merken
PLUS Bautzen

Hier gibt's Erdbeeren zum Selberpflücken

Auf mehreren Feldern im Landkreis Bautzen können die süßen Früchte jetzt geerntet werden. Wo das Pflücken bereits begonnen hat und was es kostet.

Ganzfrisch selbst gepflückt: Jerome Hennersdorf aus Crostau zeigt auf dem Erdbeerfeld in Bautzen-Stiebitz seine soeben geernteten Früchte.
Ganzfrisch selbst gepflückt: Jerome Hennersdorf aus Crostau zeigt auf dem Erdbeerfeld in Bautzen-Stiebitz seine soeben geernteten Früchte. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Eigentlich nimmt Familie Hennersdorf aus Crostau am liebsten die Beeren aus dem eigenen Garten. Doch in diesem Jahr fiel die Ernte nicht so toll aus, und so fahren Heiko Hennersdorf und Sohn Jerome an diesem Vormittag kurzerhand nach Bautzen-Stiebitz. Dort befindet sich ein Erdbeerfeld des Bauernhofs Domanja aus Wittichenau.

Vater und Sohn schnappen sich jeder ein Körbchen, suchen sich eine Reihe aus und los gehts's. Nach kaum einer Viertelstunde sind die Körbe voll. Knallrot und verführerisch duftend hängen die reifen Beeren an den Pflanzen, das lockt in dieser Vormittagsstunde etwa zwölf, 15 Pflücker. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen.

Anzeige
Erfrischung für jeden Geschmack
Erfrischung für jeden Geschmack

Mit Armaturen der Firma Quooker fließt das Wasser auf Wunsch heiß, kalt, mit Sprudel oder ohne. Im Küchenzentrum Dresden berät man gern dazu.

Gerade als Vater Hennersdorf dem Reporter seinen Vornamen sagt, wird zwei Reihen daneben eine Frau stutzig: "Heiko?" Die Frau heißt Waltraud und ging einst mit Heiko Hennersdorf in die Schule. Lange haben sie sich nicht gesehen und dann doch gleich wiedererkannt - auf dem Erdbeerfeld in Stiebitz.

Zum gleich essen und Marmelade kochen

Waltraud und ihr Mann Reiner aus Bautzen hatten sich immer schon mal vorgenommen, in Stiebitz Erdbeeren selbst zu pflücken. In diesem Jahr sollte es nun endlich sein, zumal auch bei ihnen die Ernte im eigenen Garten nicht so gut war. "Eine gepflegte Anlage", lobt Reiner das Domanja-Feld. "Und tolle Erdbeeren, besser geht's gar nicht. Schön, dass es so etwas gibt."

Ein paar Reihen weiter beugt sich Katja Dietze über eine Reihe. Die junge Bautzenerin gehört zu den jährlichen Stammgästen in Stiebitz. Was sie jetzt erntet, will die Familie erst mal ganz frisch essen. "Frischer geht's doch gar nicht!" In ein paar Tagen will Katja Dietze wiederkommen und zusammen mit ihren Kindern Erdbeeren pflücken. Aus denen macht sie dann Marmelade - auch das ist bei ihr Tradition. "Die reicht dann über den ganzen Winter, und ich weiß, was drin ist", lässt sie Vorfreude erkennen.

Früchte sind etwas teurer als im Vorjahr

So wie am Bautzener Stadtrand sind in diesen Tagen Selbstpflücker unter anderem auch in Schirgiswalde, bei Bischofswerda und am Lehngut Kaschwitz bei Panschwitz-Kuckau anzutreffen. Die Agrargenossenschaft Lückersdorf-Gelenau bei Kamenz will von Tag zu Tag entscheiden, ab wann sie das Erdbeerfeld für die Ernte freigibt.

Allgemein geht die Erdbeerernte in diesem Jahr etwas später los als sonst. Es war lange kühl, es fehlte Sonne - da hatten es die Früchte schwer. Entsprechend spät sind die Erdbeeren dran. Und Wetter und späte Ernte machen sie etwas teurer - kostete vor einem Jahr ein Kilogramm selbst gepflückte Beeren zum Erntebeginn im Durchschnitt 3,50 bis 3,80 Euro, sind es jetzt meist vier Euro oder etwas mehr.

Die Erdbeere ist eigentlich gar keine Beere

Aber das sind den Kunden die Beeren wert - die wissenschaftlich gesehen ja gar keine Beeren sind, sondern sogenannte Sammelnussfrüchte. Der rote Fruchtboden ist sozusagen die Heimat für lauter winzige, gelbgrüne Nüsse, die dann im Mund so schön knacken.

Aber ob nun Beere oder Sammelnussfrucht, das tut der Freude am Ernten keinen Abbruch. Die gute Laune überträgt sich auch in die kleine Verkaufsbude am Feldrand. Hier wiegen und verkaufen Ursula Dutschmann und ihre Kollegin nicht nur die frisch geernteten Erdbeeren, sondern auch Möhren, Rotkohl, Kartoffeln und vieles mehr, was ein Bauernhof eben so bietet.

Und die Frauen haben für jeden Kunden ein freundliches Wort parat. "Die Körbe gehören jetzt Ihnen", sagt Ursula Dutschmann zu Heiko Hennersdorf. "Die können Sie wieder verwenden, wenn Sie wiederkommen." Der Mann aus Crostau lächelt: "Gerne!"

Hier gibt es Beeren zum Selberpflücken und Kaufen:

Bautzen-Stiebitz

  • Wo? Auf der Plantage von Matthias Domanja (Dresdener Straße in Bautzen-Stiebitz – Ortsausgang)
  • Wann? Montag bis Sonnabend 9 bis 18 Uhr, Sonntag 8.30 bis 12 Uhr, je nach Wetterlage
  • Preise: variieren je nach Ernte, können von Tag zu Tag schwanken

Bischofswerda

  • Wo? Auf dem Feld des Lehnguts Kaschwitz (Neustädter Straße, am Ortsausgang in Richtung Putzkau)
  • Wann? Täglich von 7 bis 18 Uhr
  • Preise: selbst gepflückt 3,80 Euro pro Kilo, bereits gepflückt das doppelte

Cannewitz

  • Wo? Bei Obstbauer Martin Wahode in Cannewitz (in Rothnaußlitz einfach dem Schild folgen)
  • Wann? Täglich von 7 bis 18 Uhr, sonntags bis 12 Uhr.
  • Preise: selbst gepflückt 3,50 Euro pro Kilo; bereits gepflückt 6,50 Euro je Kilo

Gelenau

  • Wo? Auf dem Feld der Agrargenossenschaft Lückersdorf-Gelenau (an der S 95 in Gelenau – direkt am Ortseingang aus Richtung Kamenz)
  • Wann? Steht noch nicht fest, Beginn wird von der Agrargenossenschaft bekanntgegeben
  • Preise: Preise für Selbstpflücker und Abholer sind vor Ort zu erfahren

Großnaundorf

  • Wo? Auf dem Feld des Lehnguts Kaschwitz (am Fuße des Keulenbergs in Richtung Oberlichtenau)
  • Wann? Täglich von 7 bis 18 Uhr.
  • Preise: selbst gepflückt 3,80 Euro pro Kilo, bereits gepflückt das doppelte

Kaschwitz

  • Wo? Auf den Feldern des Lehnguts Kaschwitz (am Ortseingang von Kaschwitz aus Richtung Panschwitz)
  • Wann? Täglich von 6 bis 18 Uhr.
  • Preise: selbst gepflückt 3,80 Euro pro Kilo, bereits gepflückt das doppelte

Schirgiswalde

  • Wo? Bei Obstbauer Bernhard Stolle in Schirgiswalde (hinter den AWG-Blöcken)
  • Wann? Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr, sonnabends bis 16 Uhr. Sonntag ist Ruhetag.
  • Preise: selbst gepflückt 4 Euro pro Kilo; bereits gepflückt nach Tagesangebot

Weiterführende Artikel

Eine schwierige Spargel-Saison endet

Eine schwierige Spargel-Saison endet

Das Jahr 2021 war für Spargelbauern aufreibend. Obwohl die Ernte durchwachsen war, herrscht weitestgehend Zufriedenheit.

Weixdorf

  • Wo? Auf dem Feld am Hofladen Weixdorf (Pastor-Roller-Straße 42 – Zufahrt auch über die Straße Am Promigberg /ist ausgeschildert)
  • Wann? Täglich von 7 bis 18 Uhr
  • Preise: selbst gepflückt 4 Euro pro Kilo, bereits gepflückt nach Tagesangebot

Mehr zum Thema Bautzen