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Weniger Verschwendung kann jährlich 235 Euro sparen

Viele Lebensmittel müssten nicht in die Tonne – wenn man richtig einkauft und lagert.

Ist das noch gut oder muss das weg?
Ist das noch gut oder muss das weg? © dpa/Christin Klose

Das Brot ist hart geworden, die Paprika in der Kühlschrankecke schrumpelig. Und beim Joghurt ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten: Das sind die Klassiker, die viel zu schnell in der Tonne landen. Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg.

Auf das Jahr hochgerechnet sind das circa 82 Kilo pro Kopf, davon allein 44 Prozent Obst und Gemüse. Zwei Drittel aller Lebensmittel, die in den Müll wandern, wären vermeidbar. Und man würde auch erheblich sparen: Umgerechnet sind das 235 Euro im Jahr, die jeder zum Fenster rausschmeißt. Der Tag der Lebensmittelverschwendung an diesem Mittwoch will daran erinnern, dass es auch anders geht.

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Wie lassen sich unnötige Einkäufe oder Fehlkäufe vermeiden?

Hier hilft vor allem: Vorräte vor dem nächsten Einkauf kontrollieren und einen Einkaufszettel schreiben. „Denn 70 Prozent werden spontan eingekauft“, sagt Gertraud Huisinga von der Verbraucherzentrale Bremen. Deshalb ist es wichtig, auch konsequent bei seiner Einkaufsliste zu bleiben.

Die Initiativen „Zur Tonne“, die Tafel Dresden und foodsharing e.V. öffnen ab diesen Mittwoch für eine Woche im Dresdner Rathaus einen öffentlichen „Fairteiler“ und ein Kompetenzzentrum Lebensmittelverschwendung.

Wie lässt sich vertrocknetes Brot vermeiden?

Zu viel gekauftes Brot kann man portionsweise einfrieren und bedarfsgerecht auftauen. Auch der Kauf einer anderen Brotsorte hilft. Denn je höher der Weizenanteil ist, desto schneller wird ein Brot altbacken. Brote mit hohem Roggen-, Vollkorn- oder Schrotanteil bleiben länger frisch.

Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, was tun?

Immer erst mit den eigenen Sinnen prüfen. Die Produkte sind meistens noch Tage bis Wochen über das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) hinaus genießbar. „Denn das MHD ist ein Qualitätsversprechen und kein Wegwerfdatum“, sagt Huisinga. Ihr Tipp: „Joghurtbecher vorm Öffnen nicht schütteln, sonst lässt sich nicht mehr erkennen, ob sich obenauf Schimmel gebildet hat.“

Wie geht man mit Gemüse um, das nicht mehr wie gemalt aussieht?

Welkes Gemüse kann in einem Auflauf verarbeitet oder in kreativen Reste-Rezepten verwertet werden. Es kann sich übrigens auszahlen, krummes Gemüse oder Produkte mit nahendem MHD gezielt zu kaufen, denn diese sind häufig preisreduziert.

Wie geht cleverer Vorratskauf?

Seit der Pandemie bevorzugen viele den Großeinkauf. Das ist gut für die Umwelt, man muss nicht für ein Stück Käse oder ein bisschen Gemüse jedes Mal ins Auto steigen. Aber gerade deshalb ist es wichtig, gleich auf Haltbarkeit und Lagerungsfähigkeit zu schauen. Dazu hat Johanna Prinz, Autorin des Ratgebers „Einfach nachhaltig“ folgende Tipps: Käse am Stück kaufen, denn dieser ist haltbarer als Scheibenkäse. Wer Konserven kauft, sollte sie bei maximal 19 Grad lagern. Außerdem sollten neue Konserven im Schrank hinter jene geräumt werden, die dort standen. So werden die kürzer haltbaren zuerst verbraucht.

Wie kann man Lebensmittel retten, wenn man doch zu viel gekauft hat?

Wenn das doch mal passiert, lohnt sich ein bisschen Kreativität und Flexibilität. Ein paar Beispiele: Aus braunen Bananen lässt sich spontan Bananenbrot backen. Überreifes Obst kann man zu Konfitüre verarbeiten, Gemüsereste zu Suppen oder Gemüsepfannen zusammenwürfeln.

Was sind typische Lagerungsfehler?

Tomaten sind zum Beispiel kälteempfindlich. Im Kühlschrank verlieren sie ihren Geschmack und schimmeln schnell, sagt Prinz. Man lagert sie am besten luftig und kühl im Vorratsregal. Auch Knoblauch und Zwiebeln werden schnell gammelig. Sie sollten nicht in luftdichten Behältern aufbewahrt werden. Lebensmittel, die im Kühlschrank lagern müssen, profitieren von den verschiedenen Kältezonen der Geräte. Informationen liefert das Lagerungs-ABC der Verbraucherzentrale – ein kostenloses E-Book, das Lieblingsplätze von 70 Obst- und Gemüsesorten verrät und Tipps zur Zubereitung, Resteverwertung und zur Beurteilung des Reifegrads gibt. (dpa)

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