufgenommen, wie Löscher erklärt. Aber genau diese Resorption kann durch verschiedene Antibiotika gehemmt werden. Dadurch ist der Östrogenspiegel möglicherweise niedriger und die Wirkung der Pille nicht mehr gewährleistet. Für beide Fälle gilt: „Es ist besser, man hat für den gesamten Zyklus zusätzliche Schutzmaßnahmen“, sagt Löscher.

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Und wann nimmt man Antibiotika am besten ein? Eine Faustregel gibt es nicht, sagt Sellerberg. So wird zum Beispiel Ampicillin nüchtern, also 30 bis 60 Minuten vor dem Essen, eingenommen. Minocyclin etwa sollte mit einer milchfreien Mahlzeit eingenommen werden, Cefuroximaxetil wiederum nach einer großen Mahlzeit. Den Einnahmezeitpunkt für das jeweilig verschriebene Antibiotikum sollte man deshalb mit dem Arzt oder Apotheker klären. (dpa)

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