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Elblandkliniken wollen an Vor-Pandemie-Niveau anknüpfen

Der kreiseigene Klinikkonzern hofft 2022 auf eine Rückkehr zur Situation vor Corona – rechnet aber mit einem Dämpfer fürs Ergebnis.

Von Eric Weser
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Wohin geht die Reise für die Elblandkliniken im nächsten Jahr? Einblicke gibt der Wirtschaftsplan, der diese Woche auch Thema im Kreistag sein wird.
Wohin geht die Reise für die Elblandkliniken im nächsten Jahr? Einblicke gibt der Wirtschaftsplan, der diese Woche auch Thema im Kreistag sein wird. © Eric Weser

Landkreis Meißen. Krankenhäuser, Ärzte, Pfleger: Insbesondere seit Ausbruch der Pandemie sind sie in aller Munde. Im Kreis Meißen ist es der kreiseigene Klinikkonzern, der dabei im Fokus steht – die Elblandkliniken. Für das insgesamt rund 3.000 Mitarbeiter starke Gesundheitsunternehmen mit Krankenhäusern in Meißen, Radebeul und Riesa wird am Donnerstag im Kreistag die Wirtschaftsplanung fürs kommende Jahr vorgestellt. Sächsische.de hat einen Blick hineingeworfen.

Leistungsrückgänge wettmachen

Vor allem will das Unternehmen im neuen Jahr möglichst an die Phase vor der Pandemie anknüpfen: Das Leistungsniveau von 2019 soll wieder erreicht und teils ausgebaut werden, heißt es. Hintergrund ist, dass es infolge der Corona-Situation "teils erhebliche Leistungsrückgänge" in den Krankenhaus-Standorten gegeben hatte. Insbesondere das "Corona-Haus" in Meißen, aber auch Riesa hätten deutlich unter dem Vor-Pandemie-Niveau gelegen. Die Rückkehr zum alten Leistungsniveau sei nötig, um die gesteckten Ziele zu erreichen, betonen die Elblandkliniken. Unklar sei wegen der andauernden Pandemie-Lage allerdings, ab wann genau das passieren kann.

Baugeschehen läuft weiter

Möglichst wenig bis keine Auswirkungen auf die Leistungserbringung der Kliniken sollen die im laufenden Betrieb stattfindenden Umbauten haben. Auch 2022 soll in Riesa und Radebeul weiter daran gearbeitet werden, die wesentlichen Arbeiten sollen an beiden Standorten 2023 abgeschlossen werden. Bei den Bauarbeiten an sich liege das Augenmerk darauf, "zusätzliche Kostensteigerungen und Zeitverzüge möglichst zu
verhindern", so die Elblandkliniken.

Kooperation über Standorte hinweg

Organisatorisch will man im Konzern nächstes Jahr weiter daran arbeiten, die Zusammenarbeit über die Standorte hinweg auszubauen. Das sei "der entscheidende Erfolgsfaktor für die künftigen Jahre", heißt es. Die Rede ist etwa von standortübergreifenden Chefarztstrukturen.

Änderungen bei Tarifen

Als weiterer Erfolgsfaktor gibt das Unternehmen die Personalgewinnung an. Mit der hatte sich das Unternehmen etwa 2020 zufrieden gezeigt: Schlüsselpositionen im ärztlichen Bereich hätten "mit vielversprechenden Kandidaten nachbesetzt werden" können; die Gewinnung der Kräfte sei "ohne Mitwirkung von Personalberatern" verlaufen, heißt es im veröffentlichten Konzernabschluss für das Vorjahr. Im Wirtschaftsplan für 2022 kündigen die Elblandkliniken zudem "neben den sonstigen
Vergünstigungen für Mitarbeiter auch tariflich weitere Veränderungen" an, etwa "neue Eingruppierungsrichtlinien".

Technik sicherer machen

Als einen weiteren Entwicklungsschritt für die nächsten Jahre über 2022 hinaus führt das kommunale Gesundheitsunternehmen die Informationstechnologie an. Es gelte, "die Systeme in erster Linie sicherer und standhafter zu gestalten und gleichzeitig relevante Entwicklungen zu ermöglichen", heißt es unter Verweis auf Anwendungen wie die elektronische Patientenakte.

Kleineres Ergebnis

Insgesamt rechnet der Gesundheitskonzern fürs kommende Jahr mit einem schmaleren Gewinn: Nicht ganz eine Million Euro sollen Ende 2022 als Ergebnis der Elblandkliniken-Gruppe nach Steuern zu Buche stehen. In den nächsten Jahren, so die mittelfristige Planung, soll dieser Betrag wieder mehr in Richtung anderthalb bis zwei Millionen Euro tendieren.

Risiken bleiben

Wie jede Planung steht auch diese unter gewissen Vorbehalten. Als Risiken nennt der Konzern unter anderem die unklare Leistungsentwicklung nach der Pandemie, schwer abschätzbare Auswirkungen neuer gesetzlicher Regeln und die unsichere Kostenentwicklung in vielen Bereichen, etwa mögliche Preissteigerungen bei Versorgern oder ein stark steigender Mindestlohn.

Die Gesundheitsversorgung im Landkreis jederzeit aufrechterhalten und weiter entwickeln – das solle auch künftig das Ziel der Elblandkliniken bleiben, heißt es im Wirtschaftsplan für 2022.

Konsolidierung Elblandkliniken-Gruppe im Jahr 2022 (2021)

  • Gesamtleistung: circa 256 Mio. Euro (ca. 239 Mio. Euro)
  • Personalkosten: ca. 179 Mio. Euro (ca. 161 Mio. Euro)
  • Sachkosten: ca. 62 Mio. Euro (ca. 61 Mio. Euro)
  • Konzernergebnis Elblandlkiniken-Gruppe: ca. 960.000 Euro. (ca. 1,9 Mio. Euro)

Quelle: Wirtschaftsplan 2022 der Elblandkliniken-Gruppe

Der Meißner Kreistag tritt am Donnerstag, 9. Dezember, ab 16 Uhr in der Riesaer Stadthalle Stern zusammen. Es gilt die 3G-Regel und Maskenpflicht.