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Günstige Mineralwasser gehören zu den Besten

Die Stiftung Warentest hat überprüft, wie es um die natürliche Reinheit von Mineralwasser steht. Auch ein Produkt aus Sachsen ist dabei.

Nichts geht
ohne Wasser.
Nichts geht ohne Wasser. © dpa/Christin Klose

Mineralwasser darf hierzulande nur aus ursprünglich reinen Quellen stammen und muss frei von Verunreinigungen sein. Ob das tatsächlich so ist, hat die Stiftung Warentest bei 32 stillen Wässern überprüft. Denn ob beim Sport, im Restaurant oder daheim: Immer mehr Menschen greifen am liebsten zu Wasser ohne Kohlensäure, um ihren Durst zu löschen. Die Auswahl ist groß, so wie auch der Unterschied im Preis. Von einer eleganten Flaschenform oder einem Bio-Label sollte man sich beim Kauf jedenfalls nicht täuschen lassen.

Die erfreuliche Nachricht: Bei der mikrobiologischen Untersuchung waren alle Mineralwässer einwandfrei. Die meisten schmeckten zudem tadellos. Insgesamt 18 der getesteten Wässer bekamen die Note „gut“, acht sogar die Note „sehr gut“. Zu den Top Drei gehört das stille Wasser der Lichtenauer Mineralquellen – das einzige Produkt aus Sachsen, das getestet wurde. Es ist jedoch mit 0,52 Cent pro Liter etwas teurer als die Bestplatzierten, das Wasser von Kaufland K-Classic aus der Quelle Löningen für 13 Cent pro Liter und das stille Wasser der Marke Fürst Bismarck für 51 Cent. Knapp die Hälfte der empfehlenswerten Wässer sind Eigenmarken der Handelsketten. Sie kommen auch optisch eher unscheinbar daher, berichtet die Zeitschrift „test“ in ihrer neuen Ausgabe (8/2021).

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Zwei teure Marken können nicht mithalten

Schlusslichter im Test bilden zwei Edelmarken sowie zwei Wässer mit Bio-Label. Bei den nur mit „ausreichend“ bewerteten teuren Edelprodukten monierten die Tester unter anderem die eher ernüchternde Mineralstoffbilanz und den im Vergleich zu anderen Marken größeren CO2-Fußabdruck. Auch im Geschmack konnten diese mit günstigeren Produkten nicht mithalten. Zudem waren sie die teuersten der getesteten Produkte mit einem Preis von 3,40 und 3,60 Euro pro Liter.

Von den fünf getesteten Bio-Wässern bekamen zwar drei die Note „gut“, eines wurde aber mit nur „ausreichend“ bewertet, ein weiteres bekam sogar ein „mangelhaft“. Kritisch sahen die Tester hier unter anderem Angaben in der Deklaration. Die beiden Schlusslichter im Test tragen das Label der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser. Das gibt strenge Kriterien vor, die laut Tester aber von beiden Marken nicht ganz erfüllt werden. So schmeckte ein Wasser deutlich nach Kunststoff und Karton, in dem anderen wurde unter anderem ein Pestizid-Abbauprodukt nachgewiesen. Die anderen drei Produkte mit dem Bio-Zertifikat vom Institut SGS Fresenius konnten sich im guten Mittelfeld platzieren, waren aber nicht auf den Flaschen, sondern nur auf den Webseiten als bio ausgewiesen. Insgesamt befanden die Tester, dass Bio-Wässer vielen konventionellen Produkten nicht überlegen sind. Im Jahr 2012 hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass auch ein Mineralwasser bio sein kann, beispielsweise wenn es gesetzliche Grenzwerte für Schadstoffe deutlich unterschreitet.

Rückstände in manchen Produkten

Egal ob bio, edel oder billig: Hauptkriterien für eine gute Note waren unter anderem Aussehen, Geruch, Geschmack und das Mundgefühl des getesteten Wässers. Dieses sogenannte sensorische Urteil machte am Ende mit 40 Prozent den größten Anteil in der Gesamtbewertung aus. Spitzennoten bekamen nur Wässer, die etwa keinen Fremdgeschmack aufwiesen. Getestet wurde auch auf kritische Stoffe wie Arsen, Blei, Nitrat und Uran wie auch auf Keime, darunter Krankheitserreger.

In wenigen Produkten wiesen die Tester Spuren von Abbauprodukten von Pflanzenschutzmitteln, eine Reihe von Süßstoffen, einen Komplexbildner sowie einmal Korrosionsschutzmittel nach. Solche Rückstände seien zwar gesundheitlich nicht relevant, doch von „ursprünglicher Reinheit“ könne da nicht mehr die Rede sein. Geprüft wurde auch, ob die Etikettenangaben rechtlich vollständig und korrekt waren. Weitere Testkriterien waren unter anderem Lagerungs- und Trinkempfehlungen sowie die Werbeaussagen.

Wie viele Mineralstoffe ein Wasser enthalten soll, ist seit 1980 von der EU nicht mehr vorgeschrieben. Früher waren es mindestens 1.000 Milligramm pro Liter. Nur vier der von der Stiftung Warentest untersuchten Produkte liegen über diesem Wert. 17 Wässer enthalten dagegen weniger als 500 Milligramm und gelten damit als nährstoffarm. Dazu zählt auch das Wasser der Lichtenauer Mineralquellen aus Sachsen mit 386 Milligramm pro Liter. Da könne so manches Leitungswasser locker mithalten, meinen die Tester. Zudem sei Trinkwasser mit rund 0,5 Cent pro Liter im Preis unschlagbar. (mit dpa)

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