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Inhaltsstoffe von Eis am Stiel im Check

Das Problem beim Eis am Stiel ist nicht nur zu viel Zucker, haben Verbraucherschützer herausgefunden.

Viel Zucker, viel Fett, viele Kilokalorien: Eis mit Schokoglasur hat es besonders in sich.
Viel Zucker, viel Fett, viele Kilokalorien: Eis mit Schokoglasur hat es besonders in sich. © dpa/Frank Rumpenhorst

Eis am Stiel ist süß – und im Sommer vor allem für Kinder eine leckere Erfrischung zwischendurch. Doch wie steht’s um die Nähwerte und um die Qualität? Das hat die Verbraucherzentrale Bremen in einem Marktcheck untersucht. Geprüft wurden 59 Eissorten – darunter Klassiker auf Milchbasis mit kakaohaltiger Glasur oder Fruchtglasur, Wassereis mit Fruchtgehalt sowie gemischte Eissorten.

Was nicht überrascht: Wer auf seine Figur achten möchte, sollte zu Wasser- oder Fruchteis greifen. Beide sind mit Blick auf den Kaloriengehalt eindeutig die bessere Wahl. Im Durchschnitt enthielten 100 Gramm Eis 225 Kilokalorien (kcal) und 22 Gramm Zucker. Bei manchen Produkten lag der Anteil sogar bei bis zu 31 Gramm. Ein Eis bestand also zu fast einem Drittel aus Zucker. Nach Ansicht der Verbraucherschützer käme Fruchteis gut mit weniger zugesetztem Zucker aus, da es aufgrund des Fruchtgehalts bereits Fruchtzucker enthält. Der Fettanteil lag bei allen untersuchten Eissorten im Schnitt bei zwölf Gramm. Die Unterschiede waren jedoch gravierend: Während Wassereis im Schnitt nur 0,6 Gramm und Fruchteis fünf Gramm Fett lieferte, waren es bei Milcheis mit kakaohaltiger Fettglasur rund 18 Gramm.

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Wie viel Frucht ist im Fruchteis?

Die Bezeichnung Creme-Eis oder Sahne-Eis durften die Produkte im Marktcheck übrigens nicht tragen, da sie auch pflanzliche Fette enthielten. Dennoch war der Anteil der weniger empfehlenswerten gesättigten Fettsäuren bei einigen Sorten sehr hoch. „Die empfohlene tägliche Menge von sieben bis zehn Prozent konnte teilweise ein Eis schon decken“, sagt Annabel Dierks, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen.

Ein Blick in die Nährwerttabelle auf der Eistüte lohnt sich auch für alle, die ein Eis ohne zugesetzte Aromen suchen. Im Marktcheck kamen nur vier von 49 untersuchten Sorten ohne Aromen aus. Ein weiteres Ergebnis: Alle Fruchteissorten enthielten einen Fruchtanteil – auch wenn er manchmal mit weniger als 2,5 Prozent verschwindend gering war. Außerdem war bei Mehrfruchteis nicht jede Frucht tatsächlich drin, die auf der Verpackung draufstand. Wer Wert darauf legt, muss auf die genaue Formulierung achten. „Eis mit Himbeergeschmack muss keine Himbeeren enthalten, hier reicht lediglich Aroma. Besser ist das Himbeereis. Es enthält tatsächlich Himbeeren oder Himbeersaft“, erklärt Annabel Dierks.

Palmöl wird kaum verwendet

Erfreulich ist: Fast alle Hersteller verzichteten auf das in Verruf geratene Palmöl. Die Verbraucherschützer fanden es nur in zwei Eissorten. In beiden Fällen kam es aus nachhaltigen Quellen, was am RSPO-Siegel zu erkennen ist. Die übrigen Hersteller verwendeten statt Palmöl Kokosfett. Es enthält ebenfalls den Schadstoff 3-MCPD, allerdings in etwas geringerer Menge.

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Auch bei den Farbstoffen haben viele Hersteller auf unbedenkliche Alternativen umgestellt. Insbesondere Azofarbstoffe wie Tartrazin oder Azorubin waren in der Vergangenheit in die Kritik geraten. Der Marktcheck zeigt, dass es auch ohne geht. Wenn Farbstoffe zum Einsatz kamen, dann färbende Lebensmittel wie Rote-Beete-Saft oder Karottensaftkonzentrat. Ohne Zusatzstoffe zur Verdickung und Stabilisierung kam jedoch kein Eis aus.

Und die Eisstiele? Die bestehen meist aus Buchenholz, was auch aus Deutschland kommen kann. Das PEFC-Siegel steht dabei für eine nachhaltige Waldwirtschaft. Die Verbraucherschützer fanden es allerdings nur bei vier Stielen.

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