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Gesundheit

Erfolgreich mit dem Rauchen aufhören?

Jeder dritte Deutsche greift regelmäßig zum Glimmstängel. Mehr als die Hälfte von ihnen würde sich das Rauchen gerne abgewöhnen - aber wie nur?

© Myriams Fotos auf Pixabay

Die Angst vor Entzugserscheinungen hält manche davon ab, es überhaupt erst zu versuchen. Und von denen, die sich an die Raucherentwöhnung wagen, scheitern viele. Mit diesen Tipps fällt die Umgewöhnung auf ein rauchfreies Leben leichter.

Wer will, der kann

Um erfolgreich von der Zigarette wegzukommen, ist vor allem eines wichtig: es wirklich zu wollen. Druck von außen bringt nichts, im Gegenteil. Die Motivation muss von innen kommen. Dann kann es jeder und jede schaffen, ohne Zigaretten zu leben. Dies ist allerdings nur der erste Schritt. Danach gilt es, eine Form der Unterstützung zu suchen. Denn alleine aufzuhören, schaffen laut dem Ärzteblatt lediglich drei bis sieben Prozent der Raucher.

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Auch dann klappt es oft nicht beim ersten Versuch. Es ist völlig normal, dass es mehrere Ansätze benötigt, um die Zigaretten in der Vergangenheit zu lassen. Das bedeutet nicht, dass man dem inneren Schweinehund direkt nachgeben sollte. Sollte es doch geschehen, nicht gleich aufgeben und es weiterhin versuchen, am besten mit professioneller Hilfe. Geduld ist gefragt! 

Professionelle Unterstützung

Zigarettenrauchen ist eine Sucht, die nicht nur körperlich ist, sondern zum großen Teil im Gehirn stattfindet. Denn dieses verknüpft das Rauchen, für uns unterbewusst, mit positiven Eigenschaften. Mit der Rauchpause im Büro beispielsweise, sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen oder um einfacher Kontakte zu knüpfen. Außerdem ist es eine Gewohnheit, oft ein Ritual, mit vielen Auslösereizen. Die berühmte Zigarette danach, die erste am Morgen zum Kaffee, zum Feierabendbier oder bei Stress.

Es gilt, sich neue Verhaltensweisen anzueignen, die den Griff zum Nikotinstängel ersetzen. Dazu gibt es spezielle Therapien, die wahlweise in Einzelsitzungen oder in Gruppen stattfinden. Laut Statistik schaffen es so rund dreißig Prozent, mit dem Rauchen aufzuhören. Vor allem Gruppentherapien haben sich als hilfreich erwiesen. Teilnehmende können sich untereinander austauschen und ein gewisser Gruppendruck motiviert ebenfalls dazu, durchzuhalten. 

Nikotinersatz

Um dies gleich vorwegzunehmen, die körperlichen Entzugserscheinungen sind weitaus weniger dramatisch, als Kettenraucher befürchten. Es handelt sich hier schließlich nicht um Heroin, sondern um Nikotin. Während vier bis maximal sechs Wochen können Reizbarkeit, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen, Unruhe und gesteigerter Appetit mit einhergehender Gewichtszunahme auftreten. Manche bleiben von den Entzugserscheinungen ganz verschont. Viel mehr zu schaffen macht die zuvor beschriebene psychische Abhängigkeit.

Ein Nikotinersatz kann die Raucherentwöhnung in den ersten Wochen erleichtern. Indem sie das körperliche Verlangen zügeln, erlauben sie es, sich ganz auf das Bewältigen der psychischen Folgen zu konzentrieren. Nikotinkaugummis beispielsweise, die allerdings höchst unappetitlich schmecken, oder Nikotinpflaster. Viele greifen nach E-Zigaretten und Verdampfern als Zigarettenersatz.

In Skandinavien hingegen sind inzwischen Kautabake sehr beliebt und inzwischen ist Chew in Deutschland auch angekommen und erfreut sich steigender Beliebtheit, vor allem wegen der angeblich leistungssteigernden Wirkung. Viele, die das Nikotin partout nicht lassen können, greifen zu diesen dem Rauchen gegenüber etwas weniger schädlichen Alternativen.

Ergänzende Methoden

Akupunktur war vor einigen Jahren äußerst populär und ist es immer noch, wenn es um die Raucherentwöhnung geht. Obwohl es wissenschaftlichen Untersuchungen nicht standhält, berichten viele vom positiven Effekt der Nadelstiche im Ohr. Nach zwei bis drei Behandlungen verspürten sie tatsächlich weder Lust, zu rauchen, noch litten sie unter Entzugserscheinungen. Die Forschung erklärt es mit dem Placebo-Effekt.

Hypnose ist eine weitere Methode, um sich die lästige Manier abzugewöhnen. Sie funktioniert, indem negative Assoziationen mit dem Rauchen in Verbindung gebracht werden. Mit rund 250 Euro pro Sitzung ist es ein teurer Spaß. Wer allerdings eine Schachtel Zigaretten pro Tag rauchte, spart das Geld nach einem Monat Nichtrauchen. Es handelt sich also um eine gute Investition. Vor allem, da laut Studien die Hypnosetherapie mit einer Erfolgsquote von 48 Prozent wirkungsvoller ist als die ebenfalls teuren Nikotinpflaster.

Egal ob Nikotinersatz oder alternative Methoden, die besten Ergebnisse wurden zusammen mit Verhaltenstherapien erzielt. Darüber hinaus in den ersten Wochen Orte und Situationen meiden, in denen viel geraucht wird. 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteurin K. Döge.

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