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Jeder Dritte wiegt mehr

Viele Sachsen haben ihr Ess- und Sportverhalten seit dem ersten Lockdown verändert. Manche sogar zum Positiven, zeigt eine Umfrage.

11,3 Prozent der Sachsen haben laut einer Umfrage seit dem ersten Lockdown abgenommen. Aber 34,3 Prozent der Sachsen sind schwerer geworden.
11,3 Prozent der Sachsen haben laut einer Umfrage seit dem ersten Lockdown abgenommen. Aber 34,3 Prozent der Sachsen sind schwerer geworden. © Armin Weigel/dpa

Mehr als jeder zehnte Sachse hat die Zeit seit dem ersten Lockdown im Frühling genutzt, um abzuspecken. Das ist die positive Botschaft einer Umfrage von Sächsische Zeitung und dem Meinungsforschungsinstitut Civey. In der repräsentativen deutschlandweiten Stichprobe sind die Antworten von 5.022 Erwachsenen ausgewertet worden, 322 davon aus Sachsen. 11,3 Prozent von ihnen haben abgenommen. Bei mehr als der Hälfte passen die Hosen noch, bei einem Drittel sitzen sie deutlich enger. Denn 34,3 Prozent der Sachsen sind schwerer geworden. Knapp fünf Prozent sagen von sich sogar, viel zugenommen zu haben. Wie viel dieses „viel“ genau ist, blieb allerdings unklar.

Diese Frage interessierte auch das Robert-Koch-Institut. Die Forscher aus Berlin haben 23.000 Menschen telefonisch danach befragt, wie sich ihr Gewicht seit den coronabedingten Alltagseinschränkungen von April bis August 2020 verändert hat. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist es um durchschnittlich 1,1 Kilogramm gestiegen. Der Durchschnittsdeutsche wiegt dem RKI zufolge nun 78,2 Kilogramm und hat einen Body-Mass-Index von 26,4. Ab einem BMI von 25 beginnt laut Definition das Übergewicht. Für die Sachsen ist das keine gute Nachricht, denn hier waren bereits vor der Pandemie 55 Prozent der Einwohner übergewichtig oder sogar adipös. Die Fettleibigkeit ist Ursache vieler Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ II, Fettleber und Herz-Kreislauf-Krankheiten, zum Beispiel Bluthochdruck oder Vorhofflimmern. Die Unfruchtbarkeit beim Mann, Angststörungen und Depressionen können ebenfalls auf Adipositas zurückgeführt werden.

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Auch das Ess- und Bewegungsverhalten hat sich während des Lockdowns verändert, wie die Civey-Umfrage zeigt. So treibt etwa jeder Fünfte weniger Sport als vorher. Weil Fitnessstudios geschlossen sind und Sportkurse nicht stattfinden können, powern sich aber zehn Prozent der Sachsen häufiger beim Workout daheim aus. Sieben Prozent fahren mehr Rad, knapp vier Prozent gehen häufiger Joggen. Klarer Corona-Gewinner bei der Bewegung ist der Spaziergang. 22 Prozent der Sachsen gehen seit März häufiger um den Block oder hinaus in die Natur.

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Sie müssen allerdings auch mehr verdauen: Knapp neun Prozent der Befragten isst jetzt zwischen den Mahlzeiten mehr. Rund sieben Prozent greifen angesichts geschlossener Schulmensen, Kantinen und Gaststätten öfter zu einem Fertiggericht. Immerhin acht Prozent der Sachsen ernähren sich gesünder. Die große Mehrheit (63 Prozent) änderte an ihrem Essverhalten nichts. Im Deutschlandvergleich sind die Sachsen jedoch recht diszipliniert: Griffen hier nur 13 Prozent häufiger zu Schokolade und Chips, waren es bundesweit 17 Prozent. Zugenommen haben hauptsächlich Beamte, Angestellte und Eltern. Die überwiegende Mehrheit der über 65-Jährigen hat jedoch ihr Gewicht gehalten. Als Rentner sind sie es gewohnt, selbst zu kochen. (rnw/sp)

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