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Frühjahrstrockenheit nimmt zu - Pflanzen wachsen zu langsam

Wichtige Agrarpflanzen sind von der Trockenheit im Frühjahr akut betroffen. Das hat weitreichende Folgen vor allem für die Bauern.

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Ein Traktor ist auf einem ausgetrockneten Acker im Einsatz und zieht eine Staubwolke hinter sich her.  Die Trockenheit macht auch den Landwirten zunehmend Sorge.
Ein Traktor ist auf einem ausgetrockneten Acker im Einsatz und zieht eine Staubwolke hinter sich her. Die Trockenheit macht auch den Landwirten zunehmend Sorge. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

Berlin. Eine zunehmende Trockenheit im Frühjahr in Deutschland beeinträchtigt Experten zufolge das Wachstum wichtiger Agrarpflanzen. Am stärksten betroffen sei der Nordosten, wo es mittlerweile von Mitte März bis Mai an etwa 40 Tagen nicht mehr regne, sagte Tobias Fuchs vom Deutschen Wetterdienst (DWD) bei der Vorstellung des DWD-Klimastatusberichts am Dienstag. "Diese Zunahme der Frühjahrstrockenheit ausgerechnet in einem Zeitraum, in dem die Vegetation "erwacht" und einen hohen Bedarf an Wasser hat, führt zu erheblichen Beeinträchtigungen bei der Pflanzenentwicklung", erklärte der Leiter des Geschäftsbereichs "Klima und Umwelt" in Berlin.

Dies gelte etwa für landwirtschaftlich bedeutsame Pflanzenarten wie Wintergetreide, Raps, Mais und Zuckerrüben, die nach der Winterruhe mit dem Wachstum durchstarten oder im Frühjahr ausgesät werden. Anbaumethoden müssten an die veränderten Bedingungen angepasst werden, sagte Fuchs.

Die Jahre 2018, 2019 und 2020 waren in Deutschland ausgesprochen trockene Jahre, wie Fuchs sagte. Erst das vergangene Jahr, das deutlich niederschlagsreicher gewesen sei, habe die Situation größtenteils entspannt. Der dreijährige Trockenstresses der Böden habe in vielen Regionen zu einem deutlichen Rückgang beim Grünlandertrag geführt, schwere Schäden habe es zudem in den Wäldern gegeben. "Leider müssen wir davon ausgehen, dass solche Trockenperioden mit der zunehmenden Erderwärmung häufiger und vielleicht auch heftiger auftreten werden", so Fuchs.

Aktuelle Daten zur Feuchte der Böden bundesweit biete der seit Mitte 2021 existierende Bodenfeuchteviewer des DWD. "Über Farbverläufe kann ein Landwirt auf einen Blick erkennen, ob in seiner Region in zum Beispiel 60 cm Tiefe unter Winterweizen extremer Trockenstress besteht oder - ganz im Gegenteil - durch Überversorgung mit Wasser gar Sauerstoffmangel droht." Seine Klimaservices werde der DWD künftig noch weiter ausbauen. (dpa)