Leben und Stil
Merken

Sachsen meldet den ersten Grippetoten

Die Grippewelle in Sachsen beginnt in diesem Jahr besonders früh. Schon jetzt gibt es über 400 Fälle. Dutzende Menschen mussten auch schon im Krankenhaus behandelt werden.

Von Stephanie Wesely
 2 Min.
Teilen
Folgen
Fieber, Kopfschmerzen, Husten – setzen die Krankheitssymptome schnell und heftig ein, könnte es eine Grippe sein.
Fieber, Kopfschmerzen, Husten – setzen die Krankheitssymptome schnell und heftig ein, könnte es eine Grippe sein. © Maurizio Gambarini/dpa (Symbolbild)

Nachdem in den beiden letzten Jahren im Freistaat kaum Grippefälle registriert wurden, steigen seit 1. Oktober bereits die Erkrankungszahlen. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sei das ungewöhnlich früh. Deutschland registrierte in den zurückliegenden Grippezeiten meist erst ab Januar hohe Erkrankungsraten, Sachsen oft erst ab Februar.

In der ersten Novemberwoche meldete das Sozialministerium Sachsen 87 Grippekranke, seit Saisonbeginn im Oktober 416 Fälle. 36 mussten im Krankenhaus behandelt werden. Keiner von ihnen sei gegen Influenza geimpft gewesen, heißt es. Die meisten Erkrankungen gab es in der Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen. Ein 85-jähriger Mann aus Dresden ist der erste Grippetodesfall der Saison in Sachsen. Laut Sozialministerium starb er an einer Lungenentzündung infolge seiner Grippeinfektion. Ob er geimpft war, sei nicht bekannt.

Deutschlandweit meldet das RKI seit Oktober rund 8.330 Grippekranke, davon 2100 allein in der ersten Novemberwoche. Etwa 14 Prozent von ihnen mussten ins Krankenhaus. Ob es auch Todesfälle gab, geht aus der Meldung nicht hervor.

Die Meldezahlen sind nur ein Ausschnitt der tatsächlichen Lage: Die Zahl der Infektionen während einer Grippewelle wird nach RKI-Angaben auf 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung geschätzt, was in Deutschland etwa 4 bis 16 Millionen Menschen entspreche. Nicht jeder Infizierte erkranke. "Die Zahl der Todesfälle kann bei den einzelnen Grippewellen stark schwanken, von mehreren Hundert bis über 25.000 in der Saison 2017/18", so das RKI.

Auch wenn es aufgrund des frühen Beginns bereits Warnungen vor einer schweren Welle gab: Das RKI und andere Fachleute betonen, dass sich der Verlauf nicht vorhersagen lasse. Allerdings sei es „denkbar“, dass die Bevölkerung in erhöhtem Maß anfällig ist für die Erreger.

Für eine Grippeimpfung ist es nicht zu spät, sie braucht etwa zwei Wochen, um ihren vollen Schutz zu entfalten. Eine Umfrage des Pharmaherstellers Sanofi zeigt, dass die Impfbereitschaft gestiegen ist. In diesem Jahr planten danach 56 Prozent der Menschen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. In Sachsen wird der Schutz bereits Kindern ab 7. Lebensmonat empfohlen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt ihn vor allem über 60-Jährigen und Menschen mit Vorerkrankungen.