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Für seine Eltern bin ich die falsche Frau

Als die betagten Eltern ihres Mannes mit ins Haus einziehen, beginnt für eine Frau eine schwere Zeit. Was tun? Unser Experte gibt Anwort.

Christian Thiel ist Single-, Partnerschaftsberater und Autor.
Christian Thiel ist Single-, Partnerschaftsberater und Autor. © Christian Juppe

Von Christian Thiel

Wir wohnen im Eigenheim auf dem Dorf. Vor einigen Jahren hat mein Mann auf Bitten seiner Eltern angebaut und eine abgetrennte Wohnung für sie (beide 80) errichtet. Leider ist es so, dass ich für seine Eltern die „falsche“ Frau bin und sie mich am liebsten von hier weghaben würden. Anfangs war ich noch tapfer und habe die spitzen Zungen ertragen. Mein Mann hatte auch immer die Hoffnung, dass es sich im Laufe der Zeit noch gibt und deshalb nichts gesagt. Inzwischen setzt er Grenzen und sagt, was ihm nicht passt, aber es ändert sich nichts. Ich selbst bin auch der Meinung, dass sich mein Mann auf meine Seite stellen muss.

Sie sind ausgesprochen gutmütig. Ihr Mann auch. Leider laden Sie beide damit die beiden alten Herrschaften zu herablassendem Verhalten und persönlichen Beleidigungen geradezu ein. Warum sollten die ihr Verhalten ändern, wenn Sie, wie auch Ihr Mann, es sich gefallen lassen?

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Sie werden also beide Ihre Strategie ändern müssen. Und Sie werden sehr deutlich auftreten müssen, um den Angriffen der Eltern Ihres Mannes klar entgegenzutreten. Setzen Sie klare Grenzen. Unhöflichkeit ist Unhöflichkeit und wird nicht akzeptiert. Bleibt es trotzdem bei diesem Verhalten, müssen Taten folgen. Sie können den beiden eine Wohnung in der Nähe besorgen. Sie können ihnen ankündigen, dass Sie nicht mehr bereit sind, mit ihnen zusammen auf einem Grundstück zu wohnen.

Sprechen Sie mit einer Stimme

Sie haben völlig recht: Nicht Sie sollten das Feld räumen. Wo kommen wir denn da hin! Und Sie dürfen Ihrem Mann sehr deutlich sagen, dass es so nicht weitergeht. Ihre Ehe ist wichtiger. Sie zu erhalten, dafür sind Sie beide verantwortlich. Wichtig ist, dass Sie beide die gleiche Position vertreten. Was seine Eltern tun, ist nicht zumutbar. Punkt. Auch Ihr Mann muss sehr deutlich auftreten und klarmachen, dass die beiden nicht das Recht haben, herablassend oder herabwürdigend von Ihnen und mit Ihnen zu sprechen.

Wichtig ist zudem, dass Sie sich auf keine Diskussion einlassen, dass Sie weder laut werden noch ausfällig. Sie sagen einfach, was Sie beide beschlossen haben. Und das wiederholen Sie dann gebetsmühlenartig. Bleiben Sie ruhig und bestimmt. Anders können Sie Ihr Ziel nicht erreichen. Stehen sie nah beieinander, halten Sie sich an der Hand und machen Sie auf diese Weise deutlich, dass Sie ein Paar sind und bleiben. Und dass Sie mit einer Stimme sprechen.

Ein extrem unhöflicher Weg

Ob das jetzt noch hilft? Schwer zu sagen. Die beiden Alten haben sich ja schon daran gewöhnt, dass sie alles dürfen, was sie wollen. Gut möglich, dass jetzt wirklich nur noch ein Umzug der beiden alten Leute hilft. Eines ist ohnehin klar: Nur wenn Sie beide fest davon überzeugt sind, dass Sie im Notfall auch zu diesem Mittel greifen werden, haben Sie eine echte Chance, den verbalen Übergriffen der Herrschaften ein Ende zu machen.

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Ich sage es noch einmal mit aller Deutlichkeit: Es gehört mit zu den größten Unhöflichkeiten in Familien, wenn Eltern die Partner ihrer Kinder mobben, ablehnen oder wie immer sie es ausdrücken wollen. Eltern, die das tun, stehen in der Regel auf dem Standpunkt, dass ihre Kinder das Leben zu führen haben, dass sie sich für sie vorstellen. Kommen Eltern nicht mit der neuen Partnerin ihres Sohnes zurecht, dann haben sie die Möglichkeit, sich höflich zurückzuziehen. Die Eltern Ihres Partners haben sich für einen anderen, einen extrem unhöflichen Weg entschieden. Das war und ist deren Entscheidung, auf die Sie beide (leider) wenig Einfluss haben. Sie sollten die Konsequenzen aus dieser Unhöflichkeit ziehen. Und Ihre Ehe retten.

Christian Thiel ist Single-, Partnerschaftsberater und Autor. Haben Sie Fragen an ihn? Schicken Sie eine Mail an [email protected]

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